Heute wird gesungen. Ja, richtig gelesen. Ich stehe hier mit Kerze, Konfetti im Kopf und schmettere: „Viel Glück zum Bloggeburtstag, für dich, für mich…“ Kennst du das Original? Es stammt aus „Alice im Wunderland“ und wird dort eigentlich zum Nichtgeburtstag gesungen. Und weißt du was? Genau deshalb passt es. Denn ein Blog ist kein Mensch, kann streng genommen gar keinen Geburtstag feiern, doch ich feiere ihn heute trotzdem. Mit dir, mein grüner Blog von WildKrautBraut. Deinen ersten. Heute, am 07. Juli 2026, bist du ein Jahr alt geworden. Dafür singe ich dir hier ein gebührendes Ständchen.
Und weil das Universum manchmal ein feines Timing hat: Dieser Artikel ist gleichzeitig mein Beitrag zur Blogparade „Warum und wann ich mit dem Bloggen angefangen habe“ meiner Blogger-Kollegin Birgit Lorz. Kaum kommen die ersten Gedanken, dass ich ein besonderes Geschenk zu deinem Geburtstag plane, ruft sie genau zu diesem Thema auf. Zufall? Vielleicht. Ich nehme es als Zeichen. ✨😉
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Wie alles begann – oder: Ein Same fiel auf fruchtbaren Boden
Angefangen hat alles gar nicht mit dir, sondern mit einem sehnsüchtigen Gefühl, einem starken Wunsch, mehr Grün in mein Leben zu integrieren. Im September 2024 startete ich daher meine Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Die Aufgabe: mindestens 60 Wildpflanzen sammeln und 30 davon näher auszuarbeiten. Am Ende fanden sich 101 katalogisierte Pflanzen und 31 Herbariumsartikel in meinen Ordnern wieder. Nur eine Pflichtaufgabe? Von wegen! Das Recherchieren, das Eintauchen, das Ausformulieren, hat mir so viel Freude gemacht, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte. Da warst du schon da, als Same in meinem Kopf. Und du wolltest raus aus den Ordnern, rein in die Welt, rein in das www, rein in das World Wide Web.
Also habe ich im Februar 2025 kurzerhand einen Selbstlernkurs gekauft und in Eigenregie angefangen, eine Website aufzubauen und dich gleich mit. Die Idee wuchs langsam über die ersten Monate meines Kräuterkurses, kurz vor Prüfung, ganz in meiner knapp vor Peng-Manier, zack, schnell umgesetzt. Das Ziel: Ende Juli solltest du Teil meiner Prüfung zur Kräuterpädagogin sein. Als Präsentation, wie es nach meinem Abschluss weitergehen sollte. Und so gingen am 7. Juli 2025 meine ersten fünf Artikel online. DER OFFIZIELLE STARTSCHUSS. Deine Geburtsstunde.
Unsere ersten fünf Babies
Zu deinem Geburtstag blättern wir zusammen im Fotoalbum, einverstanden? Schauen wir zurück auf die fünf Artikel, mit denen alles begann: Die Erle – mystische und überraschen gesunde Rezeptzutat machte den Anfang. Danach kamen der Ahorn, die Linde und der Beifuß. Und als fünftes die Rosskastanie. Was war ich damals stolz. Das sind sie, unsere ersten Babies. Wenn ich sie heute lese, sehe ich Zweierlei: wie viel ich seitdem gelernt habe und wie viel Herzblut schon damals drinsteckte. Und schon stehen mir Tränen in den Augen.





Vom Pflänzchen zum wilden Garten
Und dann? Dann ist etwas passiert, womit ich nicht gerechnet hätte. Anfang dieses Jahres warst du gerade einmal 15 Artikel groß. Heute, nur 7 Monate später, sind es 94. VIERUNDNEUNZIG!!! Je mehr ich schrieb, desto mehr ging ich darin auf. Die Dämme sind gebrochen und der Wortfluss trägt mich seitdem, mal gemächlich, mal als reißender Strom.
Eigentlich war mein ursprünglicher Plan, pro Monat zwei Artikel zu schreiben. „Wird doch wohl reichen!“. Weit gefehlt. Mein Glück (und deins): Ende des Jahres 2025 zum Jahresrückblick 2025 habe ich den Aufruf von Judith „Sympatexter“ Peters entdeckt, die mit ihrer Community „The Content Society“ (kurz TCS) einen Jahresrückblick schrieb. Ich war sofort gefangen von dieser quirligen, ideenreichen und enthusiastischen Person. Ihr und ihrer Community beizutreten, hat uns beiden noch einmal einen ordentlichen Schub verpasst. „Blog like nobody’s reading“ ist Judith’s Motto. Dieser Satz war erst ungewohnt für mich und ich habe mich hinter jedem mutigen Schritt erstmal wie ein kleines Kind dahinter versteckt. Doch das große Gewitter, das ich jedes Mal befürchtete, wenn ich mich zu frei fühle, zu frei schreibe, blieb aus. Und seitdem schreibe ich, wie der Teufel, wie mir der Mund gewachsen ist. Das ist einerseits manchmal immer noch ziemlich beängstigend, aber andererseits auch immer mehr Befreiung.
