Manchmal sitze ich am Wegesrand, drehe ein Blatt zwischen den Fingern und denke: Wie kann in so einem unscheinbaren grünen Ding bloß so viel Geschichte, so viel Wissen, so viel Leben stecken? Zack, schon ist der Philosoph in mir wieder aktiviert. Und dann fällt mir ein, dass ich all diese kleinen Aha-Momente ja aufgeschrieben habe in inzwischen weit über hundert Blogartikeln. Also habe ich mich hingesetzt und die schönsten, kuriosesten und überraschendsten Wildkräuter-Fakten für dich zusammengetragen. Über Wildpflanzen. Über Bäume und Pilze. Und, weil das eine ohne das andere bei mir nicht geht, auch über mich und meine grüne Passion.
102 sind es geworden. Mindestens. Schnapp dir einen Tee (Wildkräuter, na klar) und lies dich quer durch. Ich wette, mindestens fünf davon lassen dich staunen. Oder was meinst du?

Das Wichtigste in Kürze:
- Viele vermeintliche „Unkräuter“ sind in Wahrheit heimische Superfoods. Die Brennnessel übertrifft Kopfsalat bei Vitaminen und Mineralstoffen deutlich.
- Löwenzahn-Extrakt kann laut einer Freiburger Studie (2021) das Andocken von SARS-CoV-2-Spike-Proteinen an menschliche Zellen blockieren.
- Der „Erlkönig“ heißt eigentlich Elfenkönig und ist ein Übersetzungs-Zufall aus dem Dänischen.
- Rosskastanien ergeben dank ihrer Saponine ein nachhaltiges, natürliches Waschmittel.
- Mein Blog WildKrautBraut ist übrigens aus einer Prüfungsaufgabe zur Kräuterpädagogin entstanden.
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Geschichte, Mythologie & altes Wissen – was Bäume und Kräuter schon erlebt haben
Wildpflanzen tragen ganze Jahrtausende in sich. Götter, Druiden, Teufelspakte, alte Kinderlieder. Fangen wir also da an, wo alles begann.
- Bei den Kelten war die Eiche der heilige Baum der Druiden. Sie nannten sie „Druir“, und genau daraus wurde das Wort „Druide“. (Die Eiche – Naturwissen, Heilkraft und Mythologie)
- Im antiken Griechenland gab es ein dem Gott Zeus gewidmetes Eichen-Orakel zu Dodona. Die Priester lasen den Willen der Götter aus dem Rauschen der Blätter.
- Warum behalten Eichen und junge Buchen ihre welken Blätter über den Winter? Der Volksmund erzählt, eine Eiche habe den Teufel überlistet, damit ein armer Bauer seine Seele behalten durfte.
- Die Druiden schnitten die Mistel mit goldenen Sicheln von Eichen und passten auf, dass keine Beere den Boden berührte, da sonst die Zauberkraft dahin war. (Unter der Mistel – Bedeutung, Mythos & Heilkraft)
- Der Kuss unter dem Mistelzweig stammt vermutlich aus England: eine Beere abgepflückt, einen Kuss bekommen bis der Zweig kahl war.
- In der nordischen Mythologie tötete ausgerechnet ein Pfeil aus Mistelholz den Sommergott Balder.
- Die klebrigen Mistelbeeren dienten früher als „Vogelleim“ zum Fangen von Singvögeln. Daher kommt die Redensart „jemandem auf den Leim gehen“.
- Und ja: Miraculix braute seinen Zaubertrank aus Mistelsaft. Asterix und Obelix lassen grüßen.
- Der Sage nach behandelte schon der Held Achilles seine Wunden mit Schafgarbe. (Die Schafgarbe: Wirkung als Heilpflanze in Tee & Ritualen)
- Ihr mittelalterlicher Name war „Supercilium veneris“, die Augenbraue der Venus. Schau dir mal ihre fein gefiederten Blätter an, dann verstehst du, warum.
- Die Endung „-garbe“ kommt vom althochdeutschen „-garwe“ und heißt schlicht: Gesundmacher.
