Kann man KI vertrauen? Meine KI-Momente und was ich daraus gelernt habe

„Kann man KI vertrauen?“ war vor Kurzem erst eine Frage auf einem Familiengeburtstag. Die ersten begannen schon, KI zu verteufeln, und beteuerten, dass sie sich niemals darauf einlassen würden. Und dann fing ich an zu reden, und im Saal wurde es still: Ein Klick. „Zieh bitte alle Artikel auf einmal um.“ Und dann ging alles ganz schnell, erst euphorisch, dann mit einem gehörigen Schrecken.

Das war der erste von zwei Momenten mit KI, die mir dieselbe Lektion eingebrannt haben: KI nicht blind vertrauen, immer nachprüfen. Der eine drehte sich um den Umbau meiner Website, der andere um die Suche nach meinem Claim. Kein Aha aus dem Lehrbuch, sondern zwei echte Hauruck-Erlebnisse mit Höhenflug und Absturz. Kann man KI vertrauen? Meine kurze Antwort nach diesen zwei Schrecken: ja, aber niemals blind. Genau deshalb erzähle ich dir hier beide Geschichten.

Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade von Dorothee Dickmann: Mein Moment mit KI und was er mir gezeigt hat.

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Ich beim Arbeiten an meinem Arbeitsplatz mit Laptop und Büchern.

Ich kannte KI schon, aber Claude war mein Durchbruch

Ganz neu war KI für mich nicht. Ich hatte mir vorher schon von ChatGPT Artikel strukturieren und Überschriften vorschlagen lassen. Nützlich, aber überschaubar. Der eigentliche Durchbruch kam, als ich Claude entdeckte. Auf einmal traute ich mich an eine Aufgabe, vor der ich mich monatelang gedrückt hatte: den großen Umbau meiner Website. Meinen Frühjahrsputz über den ich schon bei meinem 1. Bloggeburtstag berichtet habe.

Der Aufschub: eine Website, die mir über den Kopf wuchs

Warum der Aufschub? Meine Seite hatte ich ursprünglich mit einem Pagebuilder gebaut. Jeder neue Artikel wurde darin wie eine eigene Unterseite angelegt. Jeder Textblock, jedes Bild, jedes besondere Element musste umständlich immer wieder neu aufgebaut oder neu eingefügt werden. Mega umständlich. Und je mehr Artikel ich im alten Schema schrieb, desto größer wurde der Berg, den ich vor mir herschob. Kennst du das auch? Je länger man etwas aufschiebt, desto unmöglicher fühlt es sich an. Mir wuchs die Website und der geplante Umzug langsam aber sicher über den Kopf.

Erst Schritt für Schritt – dann alles auf einmal

Aber im März, einen zahlentechnisch ruhigen Monat, fing ich also vorsichtig an. Die ersten zehn Artikel habe ich mit Claude Schritt für Schritt umgezogen. Das lief richtig gut. Und dann? Wurde ich ungeduldig. In einem übermütigen Moment wies ich Claude an, einfach alle Artikel auf einmal umzuziehen zu dem Zeitpunkt waren es etwa 35. Dabei wurden Wissensartikel von Rezepten getrennt, dadurch entstanden 37 neue Artikel, und meine Beitragszahl explodierte auf einmal auf über 70. Wahnsinn, dachte ich, geht ja doch ganz einfach. Bis ich genauer hinschaute.

Der Schock: Fehler, ein Rückzieher und verschwundene Zählmarken

Denn beim genaueren Hinsehen entdeckte ich mit Schrecken Fehler, die sich durch alle Artikel zogen. Also wollte ich die Aktion rückgängig machen und zack, plötzlich lagen alle Artikel wieder in meinem alten Pagebuilder. Selbst die, die ich von Anfang an in WordPress geschrieben habe. Als ich auch das rückgängig machte, fiel mir bei einem weit fortgeschrittenen Artikel eher zufällig etwas auf: Wichtige Zählmarken waren auf einmal alle verschwunden. (Das sind die kleinen VG-Wort-Pixel, über die ich Tantiemen für meine Texte erfasse. Nichts, worauf ich verzichten möchte.) Die Folge: Innerhalb von anderthalb Wochen habe ich in einer einzigen Hauruck-Aktion alle Beiträge noch einmal durchgearbeitet. Claude war mir in dieser Zeit ein großer Helfer. Aber die Kontrolle blieb diesmal bei mir.

