Kennst du das? Du gehst mit deinen Kindern spazieren, und plötzlich zeigt dein Kind auf eine Pflanze und fragt: „Mama, Papa – was ist das?“ Genau solche Momente sind es, ich liebe. Ich habe damals schon von meinen Großeltern viel gewusst und konnte meinem Glückskind auf Anhieb sagen, was wir da vor uns hatten und ob wir es essen können oder nicht. Andere haben aber nicht so eine grüne Kindheit wie ich verbracht und wissen nicht was sie da vor sich haben. Das hat mich dazu bewogen, eine Kräuterpädagogikausbildung zu machen. Denn Wildkräuter mit Kindern entdecken ist nicht nur ein wunderschönes Naturerlebnis – es ist auch eine der nachhaltigsten Arten, Kindern zu zeigen, was die Natur zu bieten hat.
In diesem Artikel stelle ich dir 5 häufige Wildkräuter vor, die ihr auf jedem Spaziergang finden könnt: Löwenzahn, Gänseblümchen, Spitzwegerich, Rotklee und Giersch. Alle fünf sind leicht zu erkennen, ungiftig und für Kinder überraschend– ob zum Anschauen, Anfassen, Riechen oder sogar Kosten.
Und damit das Entdecken noch mehr Spaß macht, habe ich ein kostenloses Wildkräuter-Sammelalbum für Kinder erstellt – zum Pressen, Einkleben und Steckbriefe ausfüllen. Du findest es am Ende dieses Artikels. 🌿
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Warum Wildkräuter mit Kindern entdecken so wertvoll ist
Kinder sind von Natur aus neugierig. Wenn wir ihnen zeigen, dass Pflanzen am Wegesrand keine Unkräuter sind, sondern spannende Lebewesen mit Geschichte, Heilkraft und sogar essbarem Potenzial, öffnen wir ihnen eine Tür zur Natur, die nie wieder zugeht. Wildkräuter sammeln mit Kindern fördert außerdem Konzentration, Feinmotorik (beim Pressen!), Geduld und das Gespür für die Jahreszeiten. Und ganz nebenbei lernen sie, zwischen Pflanzen zu unterscheiden – eine Fähigkeit, die in unserer digitalisierten Welt leider immer seltener wird.
Was brauche ich für eine Wildkräuter-Wanderung mit Kindern?
Die gute Nachricht: Du brauchst nicht viel! Ein kleines Körbchen oder eine Papiertüte zum Sammeln, ein Bestimmungsbuch für unterwegs (oder einfach diese Liste hier!) und am besten Gummistiefel – damit werden die Füße nicht so nass im feuchten Gras. Und natürlich mein Wildkräuter-Sammelalbum für 0€, das ihr nach dem Spaziergang und geduldigem Pressen gemeinsam befüllen könnt.
1. Löwenzahn – Das Kraut mit dem Milchsaft und den fliegenden Schirmchen
Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist wohl das bekannteste Wildkraut überhaupt – und gleichzeitig das ideale Einstiegskraut für Kinder. Seine leuchtend gelben Blüten sind schon von Weitem zu sehen, und wer kennt es nicht: die weiße Pusteblume, die zum Wegpusten einlädt?


Wie erkenne ich Löwenzahn? – Einfache Merkmale für Kinder
Die tief gezackten Blätter, die an Löwenzähne erinnern (daher der Name!), wachsen in einer Rosette. Blätter und die hohlen Stängel enthalten einen weißen Milchsaft – das ist ein tolles Erkennungsmerkmal für Kinder! Der Milchsaft ist übrigens NICHT giftig, er macht nur unschöne Flecken auf der Kleidung. Die Blüten erscheinen von März bis Oktober, die Samen fliegen als federleichte „Schirmchen“ davon.
Was kann man mit Löwenzahn machen? Ideen für Kinder und Familien
Löwenzahn ist vollständig essbar – von den Blüten über die Blätter bis zur Wurzel. Kinder lieben es, aus Blüten Ketten zu basteln oder die Blätter in einen Salat zu zupfen. Ein Kräutersalz oder eine Limo aus Löwenzahnblüten herzustellen ist ein wunderbares Familienprojekt. Und wer mutig ist: Die Blätter schmecken jung und klein noch recht mild! Ein Ausmalbild zum Löwenzahn befindet sich im Wildkräuter-Sammelalbum.
2. Gänseblümchen – Klein, weiß und überall zu finden
Das Gänseblümchen (Bellis perennis) blüht schon ab Februar und ist damit der erste Frühlingsbote für Kinder. Es wächst auf Wiesen, in Parks und sogar zwischen Pflastersteinen – überall dort, wo etwas Erde ist. Seine kleinen weißen Blütenstande mit dem gelben Mittelpunkt sind unverwechselbar.


