Fehlkauf oder Schatz? Wie ein Buch mich auf die Probe stellte

Melanie Hafner hat zur Blogparade „Welches Buch hat dein Leben verändert?“ aufgerufen, und ich musste nicht lange nachdenken. Mein Buch hat mein Leben nicht im großen Stil auf den Kopf gestellt, aber es hat meinen Blick auf mein Wirken als Kräuterpädagogin verändert und das gleich zweimal: erst zum Schlechteren, denn es ließ mich Zweifeln. Dann zum Besseren, denn es hat mir die Augen geöffnet, dass manchmal einfach nur der Zweck angepasst werden braucht. Die Rede ist von der „Enzyklopädie Essbare Wildkräuter“ von Steffen Guido Fleischhauer u.a..

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Fehlkauf oder Schatz? Wie ein Buch mich auf die Probe stellte

Der Kauf: 633 Seiten Zusatzliteratur

Gekauft habe ich den Wälzer 2024, anlässlich meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Die Bedingungen dort waren klar: 60 Kräuter pressen und im Herbarium katalogisieren, 30 davon näher beschreiben. Für so ein Projekt wollte ich gut gerüstet sein, und die Enzyklopädie sollte meinen Kosmos-Naturführer „Was blüht denn da?“ sinnvoll ergänzen. 50 Euro für 633 Seiten geballtes Pflanzenwissen. Das schien mir eine gute Investition.

Die Ernüchterung: Nicht mein System

Schnell zeigte sich: Für die Bestimmung unterwegs ist das Buch viel zu groß und zu schwer. Niemand schleppt sich freiwillig mit einem Ziegelstein durchs Unterholz. Aber das war noch nicht das eigentliche Problem.

Das eigentliche Problem war die Sortierung. In der Enzyklopädie sind die Pflanzen nach Blattformen geordnet. Ich bin eine sehr aufmerksame Person, ich achte auf unzählige Details in der Natur, die mich umgibt, aber die Bestimmung und Sortierung nach Blattformen haben mir den letzten Nerv geraubt. Also bin ich doch wieder zu meinem Kosmos-Naturführer zurückgekehrt, der Pflanzen nach Blütenfarbe und -form ordnet. Für Anfängerinnen und Anfänger ist das viiieeel einfacher zu handhaben. In diesem Moment dachte ich tatsächlich erstmal: Fehlkauf. 50 Euro für ein Buch, das ich zur Bestimmung kaum nutzen kann.

Der Durchbruch: das Register als Schlüssel

Mein Glück war, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon viele Pflanzen kannte und zumindest grob bestimmen konnte. Also habe ich meine Strategie umgestellt: Erst mit dem Kosmos-Naturführer oder einer Bestimmungs-App bestimmen und dann in der Enzyklopädie ganz gezielt über das Register nachschlagen.

Das war der Durchbruch. Plötzlich war die Blattform-Sortierung kein Problem mehr, weil ich sie schlicht umging. Und genau dann zeigte das Buch, was wirklich in ihm steckt: Bei der Beschreibung von Bestimmungsmerkmalen, der Aufzählung von Inhaltsstoffen und der Verwendung in der Küche ist die Enzyklopädie unschlagbar.

Warum das Buch heute ein Schatz für mich ist

Mit dieser Enzyklopädie habe ich für mein Herbarium gearbeitet. Ich lasse mich von den enthaltenen Grundrezepten inspirieren und bereite mit ihrer Hilfe bis heute viele meiner Blogartikel vor. Mein Fokus bei der Verwendung von Wildpflanzen liegt nämlich klar auf der kulinarischen Seite: Naturheilmittel nutze ich nur im Eigenbedarf und kann mir die ganzen Anwendungsgebiete ohnehin nicht alle merken, Kosmetik stelle ich aus Wildpflanzen nur selten her. Aber bei Inhaltsstoffen und Küchenverwendung liefert die Enzyklopädie genau die Tiefe, die ich brauche.

So hat sich aus einem Buch, das ich fast abgeschrieben hätte, am Ende doch ein wahrer Schatz entpuppt. Es kommt nun zwar nicht als Bestimmungsbuch zum EInsatz, wie ursprünglich geplant, sondern als Nachschlagewerk für alles, was nach dem Bestimmen kommt.

Was hast du mit einem deiner Lieblingsbücher erlebt. Ging es dir ähnlich? Oder hast du eine andere Geschichte zu erzählen? Schreibe es mir in die Kommentare. Ich bin gespannt auf deine Geschichte!


Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade „Welches Buch hat dein Leben verändert?“ von Melanie Hafner. #InspirierendeBuecher


Blogparadenaufruf: Dein Lieblingsrezept mit Wildkräutern

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Wichtige Hinweise

Alle publizierten Inhalte in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert, in meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin erlernt und nur als Anregung und zur Unterhaltung gedacht. Sie können den Arztbesuch nicht ersetzen, den ich bei körperlichen Beschwerden immer empfehle. Kräuter, Bäume und Pilze, die ich hier vorstelle, sammle und verarbeite ich für den Eigengebrauch. Bei Zweifel oder Unsicherheiten rate ich, sich an Experten, gerne an mich, zu wenden oder im Rahmen einer Wildkräuterwanderung unter Aufsicht des Kräuter- und Pilzkundigen zu sammeln. Im Zweifel stehen lassen.

Alle Inhalte und Fotos in diesem Artikel werden ausschließlich von mir produziert und dürfen nur nach Absprache und mit meiner Zustimmung von Dritten verwendet werden.

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