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Die Rosskastanie ist vor allem bekannt für ihre schönen Blütenkerzen, die jeden Frühling den ganzen Baum wie einen Weihnachtsbaum ohne Kugeln erscheinen lassen. Aber auch als Bastelmaterial für die berühmt berüchtigten Kastanien-Tiere wird im Herbst gerne zur Rosskastanie gepilgert, und werden Unmassen an braunen kugeligen Früchten gesammelt. Da kommen bei mir Kindheitserinnerungen hoch. Bei dir auch? Doch wusstest du schon, dass die Kastanie auch auf nachhaltige Weise sowohl als Naturheilmittel als auch als Waschmittel eingesetzt werden kann? In diesem Beitrag erfährst du, wie die wertvollen Inhaltsstoffe der Rosskastanie dazu beitragen können, umweltfreundliche Alternativen für Gesundheit und Haushalt zu schaffen. Ich zeige dir, welche Verwendungsmöglichkeiten diese beeindruckende Pflanze bietet – ganz im Einklang mit der Natur!
Weißt du schon? Geschichten zum Lernen
Natur hautnah: Faszinierendes Farbspiel der Rosskastanien-Blüten
Hast du dir die Blüten einer Rosskastanie schon einmal genauer angeschaut? Geh mal ganz nah ran und staune. Bisher dachte ich, dass die Rosskastanie einfach nur Blüten mit unterschiedlichen Farben hat. Sie reichen von gelb über lachsfarben bis hin zu pink. Dieses Frühjahr habe ich eine Kastanie gefunden, deren Äste so tief hingen, dass ich mir ein paar Blütenkerzen mitnehmen konnte. So wunderschön. Und dann kam in mir die Frage auf, wie viele Blüten an einer solchen Kerze eigentlich dran sind. Ich habe zu Hause nachgezählt. Es sind sage und schreibe 122 Blüten und ich habe mir eine der kleineren Blütenkerzen ausgesucht. Das geht also noch mehr. Dabei fiel mir auf, dass die vordersten Blüten einen gelben Fleck, ein sogenanntes Saft-Mal, haben und je älter die Blüte ist, wird dieser Fleck lachsfarben bis pink. Faszinierend. Die Rosskastanie bildet Nektar in Drüsen, die zwischen den Kron- und Staubblättern liegen. Die erst gelbe Farbe lockt bestäubende Insekten an und signalisiert, dass es etwas zu holen gibt. Sobald die Nektarproduktion dem Ende zu geht, färbt sich der Fleck der Blüte lachsfarben bis pink und wird damit für die bestäubenden Insekten uninteressant.
Wertvolle Inhaltsstoffe
Bis zum Herbst werden aus diesen schönen Blüten die grünen, runden und stacheligen Früchte, die 2 bis 3 rotbraune Kastanien beherbergen. Die Kastanien der Rosskastanie sind übrigen im Gegensatz zu den Esskastanien (die auch zu einer anderen Pflanzenfamilie, nämlich den Buchengewächsen gehört) nicht essbar, da sie in größeren Mengen eingenommen, Übelkeit verursachen. Das liegt an den reichlich enthaltenen Saponinen und Bitter- sowie Gerbstoffen. Diese sekundären Inhaltsstoffe sind in geringen Maßen eigentlich gesundheitsfördernd. Trotzdem ist bei der Dosierung Vorsicht geboten. Sie sollten nur in Maßen in die Ernährung integriert werden. Denn ein übermäßiger Verzehr davon kann auch in das Gegenteil umschlagen: Unter anderem kann eine Überdosierung zu Verstopfung, Allergien und Hautreizungen führen, die Wirkung von Medikamenten hemmen und Magenbeschwerden oder gar Leberschäden verursachen. Dazu habe ich bereits in den Warnhinweisen im Artikel zur ERLE berichtet.
Zwar nicht essbar, aber: Ein wertvolles natürliches Heilmittel
Die Rosskastanie enthält sehr viele Saponine und Gerbstoffe. Sie kann aufgrund ihrer gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe daher nur wohl dosiert für natürliche Heilmittel eingesetzt werden. Als solches wirkt das Saponin der Rosskastanie entzündungshemmend, wassertreibend und venenstärkend. Gerbstoffe wirken adstringierend, das heißt, sie haben die Eigenschaft Gewebe zusammen zu ziehen. Daher findet die Rosskastanie arzneilich bei Venenschwäche, Schweregefühl in den Beinen und geschwollenen Beinen, sowie allgemein bei Gefäßerkrankungen Anwendung. Außerdem unterstützt eine Rosskastanientinktur auch als natürliches Mittel bei Beschwerden mit Hämorrhoiden. Ein tollen Rezept für eine solche Tinktur habe ich HIER gefunden. Ich setze mir dieses Hausmittel bei jeder Kastanienernte an und bin höchst zufrieden. Zugegebenermaßen schmeckt es scheußlich, die Beschwerden sind aber wesentlich weniger geworden. Die Tinktur gegen Hämorrhoiden wird nur mit den Schalen der Rosskastanie hergestellt.
