„Mama, was ist das? Kann man das essen?“ Das Kind zeigt auf eine Pflanze am Wegesrand. Und die Eltern? Zucken mit den Schultern. „Keine Ahnung. Fass es lieber nicht an.“ Genau dieser kleine Moment treibt mich an. Denn was die Eltern nicht wissen, können auch die Kinder nicht lernen. Und so geht Wissen verloren, Generation für Generation. Klio fragt in ihrer Blogparade: Wofür gehst du mit deinem Business wirklich los? Bei mir ist die Antwort ganz einfach und liegt buchstäblich am Wegesrand. Erfahre in den nächsten Zeilen:
Mein Warum: Warum ich über Wildkräuter blogge.
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Mein Warum: die Natur zurück ins Leben holen
Mir liegt etwas am Herzen: dass unsere nachfolgenden Generationen wieder näher an der Natur leben. Dass Kinder wissen, was da wächst, wie es heißt und ob man es essen kann. Klingt selbstverständlich? Ist es aber längst nicht mehr. Der Bezug zu dem, was direkt vor unserer Haustür wächst, ist vielen abhandengekommen. Und genau diese Lücke möchte ich schließen.
Die Lücke zwischen Eltern und Kindern
Kinder fragen unermüdlich: Was wächst da? Wie heißt das? Kann man das essen? Wunderbare Fragen. Nur bleiben sie heute viel zu oft unbeantwortet, weil die Eltern selbst die Antwort nicht kennen. Und wenn schon die Eltern die Fragen ihrer Kinder nicht beantworten können, wie sollen es die Kinder dann jemals wissen? So reißt die Kette ab. Ich möchte diese Kette wieder zusammenfügen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Freude, Neugier und ganz einfachen ersten Schritten.
Warum mir das so nah geht
Vielleicht liegt mir das alles auch deshalb so am Herzen, weil ich diese Lücke selbst kenne. Ich konnte glücklicherweise mit dem großen Wildkräuterwissen meiner Großeltern aufwachsen. Seit sie verstorben sind, hatte ich aber niemanden mehr, den ich fragen konnte: Kann ich das essen? Und was mache ich daraus? Mein WIssen schwand Stück für Stück und ich wurde immer unsicherer. Also habe ich es mir selbst wieder erarbeitet, Schritt für Schritt, von Grund auf, in der Ausbildung als Kräuterpädagogin. Und genau dabei ist mir klar geworden: Wenn schon ich suchen musste, wie viele andere suchen dann auch und finden niemanden? Diese Erfahrung ist der eigentliche Motor hinter jedem meiner Artikel. Ich möchte für andere die Ansprechpartnerin sein, die mir damals selbst gefehlt hat.
Sogar bei mir riss die Sicherheit ab: die Pilze
Und ehrlich gesagt: Das Lernen hört nie auf, auch bei mir nicht. Bei den Pilzen zum Beispiel wurde ich mit der Zeit immer unsicherer. Irgendwann hatte ich meine jährliche Pilzsammlung fast auf null reduziert, weil ich mich beim Bestimmen einfach nicht mehr traute. Wie es dazu kam, habe ich in meinem Beitrag Pilze bestimmen beschrieben. Zurückgeholt hat mir die Sicherheit nichts Digitales, sondern echte Kurse bei Waldsamkeit. Seitdem gehe ich wieder sicherer sammeln, erkenne die Pilze zuverlässiger und stehe wieder öfter mit einer Pilzpfanne am Herd, experimentiere mit panierten Pilzen oder einem Pilzgulasch, zum Beispiel mit dem Schwefelporling. Genau deshalb weiß ich aus eigener Erfahrung: Manchmal braucht es das echte Erleben, um Sicherheit zu gewinnen.
Superfood wächst vor der Haustür
Weißt du, was mich manchmal schmunzeln lässt? Wie viele Menschen Chia-Samen, Goji-Beeren und andere Superfoods teuer im Internet bestellen, während echte Superfoods direkt vor der Haustür wachsen. Man muss nur genauer hinschauen. Das, was viele achtlos als „Unkraut“ abtun, ist oft eine kleine Nährstoffbombe. Verkannt, übersehen, ausgerissen. Dabei wäre es genau das, was wir suchen: regional, kostenlos und mitten im Alltag.
Anfangen ist einfacher, als du denkst
Und das Schönste: Der Einstieg ist wirklich leicht. Die einfachsten Kräuter zum Kennenlernen sind Löwenzahn, Gänseblümchen, Spitzwegerich und Giersch – Pflanzen, die fast überall wachsen und kaum zu verwechseln sind. Wie du sie gemeinsam mit deinen Kindern entdeckst, habe ich in meinem Artikel Wildkräuter mit Kindern entdecken beschrieben. Und ganz wichtig: Dieser Weg ist nicht nur für Familien. Auch wer keine Kinder hat und einfach selbst wieder näher an die Natur möchte, ist herzlich eingeladen. Die einfachen Anfängerkräuter sind für alle da, die genauer hinschauen wollen. Wenn es mir gelingt, Eltern wieder ein Stück Sicherheit beim Bestimmen von Kräutern zu geben und wenn sie das dann sogar gemeinsam mit ihren Kindern entdecken, dann ist das für mich das Allerschönste. Ein Kind, das mit leuchtenden Augen sagt „Das darf ich essen?“, ist genau der Moment, für den ich blogge.
