Der Philosoph in mir hat Ausgang und alles fängt zu fließen an. Dafür, dass ich mich die letzten Monate vor den Monatsrückblicken gedrückt habe, rumort es diesen Monat in mir. Gedankenstrudel, die ans Licht gelangen wollen. Das neue Format 7 – Gedanken von Linda Kunze hat sich in meinen Kopf geschlichen und plant dort einen längeren Aufenthalt. Ich nehme das gerne auf und schaue, was sich daraus entwickelt. Im Moment fühlt es sich leichter an und die Zeilen fließen besser als im ersten Anlauf, meinem Monatsrückblick vom Januar 2026. Ich lade dich ein, das Boot am Flussufer zu nutzen, etwas in den Fluss hinaus zu rudern und dich der Strömung anzuschließen. Lass uns schauen, wo wir am Ende gemeinsam landen. Dieser Monatsrückblick ist nämlich diesmal überraschend philosophisch. Diesmal ist nicht „Skippen oder nicht skippen?“ die Frage, sondern eher eine Einladung: Komm, begleite mich ein Stück des Weges. Ich gewähre dir heute ungewohnt tiefe Einblicke.
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Gedanke 1 – Eine Beobachtung
Was der Monat Mai schon neu gemacht hat, habe ich im Juni weiter ausgebaut. Dieser Monat war voller tiefer Gespräche, neuer Inspirationen, neuer Rollen und neuer Sichtweisen. Denn wenn ich meine Fotosammlung des Juni so ansehe hat sich farblich zwar kaum etwas verändert. Allerdings gibt es inzwischen mehr Videos und andere Kameraperspektiven. Ich stehe ungewöhnlich viel vor der Kamera statt dahinter. Innerlich gab es einen großen Umbruch. Ich spüre mehr Selbstsicherheit, mehr Sicherheit an sich. Sicherlich haben dazu die vielen unterschiedlichen Gespräche geführt, die ich in diesem Monat hatte. Der Monat begann für mich in Niedersachsen. Eine Gelegenheit, um mal raus zu kommen. Das hat sowas von gescheppert. Dort taten sich so viele Möglichkeiten auf. Eine eigentlich noch neue Verbindung hat sich auf eine tiefere Ebene begeben und hat ganz viel Kreativität in mir anklingen lassen. Dieser habe ich diesen Monat einfach mal freien Lauf gelassen, ohne sie in einen Käfig zu sperren: „Nein, das kannst du nicht machen.“, „So viel auf einmal?!“, „Wie sieht das aus?!“, „Mach mal langsam!“, „Du traust dich ja was!“. Aber weißt du was, diesmal habe ich allem einfach freien Lauf gelassen. Gedreht, vor der Kamera gesprochen, Fotografiert, ausprobiert, verworfen, nochmal versucht, geschnitten, zusammengefügt und am Ende sind schöne Momentaufnahmen entstanden. Unperfekt, ungewöhnlich, vor allem ungewohnt. Aber immer mit einem schönen Ergebnis. Es folgte ein Wochenende mit den Mädels. Glamping im „Camp Casel“. Diesmal einen Tag länger. Mal ein anderes Format und wir alle spürten, ja, genauso ist es richtig. Weiter ging es mit einem Herzen-Kurs „Wilde Küche“ den ich schon seit 3 Jahren besuchen wollte. Dieses Mal hat es geklappt. Ausgerechnet am heißesten Wochenende, das wir bisher hatten. Aber verbunden mit einem Wochenende an der Ostsee, war es halb so „schlimm“. Sand zwischen den Zehen, Wasser, das die Füße umspülte, Rauch der in den Augen brannte und vor allem Essen, das der Bauch weh tat. Ich war selten so ausgefüllt. Körperlich wie mental. Das fällt mir in letzter Zeit immer öfter auf. Ich bin stolz auf das, was ich bisher geschafft habe. Das hat mich viel Kraft gekostet. Ich spüre aber auch, wie ich gewachsen bin. Mein Kokon, der mich lange einengte, hat Risse bekommen und meine Flügel haben endlich die Möglichkeit, sich zu entfalten. Bald bin ich so weit, zu fliegen. Kannst du es auch sehen?





Gedanke 2 – Eine Erkenntnis
Nur eine???Das Korsett passt diesen Monat nicht. Sorry! Heute wird das Phrasenschwein gemästet:
Nicht jeder Schlüssel passt in jedes Schloss
Es gibt solche und solche Menschen. Und wenn es nicht passt, ziehe ich eben weiter. Das hat nichts mit mir persönlich zu tun. Manchmal funkt es halt einfach nicht. Und die Erfahrung lehrt mich: Was passt, wird sich finden und wenn nicht heute, dann vielleicht morgen. Die lebensverändernde Erfahrung, die ich schon mit meinem Traumprinzen gemacht habe, weitet sich immer weiter auf andere Bereiche meines Lebens aus. Daher bin ich inzwischen geduldig. Ärgere mich nicht über vertane Zeit und investierte Energie, sondern freue mich über die Lektionen, die ich daraus lerne. Erkenntnis ist: Jede Erfahrung bringt mich weiter, egal ob positiv oder negativ.
