Let’s blog wild! 19 ehrliche Wildkräuter-Blog-Tipps, die dir sonst keiner sagt

Draußen wird es langsam kühl, die ersten Blätter färben sich gelb, und ich sitze mit einer Tasse Wildkräutertee an meinem Arbeitsplatz und schaue zurück. Auf gut ein Jahr Wildkräuter-Bloggen. Auf über 110 Artikel. Und auf die fünf Klicks pro Monat, über die ich mich am Anfang gefreut habe wie ein Schneekönig, heute sind es zehn bis dreißig. Am Tag. Social Media noch gar nicht mitgezählt. Und weißt du, was das Verrückteste daran ist? Angefangen hat das alles nicht mit einem großen Plan, sondern mit einem Herbarium, das ich für meine Kräuterpädagogen-Ausbildung erstellen sollte und dem ziemlich naiven Gedanken: Das schaffe ich schon alles allein. Spoiler: Man schafft es allein. Aber man lässt dabei ordentlich Federn.

Vielleicht träumst du selbst davon, über Wildkräuter zu bloggen. Oder du liest hier schon eine Weile mit und hast dich immer gefragt, wie das eigentlich läuft, hinter den Kulissen. So oder so nehme ich dich heute mit und erzähle dir das, was in den ganzen glatten „So startest du deinen Blog“-Ratgebern gern unter den Tisch fällt: dass es mühsam ist, dass man vieles zweimal (und dreimal) macht, und dass genau das am Ende das Schöne, da am lehrreichsten, ist.


Inga von WildKrautBraut

Das Wichtigste in Kürze

  • Fang an, bevor du dich bereit fühlst. Ein Blog ist nie „fertig“, er wächst und du wächst mit ihm.
  • Wildkräuter sind ein heikles Thema. Als Wildkräuter-Blogger:in trägst du Verantwortung für das, was nach deinen Texten im Korb landet. Verwechslung und Vergiftung sind real. Sauber recherchieren und unmissverständlich schreiben ist keine Kür, sondern Pflicht.
  • Nimm die Kennerbrille ab. Was für dich selbstverständlich ist, ist für Einsteiger Gold wert.
  • Geduld und Hartnäckigkeit brauchst du mehr als jeden fancy Trick. Sichtbarkeit kommt langsam, aber sie kommt.
  • Community ist das A und O. Der Versuch, alles allein zu stemmen, war mein teuerster Anfängerfehler.
  • Denk in Saisonen und trenn Rezept- von Wissensartikeln. Das hilft deinen Leser:innen und Google gleichermaßen.
  • Dein größter Vorsprung bist du selbst. Deine Geschichten kann niemand kopieren. Finde deinen eigenen Stil.

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Inga von WildKrautBraut, wie sie am Schreibtisch an einem ihrer Blogartikel arbeitet

Fang an, bevor du dich bereit fühlst

Als ich im September 2024 meine Ausbildung zur Kräuterpädagogin begonnen habe, sollte ich ein Herbarium mit 60 Pflanzen und 30 Porträts erstellen. Am Ende wurden es über 100 Pflanzen und 31 Ausarbeitungen, weil ich beim Schreiben gemerkt habe, wie sehr mir das Recherchieren und Formulieren Spaß macht. Da war er, der erste kleine Same. Und dann kam der Wunsch, dieses Wissen nicht nur meinen Herbariums-Leser:innen zugänglich zu machen (mal davon abgesehen, dass es jetzt in meinem Bücherregal verstaubt), sondern dem großen weiten Netz da draußen. Also habe ich mir Anfang 2025 einen Selbstlernkurs für Website und Online-Business gekauft und mitten in der Prüfungsvorbereitung angefangen, Website und Blog zu bauen. Am Prüfungstag zur Kräuterpädagogin standen meine Website und fünf Blogartikel online. Ich war so stolz.

War alles perfekt? Nein. Wusste ich, was ich tat? Auch nicht so ganz. Aber ich hatte angefangen.

Merke: Der beste Moment zum Loslegen ist nicht der, an dem du dich sicher fühlst. Den gibt es nämlich nie. Der beste Moment ist jetzt, mit dem, was du gerade hast.

