Es war kein einzelner Moment, sondern eher ein verschwinden im Nebel. Schritt für Schritt. Und ich habe es so lange ignoriert, bis es nicht mehr ging. Nächte, die plötzlich unruhiger wurden und nassgeschwitzte Schlafsachen. Tage, an denen meine Stimmung Achterbahn fuhr, ohne dass ich einen Grund dafür hätte nennen können. Erst nach und nach wurde mir klar: Das sind meine Wechseljahre, die sich hier ankündigen.
Sabine Gerharz hat mit ihrer Blogparade „Meine Strategien für wunderbare Wechseljahre“ genau die Frage gestellt, die ich eigentlich schon seit Monaten auch für andere Frauen beantworten wollte: Was hilft mir eigentlich in dieser ganz besonderen Zeit? Hier teile ich meine ganz persönlichen Antworten, als Kräuterpädagogin, als Betroffene, als Mensch. Natürlich mit einem Schwerpunkt auf das, was vor meiner eigenen Haustür wächst aber auch mit Kniffen und Tricks, die einzigartig sind, so wie jede Frau.
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Kräuter, Tee & Oxymel – meine pflanzlichen Begleiter
Als Kräuterpädagogin war für mich schnell klar: Bevor ich nach künstlich hergestellten Ersatzhormonen greife, schaue ich erst einmal, was die Natur für mich bereithält. Nach Recherche und Augen öffnenden Seminaren in meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin habe ich viel probiert und gemixt. Am Ende haben sich drei Pflanzen für mich besonders bewährt.
Rotklee ist für mich die erste und wohl wichtigste Entdeckung gewesen. Er enthält Phytohormone, die meinen Körper sanft unterstützen können, wenn der eigene Hormonhaushalt ins Wanken gerät. Wie genau das funktioniert und was die Pflanze so besonders macht, habe ich in diesem Artikel über Rotklee in den Wechseljahren ausführlich beschrieben. Wenn du gleich loslegen möchtest: Mit diesem einfachen Rotklee-Tee-Rezept kannst du selbst ausprobieren, was er für dich tun kann.
Für die unruhigen Nächte, die viele von uns in dieser Phase kennen, ist Hopfen mein zweiter treuer Begleiter geworden. Erst Zufallsfund am Wegesrand und zunächst einfach nur kulinarisch als Likör verarbeitet, hat er sich später in einem Hopfen-Oxymel als unentbehrlicher Abendbegleiter entpuppt. Die ganze Geschichte zu meiner Entdeckung kannst du bei „Mehr als Bier – Hopfen als Superfood mit Rezepten und Wirkung“ nachlesen. Im Großen und Ganzen wirkt Hopfen beruhigend und schlaffördernd. Ein Esslöffel Oxymel kurz vor dem Schlafengehen eingenommen, hilft mir oft, endlich abzuschalten und erholsamen zu schlafen, statt stundenlang wach zu liegen.
Und an Tagen, an denen meine Stimmung einfach im Keller ist, greife ich zu Johanniskraut – dem „Kraut für die Seele“. Johanniskraut enthält eine einzigartige Wirkstoffkombination. Wie du Johanniskraut erkennst, sammelst und die Wirkstoffkombination für dich nutzen kannst, erfährst du in meinem Johanniskraut-Artikel. Besonders gerne mache ich daraus dieses Oxymel. „Gute-Laune-Oxymel“, wie ich es liebevoll nenne. Es heißt zwar, die Wirkung von wenigen Blüten in Oxymel oder Tee sei verschwindend gering, nur hochkonzentrierte Präparate der Arzneimittelindustrie würden die erwünschte Wirkung entfalten. Umso glücklicher schätze ich mich, dass ich anscheinend empfänglich für Placebo-Effekte bin. Vielleicht ist es auch einfach nur das positive Mindset, dass ich meiner Kreation entgegenbringe. Ich habe zumindest das Gefühl, mein Johanniskraut-Oxymel begleitet mich mit etwas mehr Sonne durch die dunkle Jahreszeit.



Kreativität auf Papier und digital – zurück ins Hier und Jetzt
Was viele nicht erwarten würden: Eine meiner wirksamsten Strategien, um den aufgekratzen Geist herunterzufahren, hat nichts mit Pflanzen zu tun, sondern einerseits mit Pinseln und/oder Buntstiften oder mit meiner Laptop-Tastatur. Aber ich sagte ja schon eingangs: Das sind meine ganz eigenen Vorlieben und Strategien, die so einzigartig sind, wie ich selbst.
Pinsel und Buntstifte statt Gedankenkarussell
Wenn die Gedanken kreisen, und das tun sie in dieser Lebensphase gerne, hilft mir nichts so sehr wie ein paar Minuten mit einem künstlerischen Projekt, wie z.B. einem Ausmalbild vor mir. Keine To-do-Liste, kein Ziel, einfach meinen Pinsel über das Papier gleiten lassen oder nur Linien und Farben folgen. Genau in diesen Momenten merke ich, wie mein Kopf langsamer wird und ich wieder ganz im Jetzt ankomme, statt in Sorgen über morgen oder Erinnerungen an gestern zu kreisen.
🎨 Was mir besonders hilft: Wenn die Gedanken keine Ruhe geben wollen, hole ich mir mit Pinsel oder Buntstiften die Ruhe des Waldes zurück. Mein Freebie „Waldbaden auf Papier“ schenkt dir 3 Ausmalbilder für genau solche Momente. Hier kostenlos herunterladen →

Bloggen für Klarheit im Kopf
Nicht nur das Malen, auch das Schreiben meiner Blogartikel hilft mir, meine Gedanken zu ordnen und im Hier und Jetzt zu sein. Seit ich regelmäßig schreibe, hat sich meine Konzentrationsfähigkeit spürbar gestärkt, und der gefühlte Nebel im Kopf, den viele von uns in den Wechseljahren kennen, lichtet sich dabei ein Stück. Vor allem aber habe ich durch das Schreiben meine Motivation wiedergefunden: Es vergeht kaum ein Tag, an dem mir nicht eine neue Idee für meinen Blog einfällt. Am liebsten würde ich sie alle sofort gleichzeitig umsetzen.


Mein Fazit: Hinhören statt durchhalten
Die Wechseljahre haben mich gelehrt, genauer hinzuhören: auf meinen Körper, auf meine Stimmung, auf das, was mir in welchem Moment wirklich hilft. Manchmal ist es eine Tasse Rotklee-Tee, manchmal ein Löffel Hopfen-Oxymel vor dem Schlafengehen, eine sonnige Brause mit Johannisraut-Oxymel, manchmal ein Stift in der Hand und manchmal einfach das Schreiben selbst. Vielleicht probierst du dich auch mal aus. Jede von uns wunderbaren Wesen hat ganz eigene Vorlieben und nutzt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, um sich ins Hier und Jetzt zurück zu holen oder wieder Ruhe in den Schlaf zubringen oder die emotionale Achterbahn in geregelte Bahnen zu lenken. Daher bin ich auch ganz gespannt, welche Strategien die anderen Teilnehmerinnen der Blogparade teilen. Schau unbedingt auch bei Sabines Blogparade-Aufruf vorbei, dort sammeln sich nach und nach ganz unterschiedliche Erfahrungen.
Und du? Welche kleinen Rituale begleiten dich durch diese Phase? Ich freue mich, wenn du sie mir in den Kommentaren erzählst.