- „Ringel, Ringel, Reihe … unterm Hollerbusch“ – dieses Kinderlied über den Holunder stammt aus dem 18. Jahrhundert. (Schwarzer Holunder: Heilwirkung & Omas wohltuendes Rezept)
- Der Holunder galt als Eingang zur „Anderswelt“ und als mit der Göttin Holle verbunden. Deshalb hatten viele alte Häuser ihren eigenen Haus-Holunder als Beschützer.
- Das Johanniskraut blüht rund um den Johannistag (24. Juni), daher der Name. Und sein botanisches „perforatum“ (durchlöchert) kommt von den hellen Öldrüsen, die du siehst, wenn du ein Blatt gegen das Licht hältst. (Johanniskraut erkennen, sammeln & nutzen)
- Der Legende nach entstand das Gänseblümchen aus Marias Tränen, die rosa Spitzen aus dem Blut Jesu. Bei den Germanen war es die heilige Blume der Liebesgöttin Freya. (Gänseblümchen – Verwendung, Wirkung & Symbolik)
- Wusstest du, dass Beifuß mal Bier gewürzt hat? Vor dem Hopfen nahm man dafür eine Kräutermischung namens „Grut“. Ein Beifuß-Schutzzauber stammt sogar aus dem „Neun-Kräuter-Zaubergesang“ des 9./10. Jahrhunderts. (Der Beifuß – regionales Superfood für die Verdauung)
- Das bayerische Reinheitsgebot von 1516 schrieb vor: Bier nur aus Wasser, Malz und Hopfen. Hefe? Kannte man damals noch gar nicht. (Hopfen als Superfood – Wirkung & Rezepte)
- Hopfen ist überhaupt erst seit rund 1200 Jahren im Bier. Vorher schmeckte der Gerstensaft ganz anders.
- Goethes „Erlkönig“ ist eigentlich ein Übersetzungs-Zufall: Das dänische „elle“ heißt sowohl „Erle“ als auch „Elfe“. Aus dem Elfenkönig wurde so der Erlkönig. (Die Erle – mystische und überraschend gesunde Rezeptzutat)
- Bei den Germanen war die Linde der heilige Baum der Freya. Als Dorf-, Tanz- und Gerichtslinde wurde sie zum Mittelpunkt des Dorflebens. (Lindenblätter clever nutzen – Aufessen oder Halloween-Deko)
- Das Volkslied „Am Brunnen vor dem Tore“ hieß ursprünglich „Der Lindenbaum“ und wurde 1827 von Franz Schubert vertont. Passend: Die Linde war Heilpflanze des Jahres 2025.
- Die Labkräuter heißen so, weil man mit ihnen früher Milch „gelabt“, also zum Gerinnen gebracht hat. Der englische Cheshire-Käse (heute Cheddar-Käse) wurde traditionell mit Echtem Labkraut hergestellt. Das gab ihm sogar seine gelbe Farbe. (Labkraut-Guide: Waldmeister & Co. unterscheiden, sammeln & nutzen)
- Der Name Scharbockskraut kommt von „Scharbock“ -> Skorbut. Als erstes Vitamin-C-Kraut des Jahres rettete es Menschen nach langen Wintern. Es ist sogar auf dem berühmten Genter Altar verewigt. (Scharbockskraut: giftig oder Superfood?)
- Der Austernseitling wird seit dem Ersten Weltkrieg in Deutschland gezüchtet. Er half, die Lebensmittelversorgung zu sichern. Und die Topinambur kam nach Kolumbus als Neophyt zu uns und galt als Retter in Hungersnöten. (Austernseitling erkennen – der Winterpilz ; Topinambur – gesunde einfache Rezepte)
- Ein Neophyt ist eine Pflanze, die erst nach 1492 durch den Menschen zu uns gelangt ist.
Zahlen, die dich staunen lassen
Ich liebe ja diese kleinen Wildpflanzen-Wissen-Häppchen. Die machen aus „ist halt eine Pflanze“ ganz schnell ein „Wie bitte????“.