Verlass dich nicht blind auf einen einzigen Kurs

Zum Start habe ich mir einen Selbstlernkurs fürs Website-Bauen gekauft und ihn für das Nonplusultra gehalten. Ich werde das Bloggen schon lernen. Aber schnell stellte ich fest: So non plus ultra war er nicht, nicht alles darin war optimal. Ich hatte angefangen, jeden einzelnen Artikel in einem Pagebuilder aufzubauen. Das war sehr zeitaufwändig und kraftraubend. Erst ein zweiter Kurs hat mir gezeigt, dass vieles einfacher geht. Nimm Kurse als Wegweiser, nicht als heilige Schrift. Und trau dich, Dinge zu hinterfragen oder auch anders zu machen. Aus dieser Erfahrung mein weiterer Tipp an dich:

Schreib im WordPress-Editor statt im Page Builder

Ganz praktisch und eigentlich so einfach, aber ein echter Gamechanger für meine Nerven: Anfangs habe ich jeden Beitrag mühsam Schritt für Schritt im Page Builder aufgebaut und jedes Mal von vorne angefangen, bzw. musste ich jeden Baustein einzeln anfassen. Bis ich lernte, dass es im normalen WordPress-Editor viel schneller und leichter geht. Ich kann einfach herunter schreiben und fertig ist die Laube. Diese eine Umstellung hat mir wahnsinnig viel Zeit gespart.

Nimm die Verantwortung ernst – gerade bei Wildkräutern und Pilzen

Hier wird es kurz ernst, und das darf es auch. Es gibt wunderbare essbare Wildpflanzen, aber eben auch giftige, bei Kräutern wie bei Pilzen. Deshalb sichere dich auf Social Media ab, dass die Menschen niemals nur nach einem hübsch gemachten Reel auf Instagram bestimmen sollten, sondern mache klar, dass zur Bestimmung wenigestens noch ein Bestimmungsbuch hinzugezogen werden sollte.

Wie schnell das schiefgeht, habe ich neulich bei einer Freundin gesehen: sehr bewandert, viele Kurse, viele Kräuterwanderungen, folgt auf Insta vielen Kräuterkundigen und trotzdem schickte sie mir ganz freudig das Foto einer angeblichen Walderdbeere. Mir fiel sofort auf: Die Kelchblätter stimmten nicht. Ich bat sie, auf die Blütenfarbe zu schauen (die sie nicht mehr finden konnte, weil alle abgeblüht waren) und siehe da, die „Erdbeere“ schmeckte nach fast nichts. Ein Doppelgänger, der in zu großen Mengen abführend wirken kann. Sie hat ca. 40 STück davon gegessen, trotz aller Erfahrung.

Und weil ich ehrlich bin: Auch ich als „Kennerin“ unterschätze manchmal, wie genau man hinschauen muss und habe mich schon vergriffen. Deshalb meine eiserne Regel: Sei zu 100 % sicher, bevor du etwas isst. Ich nehme die Kräuter unterwegs zwar mit, aber zu Hause kommt noch einmal das Bestimmungsbuch auf den Tisch, und ich gehe die Merkmale Punkt für Punkt durch, selbst bei meinen Hauptkräutern.

In meinen Artikeln zeige ich die Bestimmungsmerkmale deshalb so klar und unmissverständlich, dass niemand Gefahr läuft, das Falsche zu sammeln. So geschehen z.B. mit der 3×3-Regel zum Giersch. Denn wie unsicher man selbst werden kann, habe ich auch bei den Pilzen erlebt – die ganze Geschichte steht in Pilze bestimmen.

Merke: Als Wildkräuter-Blogger:in trägst du Verantwortung für das, was deine Leser:innen nach deinen Texten in den Korb legen und auf den Teller bringen. Nimm sie ernst, ohne Angst zu schüren.