Und noch ein Warum: Natur, die entspannt
Mir geht es aber nicht nur ums Bestimmen und ums Essen. Es geht auch ums Runterkommen. Denn wer sich in der Natur auskennt und sie entspannt für sich zu nutzen weiß, fährt fast von allein herunter. Draußen im Grünen sowieso. Aber auch drinnen, wenn im Herbst und Winter das Schmuddelwetter regiert, lässt sich die Natur ins Haus holen und zur Ruhe kommen. Über diese entspannte Seite habe ich in meinem Beitrag Great Ager und Lebensqualität geschrieben. Dort wartet auch ein Freebie, das dir hilft, genau dieses Runterfahren zu üben.
Wenn du einfach mal ausprobieren möchtest, wie gut dir ein grüner Ausgleich auf Papier tut, reichen auch ein paar Buntstifte und ein Ausmalbild. Genau dafür habe ich mein Freebie „Waldbaden auf Papier“ entwickelt: 3 Ausmalbilder für dich und ggf. dein Kind, Nichte/Neffe oder Enkelkind die euch ein bisschen Waldbaden auf Papier schenken. Und das für unschlagbare 0€.

Jetzt entdecken und entspannen!
Mit „Waldbaden auf Papier“ erhältst du ein Stück Natur für ruhige Momente: zum Ankommen nach einem Spaziergang, zum Entspannen am Abend oder einfach für einen Moment der Stille zwischendurch.
Was dich erwartet:
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Wenn mein Warum aufgeht
Manchmal bekomme ich den schönsten Beweis, dass es funktioniert, direkt in die Kommentare. Neulich schrieb mir Christina unter meinem Holunder-Artikel:
„Ich hab heut im Wald die ersten reifen Dolden entdeckt und hab nun richtig Lust, was auszuprobieren. Deine Art zu schreiben spricht mich sehr an.“
Christina
Und ich sitze da und strahle. Denn genau das ist es: Jemand geht raus, schaut genauer hin, entdeckt – und traut sich. Für diesen einen Moment mache ich das alles.
Wildkräuterkunde findet nicht nur am Bildschirm statt
So sehr ich das Bloggen liebe, Wildkräuterkunde lebt nicht am Computer, sondern draußen, am lebenden Objekt. Ein Bildschirm kann dir vieles zeigen, aber er kann nicht ersetzen, eine Pflanze selbst in der Hand zu halten: sie zwischen den Fingern zu zerreiben, an ihr zu riechen, ihre Blattform zu ertasten, sie direkt neben ihrem giftigen Doppelgänger zu sehen. Gerade bei den Verwechslungen und erst recht bei den Pilzen ist genau das oft der entscheidende Unterschied. Echte Sicherheit entsteht im echten Erleben.
Eine Pflanze über das ganze Jahr lesen
Und die Natur verändert sich mit jeder Jahreszeit. Was im Frühling noch als zarte Rosette am Boden liegt, sieht im Sommer ganz anders aus und im Herbst trägt dieselbe Pflanze vielleicht Früchte oder Samen. Draußen lernst du, eine Pflanze über das ganze Jahr zu lesen, nicht nur auf einem einzigen Foto. Genau diese Wandlung macht das Sammeln so spannend, und ein einzelnes Bild im Netz kann sie kaum vermitteln.
Gemeinsam entdecken – ab Oktober live dabei
Noch etwas kann ein Bildschirm nicht: das gemeinsame Erleben. Draußen wird aus Wissen ein Miteinander. Man staunt zusammen, probiert zusammen, lacht zusammen. Solche Momente bleiben viel länger im Herzen als jeder gelesene Absatz. Dazu kommt: Über einen Blog erreiche ich viele Menschen auf einmal, die Reichweite ist groß. Aber die Natur ist regional. Jede Gegend hat ihre Besonderheiten, ihre ortsabhängigen Pflanzen, ihre ganz eigenen Schätze am Wegesrand. Das kann ein allgemeiner Artikel niemals vollständig abbilden. Deshalb ist es mir ein Herzensanliegen, mein Wissen nicht nur digital zu streuen, sondern auch aktiv draußen weiterzugeben über die heimische Flora und Funga, genau dort, wo sie wächst. Und genau darum starte ich im Oktober mit meinen Wildkräuterwanderungen. Komm mit, dann entdecken wir gemeinsam und live, was vor deiner Haustür wächst. Denn manches versteht man erst wirklich, wenn man mit den Füßen im Gras steht und eine Pflanze mit allen Sinnen begreift.
Mein Warum in einem Satz
Wofür gehe ich also wirklich los? Dafür, dass Familien den Mut und das Wissen zurückbekommen, die Schätze vor ihrer Haustür wieder zu sehen. Dafür, dass kein Kind mehr ratlos vor einer Pflanze steht, weil niemand die Frage beantworten kann.
Ich blogge über Wildkräuter, damit die nächste Generation wieder weiß, was da wächst, damit aus „Fass das lieber nicht an“ ein neugieriges „Schau mal, das kenne ich!“ wird.
Und du? Was ist dein Warum – wofür gehst du wirklich los? Erzähl es mir, ich bin gespannt.
Grüne Grüße
Inga