- Eichen können 1000 Jahre alt werden, und weltweit gibt es bis zu 500 Eichen-Arten. (Die Eiche – Naturwissen, Heilkraft und Mythologie)
- Eicheln waren lange ein Grundnahrungsmittel mit 50 bis 60 % Kohlenhydraten. Man muss sie nur 3- bis 6-mal in klarem Wasser ziehen und spülen, um die bitteren Gerbstoffe „herauszuwaschen“.
- Dass Eichen und Buchen ihr welkes Laub über Winter behalten, hat sogar einen Fachnamen: Marzeszenz.
- Die Brennnessel wird bis zu 150 cm hoch, ist zweihäusig (es gibt Männlein und Weiblein) und wird vom Wind bestäubt. (Die Brennnessel – Heilpflanze, Nährstoffbombe & Küchentalent)
- Ihre Brennhaare sind gefüllt mit einem Cocktail aus Ameisensäure, Histamin und Acetylcholin. Kein Wunder, dass das brennt.
- In Mineralstoffen und Vitaminen übertrifft die Brennnessel den Kopfsalat um Längen. „Unkraut“? Von wegen!
- Ein Experiment zeigt: Unter erhöhtem CO₂-Gehalt entwickelte der Löwenzahn 83 % mehr Blüten und 32 % mehr Samen mit besserer Keimrate. Er profitiert also vom Klimawandel. (Löwenzahn im Garten bekämpfen? Einfach aufessen!)
- Löwenzahn hat im Vergleich zum Kopfsalat das 5-fache an Eiweiß und das 8-fache an Vitamin C.
- In Europa gibt es 40 bis 50 Birken-Arten, und getrocknete Birkenblätter enthalten Salicylate mit aspirinähnlicher Wirkung. (Die Birke: Heilpflanze, Pionierbaum & überraschend vielseitig)
- Birkenholz ist so leicht und elastisch, dass es früher im Propeller- und Flügelbau von Flugzeugen verwendet wurde.
- Das stärkste Bier der Welt, ein Eisbockbier, hat bis zu 75 % Alkohol, gewonnen durch mehrfaches Einfrieren und Abschöpfen des Wassers. (Hopfen als Superfood – Wirkung & Rezepte)
- Die Mistel ist ein Halbschmarotzer mit Anstand: Sie zieht nur Wasser und Nährstoffe aus dem Wirtsbaum, betreibt ihre Photosynthese aber selbst. (Unter der Mistel – Bedeutung, Mythos & Heilkraft)
- „Den“ Ahorn gibt es gar nicht: Weltweit existieren zwischen 100 und 200 Ahorn-Arten. (Der Ahornbaum – ein Multitalent für Küche, Natur & Kreativität)
- An einer einzigen Blütenkerze der Rosskastanie sitzen über 120 Einzelblüten. Ihr gelbes „Saftmal“ wechselt nach der Bestäubung zu Pink, ein Ampelsignal an die Insekten: „Hier gibt’s keinen Nektar mehr.“ (Rosskastanie als Waschmittel & natürliches Heilmittel)
- Eine einzige Vogelmiere kann bis zu 15.000 Samen bilden. Und ihre Blüten öffnen sich bei trockenem Wetter gegen neun Uhr morgens. Eine kleine Blumenuhr am Wegesrand. (Vogelmiere – Superfood, Wildkraut & kleine Schlafmütze)
- Im kargen Winter liefert die Vogelmiere siebenmal so viel Eisen wie Kopfsalat. Siebenmal so viel!!!
- „Die“ Brombeere gibt es nicht. Der Begriff umfasst über 100 kaum unterscheidbare Unterarten. Eine einzige Frucht ist eine Sammelsteinfrucht aus bis zu 150 Einzelfrüchtchen. (Die Brombeere neu entdecken – überraschend essbar!)