Investiere in gute Bestimmungsbücher und kenne ihre Stärken

Meine zwei treuen Begleiter: „Was blüht denn da?“ aus dem Kosmos-Verlag – handlich, ideal für die Wanderung, bestimmt aber über die Blüte (blöd, wenn die Pflanze gerade nicht blüht). Und die „Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen“, die ich mir in der Ausbildung gegönnt habe: Sie bestimmt nach Blattform (damit tue ich mich ehrlich schwerer), dafür finde ich dort Inhaltsstoffe, Grundrezepte und viele Unterarten mit Fotos. Dinge, die im Kosmos fehlen. Weil ich mich auf die Kulinarik spezialisiert habe, liebe ich sie inzwischen. Meine ganze Bücher-Beichte steht in Schatz oder Fehlkauf.

Nutz Bestimmungs-Apps nur mit Vorwissen

Wenn die Blüte fehlt und ich eine Pflanze gar nicht einordnen kann, hilft mir Google Lens weiter. ABER, und das ist wichtig, meistens habe ich schon eine Ahnung, in welche Richtung es geht, und lasse es mir nur bestätigen. Eine App ganz ohne Vorwissen zu benutzen, ist bei Wildpflanzen riskant. Werkzeug ja, blinder Verlass nein.

Nimm die Kennerbrille ab

Das ist einer meiner liebsten Aha-Momente. Ich habe nämlich viel zu oft die Kennerbrille auf. Dinge, die für mich völlig selbstverständlich sind, wie ein Bestimmungsmerkmal, ein Handgriff beim Sammeln, eine Verwechslungsgefahr, sind für Anfänger und Kräuterinteressierte überhaupt nicht geläufig. Und da hilft mir tatsächlich die KI. Nicht, indem sie für mich schreibt, sondern indem sie der Anfänger ist: Sie weist mich darauf hin, was für Einsteiger noch relevant sein könnte, welche Frage ich im Artikel noch beantworten sollte, welcher Bestimmungs-Tipp mir so selbstverständlich ist, dass ich ihn glatt vergessen hätte aufzuschreiben.

Merke: Dein Fachwissen ist dein Schatz, aber nur, wenn du ihn so teilst, dass auch jemand ihn versteht, der gerade erst anfängt. Frag dich (oder die KI) bei jedem Artikel: Was ist hier für mich selbstverständlich, für andere aber nicht?

Denk in Saisons

Wildkräuter richten sich nicht nach deinem Redaktionsplan, sondern nach dem Jahr. Also behalte ich im Blick, was bald wächst und welche Themen, Rezepte und Anleitungen in der nächsten Saison ihren Auftritt haben. Bisher schreibe ich meine Wissensartikel zu einzelnen Kräutern immer passend zur Saison, bündle einzelne Themenfelder, wie etwa Frauen- oder Männergesundheit, und plane für die nächsten Jahre auch Saison-Übersichten: Was hat gerade Erntezeit? Oder kann ich Vogelmiere, Labkraut, Löwenzahn und Co. das ganze Jahr über sammeln? Der schöne Nebeneffekt: Als Ende 2024 aufgrund der Kälte im Winter kaum noch etwas wuchs, das ich fürs Herbarium sammeln konnte, hatte ich dafür umso mehr Zeit zum Schreiben. Aber auch da ruhen die Pflanzen nur. Selbst Knospen und weiche Hagebutten sind in dieser Jahreszeit der Hit. Trotzdem ist die stille Jahreszeit für mich besonders intensive Schreibzeit. Ich hatte das Gefühl, dass im Winter nichts zu finden sei. Wenn du dich aber auch Knospen spezialisiert hast, dann geh auch im Winter raus und nutze nur die ungemütlichen Tage zum Schreiben. Ab Frühling gibt es genügend Zeit auf Kräuterwanderungen in der Natur.

Finde deinen eigenen Blogstil

Ich habe anfangs oft gelesen und gehört, dass man sich einen Redaktionsplan für mindestens 3 Monate im Voraus erstellen sollte. Ich gebe zu: Ich hab’s versucht, aber Anfang des Jahres habe ich meinen Redaktionsplan, den ich für 2026 aufgestellt hatte, komplett über den Haufen geworfen. Am Anfang war er mir ein gutes Gerüst, um dranzubleiben. Aber inzwischen blogge ich lieber dynamisch. Ich finde ein Thema auf anderen Blogs, bei einer Blogparade, in einem Pin auf Pinterest oder Instagram oder einfach im Austausch mit anderen Kräuterverrückten – und dann schreibe ich einfach los, was mir dazu in den Kopf kommt.