Und dann passierte es gleich nochmal: die Suche nach meinem Claim

Du denkst, einmal reicht als Lehre? Von wegen, dann kennst du mich aber schlecht. Nur wenige Monate später lief ich fast in dieselbe Falle. Diesmal ging es nicht um Technik, sondern um Worte. Denn mir fehlte noch mein Claim. Meinen Namen WildKrautBraut und das passende Logo hatte ich mir mühsam erarbeitet, Monate hat das gedauert. Nur der Claim wollte sich nicht zeigen. Also holte ich mir wieder KI-Hilfe und wieder prasselten unzählige Vorschläge auf mich ein.

Und dann war es passiert: schockverliebt in „Grün.Wild.Wunderbar.“ Ich hatte alles schon gefixt, auf der Website eingebaut und wollte gerade zu Instagram übergehen, da ploppte plötzlich ein Profil auf: „grün.wild.wunderbar.“, von der lieben Gunhild Rudolph, die naturnahe Gärten gestaltet. Der Claim war längst vergeben. Wieder dieser Schreck. Und wieder dieselbe Lehre: KI nicht blind vertrauen.

Aber dieser Moment öffnete mir auch die Augen. Denn eigentlich hatte ich meinen Claim längst. Bereits während meiner Namenssuche hatte ich was schönes gefunden. Angelehnt an das WWW, das World Wide Web, wollte ich ein WwWw aus „Wo wilde Wunder Wachsen“ machen. Als Name war es mir damals zu lang, doch aus dem Kopf ging es nie ganz. Ganz am Anfang stand es sogar schon einmal auf meiner Website, ehe ich es verwarf. Heute trage ich es umso stolzer. Denn diesen Claim habe ich selbst gefunden. Ganz ohne KI.

Ich beim Schreiben an meinem Laptop in Zusammenarbeit mit KI und meinem Analogen Jahresplaner
Ich beim Schreiben an meinem Laptop in Zusammenarbeit mit KI und meiner Kräuterenzyklopädie

Was mir diese beiden Moment gezeigt haben: KI ja, aber mit Gegenkontrolle

Zwei Schrecken, dieselbe Lektion, die ich seitdem nicht mehr vergesse: KI arbeitet nie fehlerfrei. Eine Gegenkontrolle ist immer ratsam. Heute lasse ich das Tool viele wiederkehrende Aufgaben für mich erledigen, aber ich prüfe grundsätzlich nach. Vertrauen ja, blindes Vertrauen nein.

Trotzdem: durchweg KI-fiziert

Und trotz des Schrecks? Bin ich heute durch und durch KI-fiziert. Für mich ist das eine wahnsinnige Arbeitserleichterung und mein Sparringspartner in einem. Ganz konkret: Ich lasse mir Artikel strukturieren, Überschriften vorschlagen, die SEO- und GEO-Fleißarbeit vorbereiten und die immer gleichen Handgriffe abnehmen. Was die KI mir aber nicht abnimmt und auch nicht abnehmen soll, sind meine Geschichten, meine Erfahrungen und meine Stimme. Die bleiben zu hundert Prozent meine. Mit dieser Unterstützung traue ich mich an hochkomplexe Aufgaben, vor denen ich früher zurückgeschreckt wäre. Und das Schönste: Ich behalte meine Unabhängigkeit. Ich kann alles selbst machen, nur eben schneller, mutiger und mit einem klugen Gegenüber an meiner Seite.