Zwar nicht essbar, aber: Ein nachhaltiges und natürliches Waschmittel
Und du glaubst doch wohl nicht, dass ich die übrig gebliebenen abgeschälten Kastanien danach entsorgt habe. Dann kennst du mich aber schlecht. Nein, ganz im Gegenteil. Denn, natürlicher geht’s nicht: Kastanien eigenen sich gaaaanz nachhaltig als pflanzliches Waschmittel. Die eben erwähnten Saponine kann man sich für die Wäsche zunutze machen. Ein Rezept dazu kannst du dir weiter unten herunterladen. Dieses Waschmittel ist regional, nachhaltig und besonders für Allergiker oder empfindliche Haut geeignet. Falls ihr also von der Tinktur-Produktion Kastanien übrig habt, ist das die Chance, auch noch diese Reste nachhaltig weiter zu verwenden.
Schon gemacht? Einfache Rezepte und Anleitungen zum Ausprobieren
Waschmittel aus Rosskastanien
Der Sud sollte möglichst frisch angesetzt werden, da er nicht sehr lange haltbar ist und jauchig riecht, sobald er schlecht ist. Möchtest du das Kastanienwaschmittel ganzjährig verwenden und nicht nur im Herbst, empfehle ich dir, die Kastanien fein zu hacken, zu trocknen und daraus den Sud immer frisch herzustellen. Wenn du weiße Wäsche damit waschen und nicht verfärben willst, empfehle ich dir, die Schale zu entfernen. Das ist zwar eine mühselige Arbeit, aber wie bereits oben angekündigt, kannst du die dabei übrig bleibenden Kastanienschalen, als Heilmittel gegen Hämorrhoiden in Alkohol ausziehen und diese Tinktur entweder als natürliches Mittel gegen die eben erwähnten Plagegeister einnehmen. Oder du benutzt sie als Grundlage für eine Salbe. Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten für Rosskastaniensalbe oder -gele findest du HIER oder auch HIER.
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Experiment mit Rosskastanien
Übrigens, falls du noch keine Idee für die Herbstferien hast: Das ist eine wunderbare Ferienbeschäftigung für die Kinder. Schicke sie raus. Gib ihnen einen Eimer mit. Mutti braucht Kastanien. Und wenn sie die Eimer voll nach Hause bringen habe ich noch eine Idee für dich, wie du sie bei Laune halten kannst: Schneide die Kastanien grob klein, lege sie über Nacht in Wasser. Lass die Kinder das Glas am nächsten Tag gut durchschütteln. Überraschung! Ihr werdet erstaunt sein, wie schaumig das Wasser sein wird. Dieses Experiment demonstriert hervorragend, wie sich die Saponine aus den Kastanien lösen und in Form von Schaum sichtbar machen lassen. Waschmittel ist also nicht nur ein Produkt der Industrie. Wer hat’s erfunden? Natürlich die Natur! 💚
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Quellen
https://www.wissen.de/bildwb/kastanien-anziehende-blueten-leckere-fruechte.
Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann, Roland Spiegelberger, Enzyklopädie, Essbare Wildpflanzen, AT Verlag 2020, 14. Auflage 2023, S. 71.
Margot und Dr. Roland Spohn u.a., Kosmos-Naturführer, Das Original, Was Blüht denn da?, Kosmos Verlag 2021, 60. Auflage, S. 426.
Sandra Keller-Gramlich und Alexander Gramlich, Die moderne Kräuterhexe, Mit Wildkräutern und Heilpflanzen durchs ganze Jahr, Erschienen im Eigenverlag 2024, 6. Auflage, S. 137.
https://www.smarticular.net/kastanientinktur-herstellen-rosskastanienextrakt-venen-gegen-krampfadern/.
Bild 1 „Kastanien-Blätter vor blauem Himmel“: von mir selbst aufgenommen.
Bild 2 „Kastanienblüten, Nahaufnahme, Makro“: von mir selbst aufgenommen.
Bild 3 „Kastanienfrucht aufplatzend zwischen Laub“: von mir selbst aufgenommen.
Bilder aktuell erwerbbar über: : shutterstock
2. Bild: Rezeptkarte „natürliches Waschmittel aus Rosskastanien“ von mir selbst erstellt und aufgenommen.
Wichtiger Hinweis an alle
Alle publizierten Inhalte in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert, in meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin erlernt und nur als Anregung und zur Unterhaltung gedacht. Sie können den Arztbesuch nicht ersetzen, den ich bei körperlichen Beschwerden immer empfehle. Kräuter, Bäume und Pilze, die ich hier vorstelle, sammle und verarbeite ich für den Eigengebrauch. Bei Zweifel oder Unsicherheiten rate ich, sich an Experten, gerne an mich, zu wenden oder im Rahmen einer Wildkräuterwanderung unter Aufsicht des Kräuter- und Pilzkundigen zu sammeln. Im Zweifel stehen lassen.
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