Gut Ding will Weile haben
Geduld war noch nie mein Steckenpferd. Ganz untypisch sehe ich mich gerade entspannt darauf warten, was als nächstes kommt. Diesen Monat gab es Phasen, da habe ich gesät und gesät und hatte das Gefühl, die Samen verschwinden in einem bodenlosen Loch. Erkenntnis: Je mehr ich sähe, umso eher kann ein Same hängen bleiben und fruchten. Also bleibe ich für diesen Moment weiter ackernder Bauer und säe, was das Zeug hält. Erste Pflänzchen gehen bereits auf. Ich liebe es ja, Pflanzen beim Wachsen zuzusehen und bin gespannt: Wird es ein Pflänzchen, ein Busch oder ein großer majestätischer Baum? Wir werden sehen.
Schreiben, wie mir der Mund gewachsen ist
Ich sprühe gerade vor Ideen. Ich würde fast sagen, ich platze. Letzteres möchte ich auf keinen Fall riskieren, daher lasse ich gerade alles heraus, was Raum haben möchte. So wie diese Zeilen. Normalerweise schreibe ich sehr bedacht und wäge ab: „Passt das?“, „Sollte ich lieber ein anderes Wort finden?“. Momentan spielt dieses Abwäge nur zweite Geige. Ich lasse meinem Wortfluss freien Lauf. So wie es kommt, wird es in diese Zeilen gegossen. So wie der Leitspruch meiner Mentorin Judith „Sympatexter“ Peters: „Blog like nobody‘s reading“. Das ist ein unglaublich befreiendes Schreiben. Fast so, wie in ein Tagebuch. Und das ist ein Format, das mir gerade guttut, also ziehe ich das jetzt so durch.

Gedanke 3 – Etwas Persönliches?
Mein erster Gedanke dazu: „Ich finde der ganze Artikel ist dieses Mal ungewöhnlich frei und tiefgreifend persönlich. Daher finde ich an dieser Stelle gerade keinen Raum. Weglassen möchte ich diese Überschrift auch nicht, daher lasse ich das jetzt einfach mal so stehen, wie es ist“. Aber nicht nur dieser Artikel ist wesentlich persönlicher geworden, als die letzten, die sich eher um mein Herzensthema „Wildkräuter“ drehten. In diesem Monat riefen Teilnehmer der TCS zur Blogparade auf. Jede/r hat ein spezielles Thema, zu dem er/sie selbst einen Blogartikel schreibt und andere dazu einlädt, bis zum 02. August 2026 auch Artikel über dieses Thema zu schreiben und dort zu verlinken. Es sind viele Themen dabei, die eher in die Kategorie „Persönliches“ fallen. Ich habe in den letzten Tagen Ideengewitter in meinem Kopf gehabt und unter anderem bereits zum Thema „Great Ager und Lebensqualität – persönliche Erfahrungen + Strategien„ und „Fehlkauf oder Schatz? Wie ein Buch mich auf die Probe stellte“, dem Blogparaden-Aufruf von Melanie „minschtl“ Hafner geschrieben. Und es werden nicht die letzten sein. Das Thema „Liebesbrief an mich selbst“ schwebt mir noch im Kopf rum und ich weiß noch nicht mal von allen anderen Themen. Da findet sich sicher noch das ein oder andere Persönliche für mich. Schau gerne schonmal in die ersten Artikel rein. Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Monaten noch mehr persönliche Themen folgen werden. Außerdem veranstalte ich meine eigene Blogparade: „Mein Lieblingsrezept mit Wildkräutern“. Wenn du eines hast, dann teile es gerne in meinem Aufruf!

