Manchmal sind es nicht die großen Ereignisse, die bleiben, sondern die leisen Erkenntnisse dazwischen. Genau diese habe ich diesen Monat wieder im Format 7 Gedanken von Linda Kunze gesammelt, da mir dieses Format seit Mai so gut liegt. Kein Zahlenwerk, keine Chronik, nur sieben Momente, die nachgeklungen haben. Und wie!!
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Gedanke 1: Eine Hochzeit, die mich umgehauen hat
Freunde mit deutschem und ungarischem Hintergrund haben geheiratet, unter dem Motto „Farbe und Hut“. Bunt, festlich, wunderschön. Und für mich so emotional, dass es mir irgendwann fast zu viel wurde. Noch vor Mitternacht brauchte ich eine Pause. Also bin ich mit meinem Traumprinz losgezogen und die fünf Kilometer nach Hause gelaufen. Nicht aus Trotz, sondern um den Kopf wieder freizubekommen und meinen vor lauter Gefühl schmerzenden Bauch zu beruhigen. Schritt für Schritt wurde es ruhiger in mir. Meine Strategie ist voll aufgegangen. Manchmal ist der schönste Teil eines Festes der Heimweg, auf dem man schonmal die überwältigenden Eindrücke verarbeiten und in trauter Zweisamkeit runterfahren kann.

Gedanke 2: Vom Vollgas ins Wohlfühltempo
Im Juli hatte ich elf Artikel geschrieben. Elf! Im August habe ich bewusst runtergeschaltet auf moderate sechs. Und siehe da: Die Welt ist nicht stehen geblieben. Es waren Kann man KI vertrauen?, Warum ich über Wildkräuter blogge, die Zusammenfassung meiner ersten Rezepte-Blogparade, mein 12 von 12 im August, Frauensolidarität und ganz am Monatsanfang mein Juli-Rückblick, der mit dem 1. August schon in diesen Monat gerutscht ist. 😉 Meine Erkenntnis: Ich muss nicht jeden Monat einen Rekord aufstellen. Weniger schreiben und trotzdem alles sagen, was gesagt werden will, darf durchaus auch mal reichen. Und wenn ich genauer hinschaue: Fünf der sechs Beiträge waren persönlich, aus „Rückblicke und Persönliches„. Wenn ich so zum Jahresanfang zurückblicke, wo ich mich fast krampfhaft von Wissensartikel zu Wissenartikel und von Rezepten zu Anleitungen hangelte, erkenne ich rückblickend, dass meine Beiträge immer mehr nicht nur meine Persönlichkeit preisgeben, sondern sogar noch unterstreichen. Selbst die Rezepte-Zusammenfassung meiner ersten Blogparade war eher ein Herzens-Eindruck als ein reines Rezepte-Schema. Weniger, aber wahrer. Dieser Titel trifft meinen August ziemlich genau.
Gedanke 3: Ein Netz, das langsam Wurzeln schlägt
Ausgerechnet ich, die sich mit dem Netzwerken so schwertut, habe diesen Monat viel geknüpft. Auf Instagram, im Austausch mit Ulrikes Kräuterstammtisch in Berlin, und bei Syls Zoom-Runde „Die C-l-i-q-u-e“ für ein starkes Frauennetzwerk. Über das ganze Thema habe ich sogar einen eigenen Beitrag geschrieben: Frauensolidarität. Und ich merke: Da wächst gerade etwas. Kein lautes, großes Netzwerk, sondern viele feine Fäden, die sich langsam verbinden. Für jemanden, der Netzwerken nie gelernt hat, fühlt sich das an wie ein kleines Wunder.

Gedanke 4: Ein Satz, der geblieben ist, ist diesmal ein Gefühl
Unter meinem Holunder-Artikel schrieb mir Christina: „Ich hab heut im Wald die ersten reifen Dolden entdeckt und hab nun richtig Lust, was auszuprobieren. Deine Art zu schreiben spricht mich sehr an.“ Ja, ich weiß, dass ich nicht ein Satz, sondern zwei. Nennen wir es ein Kommentar. Dieses eine Kommentar bedeutet mir die Welt! Es ist das erste, dass ich stolz präsentiert habe. Es ist das erst das mir bewusst werden ließ, was ich mit meinem Herzensprojekt, in das ich so viel Liebe gesteckt habe, wirklich bewirke. Es ist das erste, das mir beweist, dass ich mir meinen Wunsch, andere zu inspirieren, selbst erfüllt habe. Denn genau dafür mache ich das alles: dass jemand rausgeht, genauer hinschaut und sich traut. Ein Kommentar, und mein ganzes Warum leuchtet wieder auf.

Und auch bei den Kommentaren, bleibt es in diesem Monat nicht nur bei einem Kommentar. Auch ein zweites hat mich sehr bewegt. Unter meinen Beitrag „Für Lau & ohne Danke„, in dem ich sehr offen angesprochen habe, was Cookies eigentlich für Blogger bedeuten und dass auch ich bisher ein „Nicht akzeptieren“-Verfechter war, habe ich anscheinend auch Seiten anklingen lassen. Katrin schrieb mir in einem lieben Kommentar, dass ihr bisher nicht so bewusst war, dass sie mit „Nicht akzeptieren“ unbeabsichtigt kleine Blogger unsichtbar macht. Umso schöner, dass MEIN Artikel dafür gesorgt hat, dass sie das jetzt definitiv differenzierter sieht. Ich bin so dankbar für solches Feedback, da sie mir sehr deutlich zeigen, ich werde gesehen und gehört. Und ich kann etwas bewegen.