Gänseblümchen bestimmen – So erkennt ihr die Regenblume
Die kleinen, löffelförmigen Blätter wachsen in einer bodennahen Rosette, die Stängel sind kurz und blattlos. Interessantes Kinderwissen: Das Gänseblümchen schließt seine Blüten bei Regen und Dunkelheit – daher wird es auch „Regenblume“ genannt. Ein tolles Naturexperiment für Kinder! Lies dazu mehr in meinem Artikel zum Gänseblümchen.
Was Kinder mit Gänseblümchen erleben können
„Er liebt mich, er liebt mich nicht“ – das klassische Blütenorakel funktioniert hervorragend mit Gänseblümchen. Kinder können außerdem Blütenkränze flechten, die Blüten für einen milden Tee trocknen, ein Kräutersalz oder Kräuterbutter daraus herstellen. Oder sie einfach frisch auf ein Butterbrot legen. Im Sammelalbum gibt es eine eigene Steckbrief-Seite für das Gänseblümchen zum Ausfüllen und Einkleben.
3. Spitzwegerich – Das grüne Pflaster der Natur
Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist eines meiner liebsten Wildkräuter für Kinder – denn er hat eine echte Superkraft: Er lindert Insektenstiche! Die Blätter einfach zwischen den Fingern zerreiben und auf den Stich legen – das kühlt und beruhigt die gereizte Haut. Kinder, die das einmal erlebt haben, vergessen dieses Kraut nie wieder. Ich zum Beispiel habe Spitzwegerichknospen für den Salat haben wollen. Habe meinem Sohn gezeigt, wie die Knospen aussehen, wenn sie noch nicht geblüht haben und habe ihn auf die angrenzende Wiese geschickt. Stundenlang hat er gesammelt, sie stolz in die Küche gebracht und im Salat selbst probiert. Das schafft Erlebnisse, Erinnerungen und ein ganz besonderes Bewusstsein für die Schätze der Natur.


Spitzwegerich erkennen – Merkmale für Naturentdecker
Die langen, schmalen Blätter mit den parallelen Längsrippen sind unverwechselbar. Wenn du ein Blatt vorsichtig auseinanderziehst, siehst du die feinen Fäden – das sind die Blattadern. Die bräunlichen Blütenähren auf langen, runden Stängeln stehen aufrecht in die Höhe. Spitzwegerich wächst am Wegesrand, auf Wiesen und sogar in Fugenritzen.
Spitzwegerich als natürliches Pflaster – Erste Hilfe aus der Natur
Der Pflanzensaft des Spitzwegerichs enthält Aucubin und Schleimstoffe, die entzündungshemmend und wundheilend wirken. Einfach ein frisches Blatt nehmen, kurz zerkneten oder zerkauen und auf Mückenstiche, kleine Schürfwunden oder Brennnesselstiche legen. Das ist Erste Hilfe direkt aus der Natur – und für Kinder ein unvergessliches Erlebnis!
4. Rotklee – Das Kleeblatt mit der kleinen rosa Bommel
Rotklee (Trifolium pratense) ist eines der häufigsten Wiesenkräuter und für Kinder besonders spannend – denn wer kennt nicht die Suche nach dem vierblättrigen Kleeblatt! Die kugelig-rosa bis roten Blüten sind dazu ein Magnet für Hummeln, was das Beobachten auf Wiesen zum kleinen Abenteuer macht. Und mit einem Tee aus Rotklee kannst du ein kleines Farbexperiment mit den Kindern durchführen. Eine kleine Anleitung dafür findest du in meinem Artikel zum Rotklee.


Rotklee erkennen – So findest du ihn in Wald und Wiesen
Die drei ovalen Blättchen des Rotklees tragen oft eine helle, zackenförmige Zeichnung – fast wie ein kleines Pfeil-Muster. Die Blüten sind rosa bis rot-violett und manchmal wachsen zwei verschieden große Blütenköpfe an einem Stängel nebeneinander. Rotklee wächst auf Wiesen, an Wegrändern und auf Feldern – von Mai bis Oktober findet ihr ihn fast überall.
Rotklee essen – Was Kinder mit diesem Wildkraut ausprobieren können
Die Blüten des Rotklees sind essbar und schmecken leicht süßlich-nussig – Kinder können sie direkt von der Wiese naschen (natürlich nur von sauberen, ungespritzten Stellen!), auf ein Butterbrot streuen. Auch im Sammelalbum hat der Rotklee seinen eigenen Steckbrief-Platz – mit Ausmalseite und Raum für gepresste Blüten.
5. Giersch – Das hartnäckige Kraut mit dem feinen Geschmack
Giersch (Aegopodium podagraria) ist vielen Eltern als Gartenplage bekannt – aber für Kinder, die auf Entdeckungstour sind, ist er ein echtes Highlight. Seine weißen Doldenblüten und die großen, dreigeteilten Blätter machen ihn zu einem unverkennbaren Begleiter in schattigen Gärten, Parks und Waldrändern. Sein milder Geschmack, der an Petersilie und Möhre erinnert, ist leicht bekömmlich und lädt zum Probieren ein.