Gedanke 4 – Ein Satz, der hängen geblieben ist
Den Satz des Monats, der bei mir hängen geblieben ist, hatte ich eigentlich im Mai verortet und wollte ihn gerade mit hinübernehmen. Voller Erschrecken stelle ich bei Durchsicht meines Kalenders fest, dass der tatsächlich am 2.6. fiel und mich seitdem begleitete, wie eine warme Decke, eine Umarmung oder wie eine Stütze, die mir den Rücken stärkt. Dafür muss ich allerdings etwas weiter ausholen: Seit Kindertagen begleitet mich eine Feststellung meiner Mutter: „Ach Inga, ich weiß, dass du es immer schaffst, aber immer erst 5 Minuten vor der Angst reißt du das Ruder rum. Das ist immer so anstrengend!“ Wenn ich so darüber nachdenke, hat mich das oft zu Schnellschüssen verleitet. „Jetzt denk nicht schon wieder zu viel drüber nach. Entscheide dich endlich.“ Zack entschieden. Und was hat es gebracht? Nichts. Folge war oft das nächste Hamsterrad. „War das wirklich die richtige Entscheidung?“ Oft fühlte es sich nicht so an. Und ich fühlte mich teils schlechter vorbereitet auf das, was dann kam, als wenn ich die Entscheidung knapp vor peng, dafür aber gut durchdacht, getroffen habe.
Eine Wegbegleiterin, Kerstin, deren Bekanntschaft leider viel zu früh am 02.06. endete, sagte mir zum Abschied: „Weißt du Inga, du bist eben eine Person, die sich der Tragweite ihrer Entscheidungen sicher sein will. Du holst dir viele verschiedene Meinungen ein, um am Ende den perfekten Mittelweg für dich zu finden. Das ist (d)eine Stärke!“ Was soll ich sagen?! Das hat mir die Augen geöffnet! Ich hatte immer das Gefühl, es wäre falsch, überlegte Entscheidungen zu treffen. Dass es mich verlangsamt und ich nicht schnell genug für diese schnelllebige Zeit bin. Dabei ist es etwas, was mich begeistert, was meinen Kern ausmacht. Ich liebe das Sammeln von Informationen. Das ist wie Puzzleteile zusammensuchen. Ich liebe es die einzelnen Puzzleteile immer wieder umherzuschieben und, wie in einem Kaleidoskop, immer wieder neue Bilder und Gebilde daraus zu schaffen. Meine Kreativität und Schreibwut kommt also nicht von ungefähr. Auch Worte haben unterschiedliche Bedeutung, je nach Betonung, Zusammensetzung, Groß- oder Kleinschreibung, je nach Kontext etc. lassen sich daraus immer wieder neue Texte formen, entstehen immer wieder neue Bilder im Kopf. Huih, ist gerade schön hier in meinem Kopf! 😉
Gedanke 5 – Etwas, das sich verändert hat
Ohjeh, jetzt bin ich abgeschwiffen, aber merkst du auch, was diese Änderung der Sichtweise mit mir macht? Meine Art, Entscheidungen zu treffen, fühlt sich vielleicht für andere anstrengend an. Sie ist aber genau die richtige für mich. Seit mich dieser Satz begleitet, hat sich etwas in mir freigesetzt, Druck genommen und verändert. Punkt! Das Ergebnis sind freiere Gedanken, fließendere Kreativität, Texte, die sich wie von alleine schreiben, Fotoideen, die immer besser umgesetzt werden und Videos, die keine Challenge mehr sind, sondern, die sich zum Spiel mit Bildern und Sprache entwickeln. Doch dazu im nächsten Abschnitt mehr.
Gedanke 6 – Etwasse, die überrascht haben
Ja, ich weiß ETWASSE ist kein Wort, aber beim Herunterschreiben der ersten Überraschung ist mir schon die nächste eingefallen.
Ich überlegte anfangs: Hat mich diesen Monat etwas überrascht? Im Grunde war der gesamte Monat gut durchgeplant. Kaum Raum für Überraschungen, aber wenn ich so drüber nachdenke und nochmal den Bick über die Fotos und vor allem VIDEOS schweifen lasse, dann fällt es mir doch wie Schuppen von den Augen: Ja, ich zeige mich zur Abwechslung mal gerne vor der Kamera. Seit ich letzten Monat an der Challenge von Marianna Sajaz teilgenommen habe, die ein Mitglied meiner Communtiy „TCS“ um Judith „Sympatexter“ Peters ist. Aufgabe war, jeden Tag ein Video von mir zu machen. Und wenn es nur 10 Sekunden sind. Ich muss ehrlich sagen, dass mir das im Mai wahnsinnig schwergefallen ist. Ich habe es höchstens alle 5 Tage geschafft. Das lag nicht daran, dass ich keine Gelegenheit gehabt hätte, sondern eher, dass ich mich damit unglaublich unwohl fühlte. Mir fiel nicht ein, was ich sagen sollte. Ich mochte mich gar nicht selbst sehen. Ich hatte Angst Blödsinn zu reden. Diesen Monat habe ich für mich entdeckt, dass es genügend Möglichkeiten gibt, um Videos zusammen zu schneiden. Klingt komisch, geht aber so: Erst habe ich das Video in seine Einzelteile zerlegt, das Bild vom Ton getrennt. Ja, das geht. Dann habe ich aus Beidem Teile herausgeschnitten, die für mich nicht passten, sowohl Ton als auch Bild. Dann wieder zusammengesetzt, zu Not noch mit Fotos ergänzt und siehe da, es sind tolle Sequenzen daraus geworden. Unter anderem zwei Reels übers Räuchern, die durch die Decke gingen: Räucherbündel binden Teil I und Räucherbündel binden Teil II. Seit dem sind weitere Reels entstanden, die mal keine Fotocollagen sind, sondern kleine Einblicke in meine Kräuterwelt. Bewegt, authentisch, einfach ich. Dafür wurde ich mit neuen Followern belohnt.