Ich fühle mich immer mehr bestätigt, dass ich mit meinen Zeilen auf diesem Blog etwas bewirken kann. Und wenn er einfach nur als Inspiration oder Anstoß zum Umdenken dient, dann habe ich nach meinem Gefühl schon viel erreicht. Denn kommt erst ein Stein zum Rollen, können da noch mehr folgen, gar eine Lawine auslösen. Das treibt mich an, weiter kleine Steinchen zu werfen. Ich würde sagen, diesen Monat bleibt nicht ein Satz, sondern ein Gefühl von gesehen und verstanden werden. Danke dafür Christina und Kathrin.
Gedanke 5: Was sich verändert hat – ich gehe raus und trau mich was
Das Größte in diesem August: Ich trete hinter dem Bildschirm hervor. Aus einer neuen Kooperation mit Profaris sind feste Termine entstanden, für Wildkräuterwanderungen und sogar Kochkurse am Feuer. Nach so viel Bloggen fühlt sich das an wie ein großer Schritt: mein Wissen nicht mehr nur digital zu streuen, sondern live weiterzugeben, am lebenden Objekt, gemeinsam, draußen. Ich bin ein bisschen aufgeregt und ziemlich glücklich.
Zudem fühle ich mich immer freier. Freier zu schreiben, was ich denke. Ja, sogar offener, meine Gefühle wahrzunehmen und sie in Worte fassen zu können. Und mutiger, auf immer mehr Menschen zuzugehen, mehr zu wagen und einfach weiter zu gehen, wenn es doch nicht passt. Das Matching mit meinem Traumprinzen hat mir gezeigt, es gibt Menschen, denen gefällt, wie ich bin. Und genauso gibt es Menschen, mit denen es einfach nicht matcht. Und so, wie ich mein Herzensmatch gefunden habe, haben mir Christina und Kathrin klar aufgezeigt, werde ich auch Leser-Matches finden. Das macht mir Hoffnung für die Business-Matches. Und wenn es eben etwas länger braucht, wie schon die Liebe, dann ist das so. Aber ich bin mir immer mehr gewiss, das Puzzle meines Lebens wird Stück für Stück zusammenpassen. Auf kurz oder lang, ohne Anspruch auf Vollendung. Jedes einzelne bereits passende Teil zählt. Welch Befreiung!
Gedanke 6: Etwas, das überrascht hat
Ich bin ein typischer Widder: voran preschen, durch die Wand rennen und erst danach vielleicht mal drüber nachdenken. Überrascht hat mich diesen Monat, wie gut sich das Bremsen anfühlt. Einfach mal nicht Augen zu und durch, sondern klar kommunizieren: „Das ist mir gerade zu viel und ich will das jetzt nicht mehr aushalten, so wie immer.“, die fünf Kilometer Heimweg, die sechs statt elf Artikel, das bewusste Innehalten und wahrnehmen von gesehen und verstanden werden. Nichts davon fühlte sich nach Faulheit oder Rückzug an, sondern nach Kraft. Nach finden des richtigen Ladegeräts. Ich war lange überzeugt, ich müsste immer weiterlaufen, damit nichts ins Stocken gerät. Ein halber Akku reicht schließlich auch. Der August hat mir gezeigt: Pausen und einen Gang runter schalten sind kein Verlust. Sie sind der Grund, warum ich überhaupt weitergehen kann. Und sie geben Zeit, Gefühle wahrzunehmen, statt der Wahrnehmung ständig entgegen oder hinterher zu rennen.

Gedanke 7: Ein Ausblick
Mein 12 von 12 trug diesen Monat den Titel „Zukunftsfroh“ und genau so fühle ich mich. Im August, wurden mir schonmal die ersten Leser-Matches bewusst, im Oktober starten die Wanderungen und die Feuer-Kochkurse. Ein Business-Match trägt schonmal Früchte. Der Herbst mit seinen Schätzen steht vor der Tür, und ein paar Ideen für die nächsten Monate und das nächste Jahr köcheln schon leise vor sich hin. Bleibt eine Frage, die ich mit in den September nehme: Wie halte ich die Balance zwischen Geben und Innehalten, zwischen Reichweite und Ruhe? Vielleicht ist genau das mein Thema für den nächsten Monat. Wir werden es sehen, im nächsten Monatsrückblick.
Und du? Welcher Gedanke ist dir im August geblieben? Erzähl es mir, ich freue mich über deinen Input.
Grüne Grüße Inga
PS: Das ist mein 111. Artikel. Drei mal 1. Wenn das mal ein gutes Zeichen für die Zukunft ist. Wir werden sehen. Du wirst auf meinem Blog darüber lesen!
Bilder
Das Bild zur Frauensolidarität ist mit Hilfe von KI entstanden und angepasst. Die Illustration wurde von einer Hochzeitsmalerin gefertigt und unterliegen dem Urheberrecht. Die Hochzeitsgästegrafik und alle übrigen Bilder sind von mir aufgenommen und dürfen nur mit meiner Zustimmung von Dritten verwendet werden. Zuwiderhandlungen werden anwaltlich verfolgt.