- In Mitteleuropa wachsen über 20 verschiedene Labkraut-Arten, alle mit vierkantigem Stängel und Blättern, die wie ein Kragen um den Stängel stehen. (Labkraut-Guide: Waldmeister & Co. unterscheiden, sammeln & nutzen)
- Die Hasel ist einhäusig und damit sie sich nicht selbst befruchtet, blühen erst die weiblichen, dann die männlichen Blüten. Ihr Spitzname: „Trüffelbaum“. (Haselkätzchen sammeln & nutzen – Wildpflanzenwissen zur Hasel)
- Moos kann das 20-fache seines Eigengewichts an Wasser aufnehmen, übersteht bis zu 110 °C und hat gar keine Wurzeln, sondern Haftorgane. Ein echter Überlebenskünstler. (Moos im Rasen nutzen – Vorteile für Natur, Klima & Gesundheit)
Erfolgsgeschichten: Vom „Unkraut“ zum Superfood
Das sind meine Lieblinge. Die kleinen Pflanzen, die jahrelang verteufelt wurden und sich am Ende als wahre Schätze entpuppen. Die mir wertvollsten davon versammle ich in meiner Hall of Fame der Superfoods.
- Giersch: Der Schrecken jedes Gärtners (bleibt ein Wurzelstück, treibt er wieder aus) ist ein echtes Superfood. Merkregel: „Drei, drei, drei – bist beim Giersch dabei.“ (Giersch erkennen und nutzen – vom Unkraut zum Superfood)
- Eine Studie der Uni Freiburg (2021) zeigte: Löwenzahn kann das Andocken von SARS-CoV-2-Spike-Proteinen an menschliche Zellen blockieren. Ein stinknormales „Unkraut“?! Weit gefehlt! (Löwenzahn im Garten bekämpfen? Einfach aufessen!)
- Der Löwenzahn passt sich sogar dem Rasenmäher an und wächst dann einfach flacher. Cleveres Kerlchen.
- Die Mistel spielt in der Phytotherapie eine große Rolle in der Krebstherapie, weil sie immunmodulierend wirkt und Zellwachstum hemmt. (Unter der Mistel – Bedeutung, Mythos & Heilkraft)
- Die antidepressive Wirkung von Johanniskraut ist wissenschaftlich gut belegt. Aber Achtung: Es kann die Wirkung von Medikamenten wie der Antibabypille und die UV-Empfindlichkeit der der Haut erhöhen. (Johanniskraut erkennen, sammeln & nutzen)
- Die Brennnessel senkt den Blutzucker, hemmt Entzündungen und lindert Prostatabeschwerden. Für ein „lästiges Unkraut“ ganz schön viel Programm. (Die Brennnessel – Heilpflanze, Nährstoffbombe & Küchentalent)
- Hopfen enthält Phytoöstrogene und kann Frauen in den Wechseljahren bei Hitzewallungen und Schlafproblemen unterstützen. (Hopfen als Superfood – Wirkung & Rezepte)
- Auch Rotklee steckt voller Isoflavone. Studien zeigen, dass sie Hitzewallungen in den Wechseljahren reduzieren können. (Rotklee für die Wechseljahre – Phytohormone als Alternative?)
- Die Schafgarbe gilt als „Frauenkraut“, wirkt aber geschlechtsunabhängig entkrampfend und verdauungsfördernd. (Die Schafgarbe: Wirkung als Heilpflanze in Tee & Ritualen)
- Der Essigbaum gilt bei uns als giftiger Neophyt, dabei sind seine Früchte wahre Vitamin-C-Bomben. (Essigbaum (Hirschkolben-Sumach): giftig oder Superfood?)
- Torfmoose sind enorme CO₂-Speicher: In Hochmooren binden sie riesige Mengen Kohlenstoff. Wird das Moor trockengelegt, wird er wieder freigesetzt. (Moos im Rasen nutzen – Vorteile für Natur, Klima & Gesundheit)
- Lebermoose werden wegen ihrer Wirkung gegen den Hefepilz Candida albicans erforscht, Hornmoose sogar gegen Bakterien wie E. coli. Moos als Apotheke. Wer hätte das gedacht?