Das fällt mir leichter, als starr an einem Plan festzuhalten. Ja, das macht meinen Content ein Stück weit unberechenbar. Aber es hält mich im Fluss. Und im Fluss zu bleiben ist beim Bloggen mehr wert als jeder perfekt ausgefüllte Kalender.

Rezeptkarten als Grafiken sind schön, aber Google kann sie nicht auslesen

Nachdem ich nun meinen Fehler mit den Wissens- und Rezept-/Anleitungsartikel bereinigt hatte, musste ich trotzdem nochmal ran. Das hatte ich bei der ersten Bearbeitung schon geahnt, war aber in dem Moment zu faul, da ich 37 Rezept-Artikel vor der Brust hatte. Insbesondere meinen Weihnachtssaison-Artikel Tanne, Fichte, Kiefer &Douglasie, in den ich allein 9 Rezeptartikel verbaut hatte. Ich habe dafür wunderschöne Rezeptkarten-Grafiken erstellt und darauf die Zutaten und die Anleitung für die Zubereitung geschrieben, aber eben nur als Foto hochgeladen. Google kann die Schrift auf Fotos nicht auslesen. Daher muss ich jetzt jeden einzelnen meiner rund 40 Rezept- und Anleitungsartikel nochmal einzeln anfassen, Zutaten- bzw. Materiallisten, sowie Anleitungen hineinschreiben. Kein Unterfangen, das man schnell mal in einem Rutsch durcharbeitet. Es kostet mich zusammen mit anderen Optimierungen inzwischen mehrere Wochen. Aber wie heißt es so schön: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Rechne damit, deine Artikel mehrmals anzufassen

Was der vorherige Punkt gut zeigt, besagt die jetzige Überschrift. Das hätte ich damals wirklich gern schon gewusst. SEO und GEO, also für Google und für die ganzen KIs wie ChatGPT auffindbar zu sein, habe ich erst im Frühjahr 2026 richtig begriffen. Und dann saß ich da mit 35 bereits Artikeln, die vollgepackt waren mit Wissen und Rezepten in einem, und habe angefangen, sie in saubere Wissens- und Rezeptartikel aufzudröseln. Von einem Monat auf den anderen waren plötzlich 37 Artikel mehr im Blog. Und selbst dann war noch nicht alles rund. Im August und September habe ich viele nochmal angefasst und optimiert, weil ich Rezepte nur auf einer Rezeptgrafik, aber nicht als auslesbaren Text veröffentlicht hatte. Ich vermute, sogar, dass das nicht das letzte Mal sein wird, dass ich Artikel anfasse und ummodle. Wie du an meiner neuen Einstellung in den Artikeln sehen kannst, haben alle ein Veröffentlichungsdatum und auch viele davon ein Aktualisierungsdatum, das noch gar nicht so lange her ist.

Mühselig? Und wie. Aber ich sag dir ehrlich: Ich glaube nicht, dass ich es von Anfang an richtig gemacht hätte, selbst mit dem Wissen von heute. Erst durch dieses mehrmalige Anfassen habe ich überhaupt begriffen, was es braucht, um einen gut sortierten, auffindbaren Blog zu bauen. Insbesondere, wie man einen Blogartikel optimal aufbaut.

Merke: Ein Blog ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein Garten. Du säst, du jätest, du setzt um. Dass du Artikel später überarbeitest, ist kein Zeichen, dass du es falsch gemacht hast. Es ist ein Zeichen, dass du gelernt hast und gewachsen bist.