Giersch sicher bestimmen – Auf diese Merkmale achten
Der dreieckige, hohle Stängel ist das wichtigste Erkennungsmerkmal des Gierschs – kein anderes häufiges Wildkraut hat diesen typisch dreikantigen Querschnitt. Die Blätter sind in dreier-Gruppen angeordnet und erinnern entfernt an Holunderblätter. Die weißen Doldenblüten erscheinen von Juni bis Juli. Wichtig für Kinder und Erwachsene: Giersch sollte nicht mit dem giftigen Gefleckten Schierling verwechselt werden – der hat aber einen geröteten, gefleckten Stängel und riecht unangenehm nach Mäuseurin. Einen kleinen Überblick, wie du ihn von giftigen Verwechslungspartnern unterscheiden kannst findest du in meinem Artikel zum Giersch.
Giersch in der Küche – Wildkräuter kochen mit Kindern
Junge Gierschblätter schmecken mild-würzig, fast wie eine Mischung aus Petersilie und Möhrengrün. Mit Kindern kann man daraus eine einfache Wildkräuter-Butter machen oder die Blätter unter Salat mischen. Das macht nicht nur Spaß – es schult auch das Geschmacks- und Geruchsempfinden der Kinder auf wunderbare Weise. Ein besonderes Highlight ist eine Wildkräuter-Limo, die mit einem hineingehängten Sträußchen Giersch ein besonderes Aroma erhält.
Wildkräuter mit Kindern pressen – So geht’s
Das Pressen von Pflanzen ist eine einfach umzusetzende Möglichkeit, Fundstücke zu konservieren und immer wieder zur Veranschaulichung hervorzuholen – und für Kinder ein magisches Erlebnis. Die Blätter und Blüten, die ihr auf dem Spaziergang gesammelt habt, werden zwischen zwei Blättern Zeitungspapier gelegt und anschließend zwischen den Seiten eines dicken und schweren Buches gepresst. Nach 1–2 Wochen sind sie trocken und können ins Sammelalbum eingeklebt werden.
Tipps zum Pressen für Kinder und Eltern
Sammelt nur so viel, wie ihr pressen oder essen könnt – und nehmt von jeder Pflanze nur wenige Blätter oder Blüten. Je flacher eine Pflanze liegt, desto schöner wird das Pressergebnis. Dicke Blüten wie Rotklee brauchen etwas mehr Zeit und Druck. Und vergesst nicht: Nur von sauberen, ungespritzten Stellen sammeln – nicht direkt am Straßenrand oder auf gedüngten Äckern.
Wildkräuter bestimmen lernen mit Kindern – Meine Tipps
Das Bestimmen von Wildkräutern muss für Kinder kein trockenes Thema sein – es ist ein Abenteuer! Schaut euch die Blätter genau an: Wie riechen sie? Wie fühlen sie sich an? Sind sie glatt oder behaart? Rund oder gezackt? Welche Form hat die Blüte? Ist sie rund oder wie ein Schmetterling. Welche Farbe hat sie und wie riecht sie. Steht sie einzeln am Ende des Stängels oder sind viele kleine Blüten wie ein Schirmchen angeordnet? Kinder, die mit allen Sinnen an Pflanzen herangehen, merken sich die Merkmale viel besser als durch bloßes Lesen. Es schult die Sinne und sie können lernen, sich wieder mehr auf ihre Sinne zu verlassen.
Welche Wildkräuter sind für Kinder ungiftig und geeignet?
Die fünf Kräuter in diesem Artikel – Löwenzahn, Gänseblümchen, Spitzwegerich, Rotklee und Giersch – sind alle essbar und häufig. Trotzdem gilt: Kinder sollten immer unter Aufsicht sammeln und nichts essen, was nicht eindeutig bestimmt wurde. Im Zweifel lieber stehen lassen und weiterschauen.
🌿 Gratis Freebie: Das Wildkräuter-Starterpaket für Familien
Dein kostenloser Einstieg in die Welt der Wildkräuter: 101 Verwendungsideen für dich und ein Mitmach-Sammelalbum für dein Kind. Zum Herunterladen, Ausdrucken und sofort Loslegen. Damit macht euer nächster Wildkräuter-Spaziergang gleich doppelt so viel Spaß.