- Die Topinambur wurde einst von der Kartoffel verdrängt. Heute ist sie dank Inulin eine gefeierte, diabetikerfreundliche Alternative. (Topinambur – gesunde einfache Rezepte)
- Der Austernseitling heißt „Kalbfleischpilz“ und ist ein beliebter Fleischersatz. Sein Eiweiß ist besonders hochwertig. (Austernseitling erkennen – der Winterpilz)
- Die Vogelmiere gilt Gärtnern als Unkraut, ist aber ein wertvoller Bodendecker, der die Erde vor Austrocknung und Erosion schützt. (Vogelmiere – Superfood, Wildkraut & kleine Schlafmütze)
- Und weil Ehrlichkeit dazugehört: Wildpflanzen sind keine Allheilmittel. Sie wirken unterstützend. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. (Wildpflanzen Wirkung – kein Allheilmittel)
Wie nutze ich Wildkräuter in der Küche?
Jetzt wird’s praktisch. Denn all das Wissen nützt ja nichts, wenn es nicht irgendwann auf dem Teller landet. Noch mehr Ideen findest du in meinem Überblick zu den 101 Verwendungsmöglichkeiten für Wildpflanzen.
- Die Brennnessel brennt nicht, wenn du Blätter und Stängel beherzt und fest anfasst. Denn dann brechen die Brennhaare einfach ab. Trau dich. (Die Brennnessel – Heilpflanze, Nährstoffbombe & Küchentalent)
- Brennnesselsamen sind echte Proteinbomben, getrocknet ein tolles Topping übers Müsli.
- Giersch riecht beim Zerreiben nach Petersilie oder Möhre. Kein Zufall, denn er ist mit beiden verwandt. (Giersch erkennen und nutzen – vom Unkraut zum Superfood)
- Aus den langen Stielen des Löwenzahns kannst du „Salzstangen“ backen: mit Öl und Salz bei 125 °C. Schmeckt so gut wie Grünkohlchips. (Löwenzahn im Garten bekämpfen? Einfach aufessen!)
- Getrocknete, geröstete Löwenzahnwurzeln waren früher als „Blümchen-Kaffee“ ein Kaffee-Ersatz.
- Der Name „Oxymel“ kommt von „oxos“ (Essig) und „meli“ (Honig). Gemischt im Verhältnis 3 Teile Honig zu 1 Teil Essig und einem Teil Johanniskraut kannst du dir flüssigen Sonnenschein im Glas herstellen. (Johanniskraut erkennen, sammeln & nutzen)
- Holunderblüten duften von Mai bis Juni intensiv süßlich, fast wie Ananas. (Schwarzer Holunder: Heilwirkung & Omas wohltuendes Rezept)
- Achtung: Rohe Holunderbeeren enthalten Sabunigrin, ein cyanogenes Glycosid, das im Körper geringe Mengen Blausäure abspalten kann. Hitze zerstört diese Giftstoffe. Daher müssen sie immer erhitzt oder entsaftet werden. Erst dann werden sie zum Heilmittel.
- „Hopfenspargel„: Die ersten 15 cm der jungen Hopfentriebe lassen sich ab April wie Spargel zubereiten. Viel zu wenig bekannt! (Hopfen als Superfood – Wirkung & Rezepte)
- Beifuß ist das klassische Gewürz für die Weihnachtsgans. Seine Bitterstoffe regen die Fettverdauung an. Meine Oma wusste das schon. (Der Beifuß – regionales Superfood für die Verdauung)
- Birkenblätter kann man als milden Salzersatz oder fein gehackt im Kräutersalz verwenden. (Die Birke: Heilpflanze, Pionierbaum & überraschend vielseitig)
- Kleiner Zaubertrick für kleine Naturforscher: Getrocknete Gänseblümchen öffnen sich im heißen Teewasser wieder wie von Zauberhand und wirken gegen Husten. (Gänseblümchen – Verwendung, Wirkung & Symbolik)
- Waldmeister riecht frisch nach fast nichts. Erst beim Welken kann man sein Aroma (das durch den Inhaltsstoff Cummin freigesetzt wird) riechen. Und der echte Sirup? Ist klar. Der quietschgrüne aus dem Handel ist künstlich gefärbt. (Labkraut-Guide: Waldmeister & Co. unterscheiden, sammeln & nutzen)
- Die getrockneten Früchte des Kletten-Labkrauts ergeben geröstet einen koffeinfreien Kaffee-Ersatz. Die Pflanze ist tatsächlich mit dem Kaffeestrauch verwandt.