Bring Geduld und Hartnäckigkeit mit

Fünf Klicks im Monat. So habe ich angefangen. Und ich habe mich riesig darüber gefreut, ehrlich. Heute, gut ein Jahr später, sind es zehn bis dreißig am Tag und ich merke seit Mitte August, wie ich für die Suchmaschinen dieser Welt Stück für Stück sichtbarer werden. Über ein Jahr. So lange hat das gedauert. Kein Über-Nacht-Wunder, keine Rakete, die nach zwei Wochen abhebt. Sondern ein Fluss, der sich langsam sein Bett gräbt. Wenn du also nach drei Monaten frustriert bist, weil sich kaum jemand zu deinen Texten verirrt, kann ich das durchaus verstehen. Aber das ist völlig normal. Bleib dran. Die Wurzeln, die du jetzt schlägst, siehst du noch nicht. Aber sie halten.

Geduld brauchst du auch für den vorhergehenden Punkt. Ja, es sind viele Artikel, und ja, es kostet Nerven und Zeit. Aber, wenn ich dir eines sagen kann, dann ist es, dass es die Mühe auf jeden Fall lohnt. Ich habe die vorgenannten Beschreibungen seit einigen Wochen bearbeitet und angepasst und mit einer Woche Verzögerung steigen gerade spür und sichtbar meine Klickzahlen. Dass das so schnell geht, hätte ich tatsächlich auch nicht geglaubt, wenn ich es nicht selbst erleben würde.

Verkünde nur, was schon steht

Das habe ich auf die harte Tour gelernt. Früher hatte ich den Anspruch, im Newsletter schon anzukündigen, was als Nächstes kommt. Und dann? Machte mal ein Partner einen Rückzieher, mal wurde eine Frist nicht eingehalten, und ich musste zurückrudern. Nicht schön. Und wirkte etwas unprofessionell. Also kündige ich heute gar nichts konkretes mehr an. Ich informiere meine Newsletter-Abonnenten und Community immer nur über das, was bereits geschehen und wirklich umgesetzt ist. Dann dauert es eben bis zum nächsten Newsletter

Merke: Versprich deiner Community nur, was schon in trockenen Tüchern ist. Das erspart dir Rückzieher und dir selbst den Druck.

Mach dir die KI zum Sparringspartner (und zum Wissenswiki)

Mein Kopf ist oft voller Ideen. Und manchmal bekomme ich sie selbst nicht sortiert. Oder es gibt so viele Inspirationen auf einmal, dass ich erstmal ordnen muss, welcher ich zuerst Raum geben will. Genau da ist die KI inzwischen mein Sparringspartner. Ich werfe ihr meine ungeordneten Gedanken hin, sie speichert sie für mich ab und erinnert mich gelegentlich daran. Mein ganz persönliches Wissenswiki, in das ich alles reinkippen kann und trotzdem wiederfinde. Ehrlich? Besser als mein analoges Notizbuch, in dem ich erst mühsam blättern muss, da ich mir natürlich nicht merke, wann ich es aufgeschrieben habe. Und dann gibt es oft ausgiebige Suchsessions.

Das Notizbuch hat trotzdem nicht ausgedient. Da schreibe ich mir auf, wann meine Pinterest-Kampagnen enden und ich neue Pins gestalten muss. Für den Rest: ab damit in den digitalen Ideenspeicher.

Fotografiere einfach und bau dir einen Fundus

Beim Fotografieren verfolge ich genauso wenig einen Plan. Was gerade in der Natur wächst und mir ins Auge fällt, wird fotografiert. Punkt. Das habe ich schon vor meiner Ausbildung gemacht und konnte während der Ausbildung plötzlich auf einen richtigen Fotoschatz zurückgreifen. Ich wusste davor manchmal nicht mal, was ich da fotografiert habe. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich es trotz Unkenntnis tat. Bis heute halte ich drauf, was mir vor die Linse kommt, und baue die Bilder später in die Artikel ein oder schöpfe aus dem großen Fundus, der sich über die Jahre angesammelt hat. Der Trick ist also gar keiner: Sammle einfach, immer, bei jedem Spaziergang. Dein Zukunfts-Ich wird dir danken.