Das Wildkräuter-Sammelalbum enthält für jedes der 5 Kräuter:
- eine kindgerechte Wer-bin-ich?-Seite mit Kurzbeschreibung und einem wunderschönen Ausmalbild
- einen Steckbrief zum Ausfüllen mit Platz für gepresste Blätter und Blüten
Die Inspiration zu 101 Verwendungsmöglichkeiten von Wildkräutern und -früchten liefert auf 4 Seiten Ideen, wie die Schätze aus der Natur verwendet werden können in:
- Ernährung & Küche
- Haushalt & Alltag
- Gesundheit & Kosmetik
- Kunst, Handwerk & Kultur
Perfekt für Entdecker zwischen 4 – 99+ Jahren – zum Ausdrucken, Ausmalen, Bestimmen, Sammeln, Pressen, Einkleben UND Verarbeiten.
So entsteht nach eurem Spaziergang ein ganz persönliches Kräuterbuch – das Kinder mit Stolz erfüllt, was sie alles erkannt, gesammelt und am Ende selbst gestaltet haben. UND ihr könnt kochen, basteln, heilen, genießen: Auf einen Blick siehst du, was du mit Wildkräutern alles machen kannst. Ihr verbringt wertvolle Qualitytime und schafft gemeinsame Erlebnisse.


Häufige Fragen rund ums Wildkräuter-Sammeln mit Kindern
Ab welchem Alter können Kinder Wildkräuter sammeln?
Schon Kleinkinder ab etwa 2–3 Jahren können beim Sammeln mitmachen – natürlich immer unter Aufsicht. Ab 4–5 Jahren können Kinder beginnen, einfache Merkmale selbst zu erkennen und im Sammelalbum zu dokumentieren. Das schult Konzentration, Geduld und das Gespür für die Natur. Und alle anderen ab 6 Jahren können in der Schule Erlerntes anwenden, vertiefen und verfestigen.
Welche Wildkräuter kann man mit Kindern sammeln?
Besonders gut für den Einstieg eignen sich Löwenzahn, Gänseblümchen, Spitzwegerich, Rotklee oder Giersch – alle fünf sind häufig, ungiftig und gut zu erkennen, wenn man die Merkmale Schritt für Schritt durchgeht und immer wieder wiederholt. Genau diese fünf findest du auch in meinem Sammelalbum! Bitte kontrolliere die Fundstücke immer, lasse sie dir von deinen Kindern zeigen und bestimme sie selbst sicher mit Hilfe eines Bestimmungsbuchs, wenn du dir unsicher bist. Sowohl der Löwenzahn, als auch der Giersch, haben giftige Verwechslungspartner (Jakobskreuzkraut, gefleckter Schierling, Taumelkälberkropf etc. ).
Kann ich Wildkräuter mit Kindern essen?
Ja – viele Wildkräuter sind essbar und sogar sehr gesund! Wichtig ist, dass die Pflanzen eindeutig von euch bestimmt werden, von einer sauberen Stelle stammen (kein Straßenrand, keine gespritzten Flächen) und dass Kinder immer unter Aufsicht probieren. Im Zweifel lieber nur schauen und riechen.
Wildkräuter mit Kindern sammeln – was ist erlaubt?
In Deutschland darf man Wildkräuter für den persönlichen Bedarf in kleinen Mengen sammeln – das ist gesetzlich geregelt. Auf Privatgelände natürlich nur mit Erlaubnis des Eigentümers. In Naturschutzgebieten gilt ein generelles Sammelverbot, also vorher kurz informieren , z.B. hier.
Fazit: Wildkräuter mit Kindern entdecken – Ein Abenteuer, das verbindet und bleibt
Ein Spaziergang mit einem aufmerksamen Blick auf die Natur ist mehr als Bewegung – er ist ein Lernort, ein Spielplatz und ein Abenteuer zugleich. Löwenzahn, Gänseblümchen, Spitzwegerich, Rotklee und Giersch sind deine fünf treuen Begleiter dabei. Und mit dem Wildkräuter-Sammelalbum für 0€ entsteht am Ende eine ganz persönliche Erinnerung an eure Naturausflüge.
Ich wünsche euch viel Freude beim Entdecken, Sammeln und Pressen – und freue mich über Fotos eurer Sammelalben in den Kommentaren, per E-Mail an contact@wildkrautbraut.de oder auf Instagram @wildkrautbraut! 🌿
Bildnachweise
Alle Bilder und Grafiken in diesem Beitrag sind von mir selbst fotografiert und erstellt und dürfen nur nach meiner Zustimmung von Dritten verwendet werden.
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