- Die große Überraschung: Junge Brombeer-Knospen und Triebspitzen schmecken nach Kokosnuss. Der Piña Colada am Wegesrand! (Die Brombeere neu entdecken – überraschend essbar!)
- Fermentierte Brombeerblätter sind ein beliebter koffeinfreier Schwarztee-Ersatz und, weil die Brombeere immergrün ist, ganzjährig verfügbar.
- Die männlichen Haselkätzchen liefern proteinreichen Blütenstaub, den man von Februar bis April sammeln, snacken oder kandieren kann. (Haselkätzchen sammeln & nutzen – Wildpflanzenwissen zur Hasel)
- Essigbaum-Limonade selber machen: rote Fruchtstände 24 Stunden in kaltem Wasser ziehen lassen. Fertig ist die rosa „Indian Lemonade“. (Essigbaum (Hirschkolben-Sumach): giftig oder Superfood?)
- Nicht nur Ahornsirup: Auch die Samen und Keimlinge aus den Ahorn-„Nasen“ sind roh essbar und schmecken nussig. (Der Ahornbaum – ein Multitalent für Küche, Natur & Kreativität)
- Nicht nur die Lindenblüte für Tee, auch die zarten Lindenblätter sind essbar, zum Beispiel als gefüllte Lindenblätter-Rollen wie Weinblätter. (Lindenblätter clever nutzen – Aufessen oder Halloween-Deko)
- Rosskastanien sind zwar nicht essbar, aber ihre Saponine ergeben ein nachhaltiges, hautfreundliches Waschmittel. Wer hat’s erfunden? Die Natur! (Rosskastanie als Waschmittel & natürliches Heilmittel)
- Dieses „pelzige“ Gefühl im Mund beim Rotwein? Das sind Gerbstoffe, dieselben, die auch in Erle, Eiche und Rosskastanie stecken. (Die Erle – mystische und überraschend gesunde Rezeptzutat)
Und jetzt zu mir – Fun Facts über mich und meine grüne Passion
Genug über die Pflanzen. Jetzt gewähre ich dir noch ein paar ungewohnt persönliche Einblicke. Wenn du mehr über meinen Weg wissen willst, findest du mehr auf meiner Seite Über mich. Denn ohne meine Geschichte gäbe es diesen Blog gar nicht.
- Als Kind bin ich einmal kopfüber in ein Brennnesselfeld gefallen – tagelang brannte alles. Heute ist die Brennnessel fester Bestandteil meiner Wildkräuterküche. So ändern sich die Zeiten.
- Und weil ich das Kraut irgendwann durchschaut hatte: Auf dem Schulhof hielt ich mir Rüpel mit einer Brennnessel wie mit einem Schwert vom Leib. 😉
- Mit meinen Schwiegereltern habe ich ein echtes Giersch-Abkommen: Ich zupfe ihn in ihrem Schrebergarten, dafür lassen sie ihn für mich stehen. Win-win.
- In meiner Ausbildung sollte ich die Samen eines einzigen Löwenzahns zählen. Ich habe lange nicht mehr so flach geatmet. Bei jedem Windhauch flogen die Schirmchen davon. Erfolgreiches Durchzähl-Ergebnis: 261 Samen.
- Nach mehreren Corona-Erkrankungen habe ich mir eine Tinktur aus Löwenzahnwurzeln angesetzt. Seitdem? Kein Corona mehr. Na, wenn das kein gutes Zeichen ist.
- Meine Holunderliebe begann auf dem Gutshof meiner Großeltern. Omas wärmende Holundersuppe bekamen wir Kinder bei jeder Erkältung. Sie fühlte ich fast wie eine Umarmung in Schüsselform an.
- Vor meinem Kräuterkurs habe ich den grauen Winter gefürchtet. Seit ich weiß, dass die Pflanzen im Winter nicht tot sind, sondern nur schlafen, ist mein Winter-Blues verschwunden.