Diese Episode reiht sich ein in meine Blog-Lektionen ein. All das, was ich mir beim Bloggen nach und nach selbst beigebracht habe, oft auf die harte (und manchmal lustige) Tour. Eine weitere Lektion, diesmal über Dankbarkeit unter Bloggern, steckt in Für Lau & ohne Danke. Und meine Lektionen sind mit Sicherheit noch nicht beendet.

Was hat eine Kräuterpädagogin überhaupt mit KI zu tun?

Vielleicht fragst du dich gerade: Was macht eine Kräuterpädagogin mit KI? Ich beschäftige mich doch den ganzen Tag mit der Natur und allem, was darin wächst. Und die KI ist nun mal kein Wildkraut, das einfach vor der Haustür wächst, sondern etwas künstlich Geschaffenes. Stimmt. Und trotzdem gehört für mich beides zusammen. Ich schreibe über Kräuter und die Pflanzen, die ich am Wegesrand finde und beim Bloggen darüber nutze ich KI, um zu strukturieren, meine Gedanken und Erlebnisse aus der Natur zu ordnen und sie einer breiten Leserschaft zugänglich zu machen. Für mich habe ich festgestellt: Ich kann beides wunderbar verbinden. Natur und KI. Und das ist für mich kein Spagat, sondern eher eine Schere, die immer mehr zuklappt, zwei Klingen, die zusammenfinden. Das eine erdet mich, das andere nimmt mir die Fleißarbeit ab. Und ich bin guter Hoffnung und wünsche jedem, der bereit dazu ist, dass diese Arbeitserleichterung in Zukunft noch viel mehr Menschen für sich nutzen können.

Mein Fazit: mein KI-Moment hat meine Sicht geschärft, nicht ersetzt

Meine Momente mit KI waren kein sauberer Erfolg, sondern eine Achterbahn und genau deshalb haben sie mir so viel gezeigt. Ich habe gelernt, dass KI mich enorm weit tragen kann, solange ich das Steuer in der Hand behalte. Die Ideen, die Haltung, die Geschichten kommen weiter von mir. Die KI nimmt mir die Fleißarbeit ab, nicht das Denken.

Und der Familiengeburtstag? Als der Saal still wurde und alle auf meine Antwort warteten, habe ich genau das gesagt: KI ist mein Sparringspartner, nicht mein Ersatz. Blind vertraue ich ihr nicht, aber ohne sie möchte ich auch nicht mehr arbeiten. Ich glaube, den ein oder anderen Skeptiker habe ich an dem Abend vielleicht ins Grübeln gebracht.

Und du? Was war dein Moment mit KI? Der, der deine Sicht verändert oder bestätigt hat? Erzähl es mir, ich bin gespannt.

Grüne Grüße

Inga


Bilder

Alle Bilder sind selbst fotografiert und dürfen nur nach meiner Zustimmung von Dritten verwendet werden.

2 Kommentare

  1. Liebe Inga,
    vielen Dank für deine Teilnahme an meiner Blogparade. Ich freue mich sehr, dass du dabei bist. Danke für deinen lebendigen Einblick in deine Erfahrungen mit KI. Ich habe den Artikel gerne gelesen.
    Liebe Grüße
    Dorothee

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Wichtige Hinweise

Alle publizierten Inhalte in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert, in meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin erlernt und nur als Anregung und zur Unterhaltung gedacht. Sie können den Arztbesuch nicht ersetzen, den ich bei körperlichen Beschwerden immer empfehle. Kräuter, Bäume und Pilze, die ich hier vorstelle, sammle und verarbeite ich für den Eigengebrauch. Bei Zweifel oder Unsicherheiten rate ich, sich an Experten, gerne an mich, zu wenden oder im Rahmen einer Wildkräuterwanderung unter Aufsicht des Kräuter- und Pilzkundigen zu sammeln. Im Zweifel stehen lassen.

Alle Inhalte und Fotos in diesem Artikel werden ausschließlich von mir produziert und dürfen nur nach Absprache und mit meiner Zustimmung von Dritten verwendet werden.

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