Bau deine Community auf – ganz ohne Geheimrezept

Beim Newsletter habe ich, ganz ehrlich, noch nicht das eine wahre Geheimrezept gefunden. Was ich habe: mehrere Freebies, über die neue Leser:innen zu mir finden, und ein ganz einfaches Anmeldeformular, über das sich auch immer mal wieder jemand einträgt. Es muss eben nicht immer DER große Publikumsmagnet sein. Und ja, ab und zu meldet sich auch jemand aus meinen Newslettern ab. Aber das ist gar nicht schlimm. Dann weiß ich einfach, dass wir zwei nicht zueinander passen. Und das ist okay. Ich schätze die Menschen, die bleiben, weil es einfach passt.

Am meisten hat mich vorangebracht, als ich einer Blogger-Community beigetreten bin. Da gibt es inzwischen einige. U.a. „Blog your thing“ von Janneke Duijnmajer, die mit System bloggt, Judith Peters und ihre Content Society, die dynamisch bloggt, oder Katharina Nahm, oder Vivien Schössler, die mich Technik-Anfänger befähigt hat, meine Website selbstständig aufzubauen. Alles Online-Unternehmerinnen, die mich mit kostenlosem aber auch bezahltem Input weitergebracht und gefördert haben. Ich erhalte keine Vergütung, dafür das ich sie hier erwähne. Aber diese Links sind mein Danke, dass die so bereitwillig ihr Wissen zur Verfügung stellen und dafür ihre Zeit in kostenlose Launches aber auch in ihre Bezahlkurse investieren. Ich selbst blogge inzwischen seit Anfang des Jahres 2026 mit der TCS um Judith Peters, weil ich für mich festgestellt habe, dass mir das dynamische Bloggen mehr liegt, als mich stur an einen Redaktionsplan zu halten, das ist wie immer Geschmackssache. Finde heraus, welcher Stil zu dir passt und dann suche dir eine eigene Community, die dich push und supportet.

Merke: Community ist beim Bloggen das A und O. Wie sehr mich das getragen hat, erzähle ich in meinen Bloglektionen aus 2025 oder auch bei Frauensolidarität – Muss ich wirklich alles alleine schaffen?

Klopf an Türen und nimm es nicht persönlich, wenn eine zubleibt

Inzwischen bin ich in mehreren Communities unterwegs: bei Bloggern, bei Kräuterfans. Mal aktiver, mal weniger. Und nicht jeder Kontakt und nicht jede Anfrage für einen Gastbeitrag wird ein Erfolg. Aber weißt du was? Wenn sich vier Türen schließen, öffnet sich oft die fünfte und daraus wird etwas ganz Wunderbares, oft viel besser, als ich es mir vorher ausgemalt hatte. Deshalb lohnt sich für mich jeder erfolglose Vorstoß. Er bedeutet nur: Passt nicht, und ich kann meine Kraft auf die nächste Tür richten.

Finde deinen eigenen Kraftstoff, der dich antreibt

Und jetzt zu dem, was mich wirklich antreibt. Denn du wirst vielleicht denken: „Wildkräuter? Machen doch schon so viele.“ Stimmt. Die Kräuterkundigen schießen gerade wie die Pilze aus dem Boden. Aber hey, jede und jeder ist auf seine Weise einzigartig. Viele erzählen, dass ihre Liebe zu Wildkräutern schon bei den Großeltern begann. So wie bei mir. Aber keiner von ihnen hat meine Erinnerung an Omas Holundersuppe und daran, wie sie die Beeren mühselig mit der Gabel abgerebelt hat. Keiner hat mit mir am Herd Ideen für Marmeladenkompositionen entwickelt, so wie mein Traumprinz. Diese Geschichten sind meine Geschichten. Und wie ich schreibe, gibt es kein zweites Mal. Und genauso wird es dir gehen. Es wird Menschen geben, die meine Art nicht mögen. Die die finden dann jemand anderen, mit dem sie besser können. Und es wird Menschen geben, die genau meine Art mögen, und die möchte ich einfangen und inspirieren, wieder mehr in Kontakt mit der Natur und ihren Gaben zu kommen. Das ist mein Kraftstoff. Der treibt mich an. Und du? Du solltest deinen eigenen finden. Denn was dich einzigartig macht, kann niemand kopieren. Und es muss keine besondere Superkraft oder außergewöhnliche Spezialisierung sein. Sei einfach du. Du bist speziell genug.