- Meine Prüfung zur Kräuterpädagogin habe ich unter anderem mit einem Hopfen-Gelee bestanden. Prüfer wie Prüflinge waren begeistert. Und mein Hopfen-Oxymel hilft mir bis heute beim Durchschlafen.
- An alten Bäumen tanke ich Kraft. Ich lehne mich an sie, horche in sie hinein und spüre, wie Ruhe in mich fließt. Mein Kraftort hat keine Koordinaten, er hat Jahresringe.
- Als Kind war ich mehrfach Wellensittich-Mama. Mein Jacky, ein olivgrüner, ließ sich kraulen und fing sogar an zu sprechen. Was uns alle verband? Die Liebe zur Vogelmiere, die ich für ihn sammeln durfte.
- Mich haben die Wechseljahre schon mit 41 erwischt, ziemlich unvorbereitet. Zum Glück wusste ich da schon, dass Kräuter wie Rotklee mir helfen können.
- Auf meinem Balkon wächst mein eigener kleiner Wildkräutergarten mit Knoblauchsrauke, Giersch und Vogelmiere in trauter Dreisamkeit.
- Meine Mutter nannte mich „Adlerauge“, denn ich entdecke Pilze sogar im Vorbeifahren. So habe ich auch an „meiner“ alten Buche zum ersten Mal Austernseitlinge gefunden, mitten im Februar.
- Ich bin ein Kind von Dauerzeltlern und verbrachte meine ersten elf Jahre auf einem Zeltplatz. Heute ziehe ich jeden Herbst mit Grabegabel und Körbchen los und ernte wilde Topinambur bei Potsdam und Ludwigsfelde.
- Ich habe für mein Herbarium tatsächlich die Blüten an einer Rosskastanien-Kerze nachgezählt: 122 Stück. Und bei jeder Ernte setze ich mir eine Kastanien-Tinktur an, die schmeckt scheußlich, hilft aber zuverlässig.
- Fun Fact über meine Passion: Mein Blog ist eigentlich aus einer Prüfungsaufgabe entstanden. Für die Ausbildung sollte ich 60 Wildpflanzen sammeln und zu 30 eine Extra-Seite Wissenswertes auswarbeiten. Am Ende hatte ich 101 Pflanzen katalogisiert und 31 Herbariumsartikel geschrieben. Einfach Aufhören bei Erreichen des Muss, war einfach keine Option.
- Am 7. Juli 2025 gingen meine ersten fünf Artikel online (Erle, Ahorn, Linde, Beifuß, Rosskastanie). Anfang 2026 waren es 15, wenige Monate später schon 103.
- Meine höchste Schrittzahl in einem Monat? 190.437. Wildkräuter findet man eben nicht auf dem Sofa.
- Und der vielleicht überraschendste Fakt: Ich bin eigentlich ausgebildete Juristin mit Erstem Staatsexamen. Heute rede ich viel lieber über Brennnesseln als über Paragraphen und habe nach der Kräuterpädagogik noch zwei Pilzausbildungen draufgesetzt. In meiner „Hall of Fame der Superfoods“ sammle ich seitdem meine liebsten wilden Schätze, gebe das alte Wissen von Oma und Opa weiter und teile neue Erkenntnisse und kulinarische Entdeckungen.
Puh. 102 Fakten. Und weißt du was? Das ist noch längst nicht alles. In meinen Ordnern und Artikeln schlummern noch viele mehr. Aber für heute soll es erstmal genug sein.
Was mich jetzt aber wirklich interessiert: Welcher dieser Fun Facts hat dich am meisten überrascht? Bist du auch mal in eine Brennnessel gefallen, hast du als Kind Löwenzahnschirmchen gepustet, oder wächst bei dir im Garten ein „Unkraut“, das in Wahrheit ein Superfood ist? Schreib es mir gern in die Kommentare. Ich freue mich über jede kleine Geschichte.
Und beim nächsten Spaziergang? Schau doch mal genauer hin. Der Wegesrand hat immer etwas zu erzählen. So viele essbare Wildpflanzen, an denen wir jeden Tag einfach vorbeilaufen.
Grüne Grüße
Inga
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Das Beitragsbild ist von mir selbst aufgenommen und bei shutterstock.