Und wo wir gerade bei Überraschungen sind: Ich habe beim 12 von 12 für den Monat Juni geschummelt. Da ich am 12. Juni bereit im Glamping mit den Mädels war und sie nicht mit meiner Foto-Wut „belästigen“ und das Wochenende ohne Content-Druck genießen wollte, hatte ich meinen 12 von 12 diesen Monat einen Tag vorverlegt. So weit, so gut, bzw. nicht weiter schlimm. Aber was dann passierte, damit hatte ich nicht gerechnet. Meine Besucherzahlen EXPLODIERTEN! Mein bisher stärkster 12 von 12 war vom Februar 2026 mit bis heute insgesamt 172 Besuchern. Das hatte ich in den Folgemonaten kaum wieder erreicht. Doch im Juni sind es bis heute 368. Ich war völlig aus dem Häuschen. Anfangs habe ich die Blogger, die schon morgens als erste ihren 12 von 12 verlinkten argwöhnisch betrachtet. Wie können denn am Morgen schon 12 Fotos vom Tag entstanden sein. Aber gut, nun kann ich es verstehen. Der frühe Vogel fängt die Besucher ein. Auch, wenn es verführerisch ist, werde ich mich in den nächsten Monaten trotzdem wieder an die Regeln halten und die Fotos des 12. eines jeden Monats posten. Aber im Ausnahmefall kann ich für nichts mehr garantieren….

Gedanke 7 – Ein Ausblick oder eine Frage
Ich greife ein Motto aus meinem Great Ager-Artikel für den Blogparaden-Aufruf von Johanna Winzek auf: „Mein Umfeld bewusst gestalten“ Daher stellen sich mir für diesen Moment nur die Fragen: Was kann im Juni bleiben und was darf mit mir gehen und mich ein weiteres Stück begleiten? In erster Linie nehme ich den Schub mit. Die Erkenntnis, dass Videos nur halb so schlimm sind, wie es sich anfangs angefühlt hat, trägt mich und macht mir Mut, mich neuen Projekten zu stellen. Ebenso die Teilnahme an meinen ersten Blogparaden hat mich beschwingt und mir ganz neue Perspektiven eröffnet. Es müssen nicht immer nur Wildpflanzen sein, die Welt kann sich auch mal um mich persönlich drehen. Ohne Scham oder hinter vorgehaltener Hand. Kreativität ist ein Motor, den ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte. Er hilft mir, Gedanken und Bilder aus Ideengewittern zu formen, die mich immer öfter überfallen und ihnen Ausdruck zu verleihen. Die Ergebnisse daraus machen mir immer klarer: Das ist mein Weg und genauso möchte ich ihn gehen. Wenn das für andere anstregend ist, ist das kein Problem mehr für mich. Ich nehme das so hin und ändere für mich einfach die Marschrichtung. Auf diesem Marsch suche ich mir eben neue Wegbegleiter, die in die gleiche Richtung und die gleiche Schrittlänge gehen, wie ich. Letztendlich landet jeder Fluss im Meer. Mein fließender Monatsrückblick darf sich nun auch in die Weite des Meeres begeben, ich schaue dem Papierschiffchen, das darauf mit in die Weite des Meeres getragen wird, noch eine Weile zu und gehe weiter meines Weges. Diesmal weg vom Meer in neue Gefilde. Ich freu mich darauf. Kommst du mit?
2 Kommentare
Liebe Inga,
danke fürs Mitnehmen in deine Gedanken. Ich habe mich in sooo vielem wiedergefunden. Schreiben, Philosophieren, Samen säen, Loslassen … Es hat echt Spaß gemacht, deinen Monatsrückblick zu lesen.
Alles Liebe, Anett
Liebe Anett,
ich danke dir für das Feedback. Anfangs kamen mir die Gedanken noch sehr ungeordnet vor, aber gut zu wissen, dass sich mein reißender Fluss an Gedanken auch von anderen gut lesen lässt. Ich bin gespannt auf deinen Monatsrückblick und hüpfe gleich mal rein.
Grüne Grüße
Inga