Und jetzt du! Let’s blog wild!

Der Fluss trägt mich schon eine ganze Weile, mal ruhig, mal über ein paar Stromschnellen und ich bin heute so dankbar für jede mühselige Lektion unterwegs. Für die Artikel, die ich dreimal angefasst habe. Für die Klicks, die anfangs Tröpfchen waren und langsam zum Rinnsal wurden. Und für dich, dass du bis hierher mitgelesen hast. Wenn du gerade überlegst: Sollte ich einen Wildkräuter-Blog starten? Dansage ich dir klar und deutlich, „Ja!“ Trau dich. Fang klein an, bleib dran, und vor allem schreib, wie dir der Mund gewachsen ist. Meine Mentorin Judith führt ihre Community mit dem Satz „Blog like nobody’s reading“ an. Der war so befreiend für mich und der hilft mir bis heute, offener und unbefangener zu schreiben. Mein eigener Spruch aber ist mir bei meiner allerersten Blogparade über Wildkräuter-Rezepte einfach aus den Fingern geflossen und er passt hier ganz genau: Let’s blog wild!

Und falls du Lust hast, gemeinsam zu bloggen oder einen Gastbeitrag bei mir zu schreiben: Du bist herzlich eingeladen. Manchmal öffnet sich ja genau so die fünfte Tür. Du brauchst nur anzuklopfen. Ich bin eine derjenigen, die sie öffnet und sich freut, wie ein Kullerkeks.

Machst du mit?

Häufige Fragen zum Bloggen über Wildkräuter

Wie fange ich am besten einen Wildkräuter-Blog an?

Fang an, bevor du dich bereit fühlst. Lieber fünf unperfekte Artikel online als der perfekte Blog im Kopf. Schreib deine Beiträge direkt im WordPress-Editor statt im Page Builder und such dir früh eine Community, die dich trägt und vorantreibt. Perfekt wird es nie, aber es wächst mit dir.

Worauf muss ich beim Bloggen über Wildkräuter besonders achten?

Auf Sicherheit. Es gibt essbare, aber auch giftige Wildpflanzen und Pilze, deshalb zeige ich Bestimmungsmerkmale immer klar und unmissverständlich und rate, nie allein nach einem Instagram-Reel zu bestimmen. Ein gutes Bestimmungsbuch gehört dazu und im Zweifel lieber einmal mehr nachschlagen.

Wie lange dauert es, bis ein Wildkräuter-Blog Besucher bekommt?

Bei mir hat es gut ein Jahr gedauert. Am Anfang waren es fünf Klicks im Monat, heute, etwas mehr als ein Jahr später, sind es zehn bis dreißig am Tag. Sichtbarkeit kommt langsam, wie ein Fluss, der sich sein Bett gräbt, aber mit Geduld und Hartnäckigkeit kommt sie.

Lohnt sich ein Wildkräuter-Blog, wenn es schon so viele gibt?

Ja. Es gibt viele Kräuterkundige, aber niemand hat deine Geschichten, deine Erinnerungen und deinen Schreibstil. Genau das ist dein Vorsprung und den kann niemand kopieren.

Grüne Grüße

Inga

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Wichtige Hinweise

Alle publizierten Inhalte in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert, in meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin erlernt und nur als Anregung und zur Unterhaltung gedacht. Sie können den Arztbesuch nicht ersetzen, den ich bei körperlichen Beschwerden immer empfehle. Kräuter, Bäume und Pilze, die ich hier vorstelle, sammle und verarbeite ich für den Eigengebrauch. Bei Zweifel oder Unsicherheiten rate ich, sich an Experten, gerne an mich, zu wenden oder im Rahmen einer Wildkräuterwanderung unter Aufsicht des Kräuter- und Pilzkundigen zu sammeln. Im Zweifel stehen lassen.

Alle Inhalte und Fotos in diesem Artikel werden ausschließlich von mir produziert und dürfen nur nach Absprache und mit meiner Zustimmung von Dritten verwendet werden.

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