Dabei hast du dich verändert, so wie sich ein Garten eben verändert: Anfangs habe ich Wissensartikel und Rezepte zusammen veröffentlicht, inzwischen sind sie getrennt und haben jeweils ihren eigenen Platz. Ich nannte es liebevoll meinen Frühjahrsputz. Wer meinen Newsletter regelmäßig verfolgt, hat es miterlebt, wie gründlich ich aufgeräumt, umgeräumt und gewienert habe. Persönliche Artikel sind dazugekommen. Und dann sind da noch neue Lieblingsfomate:
12 von 12
12 von 12 – am 12. eines jeden Monats den Tag in Bildern festhalten (wie z.B. am 12. Juni 2026, wo es ausnahmsweise mal der 11. Juni war). Da ich es eh liebe, zu fotografieren, war das Wasser auf meine Mühlen. Ein Anlass mehr, genauer hinzusehen, besondere Augenblicke einzufangen und manchmal auch aus ganz normalen Alltagssituationen etwas Besonderes zu machen. Das Besondere im Gewöhnlichen. Dank dir sehe ich es jetzt überall.
7 Gedanken statt Monatsrückblick in Zahlen
Mein erster Monatsrückblick im Januar 2026, sowie meine Quartalsziele für das QI 2026 fühlten sich für mich schwer wie Blei an. Daher habe ich für die folgenden Monate und Quartale darauf verzichtet. Dann im Mai, im neuen Format von Linda Kunze „7 Gedanken„, kam mein Befreiungsschlag. Rückblick Mai und Juni flossen mir aus den Fingern. Kein Zusammensammeln von Zahlen oder Auswerten von Statistiken. Eher ein Reinfühlen, nachspüren und noch einmal im Moment verweilen. Das wars, was mich gecatcht hat. Und genau das werde ich nun erstmal so weiterführen. Bis mich der nächste Zug erreicht und ich dann dort aufspringe. Wer weiß.
Ein Spielplatz mit Matschecke, in dem weitere Überraschungen schlummern
Mein lieber Blog, aus dir ist ein Spielplatz geworden. Mein Spielplatz. Mit Matschecke. Es wird gepannscht, gebaut, wieder eingehauen und nochmal neu modeliert. Mein Wissen findet in dir Ausdruck in Worten, mein Innerstes darf sich zeigen und meine philosophische Ader kann sich austoben. Und es darf Neues ausprobiert werden, kann bleiben oder darf auch wieder gehen. Diese Art zu kreieren hat eine Seite in mir anklingen lassen, die ich viel zu lange hintenangestellt habe und die ich nie wieder missen möchte.
Übrigens: Ein weiteres rundes Ereignis wirft schon seine Schatten voraus… aber psst! 🤭 Dazu bald mehr.
Weil heute dein Geburtstag ist
In ihrer Blogparade stellt Birgit eine Frage, die mich sofort gecatcht hat: „Wenn du deinem Blog zum Geburtstag einen Satz widmen müsstest – welcher wäre das?“ Ich habe überlegt. Und überlegt. Und weißt du was? Mir fällt keiner ein. Nicht, weil mir nichts einfällt, sondern weil sich meine Freude über dein Entstehen nicht in einen einzigen Satz pressen lässt. Ein Satz? Für ein ganzes Jahr voller Wortfluss?! Wie ich schon in meinem letzten Monatsrückblick von Juni festgestellt habe: Ein weiteres Korsett passt nicht. Deshalb habe ich dir keinen Satz gewidmet. Schätzchen, du bekommst einen ganzen Liebesbrief. Bämm!!
Meine extra für dich gebackene Brennnessel-Quiche, deren Rezept ich anlässlich meiner Blogparade „Dein Lieblingsrezept mit Wildkräutern“ veröffentlich habe, genossen wir ja als dein Geburtstagskuchen schon vorab für dein Beitragsfoto. Und weil man an Geburtstagen nicht nur singt und bäckt, sondern auch schenkt, kommt hier mein Geschenk an dich. Kein Paket mit großer ausladender Schleife, sondern dieser Artikel. Denn: „Weil heute dein Geburtstag ist, da hab ich mir gedacht, ich schreibe dir was Schönes ein, weil dich das größer macht.“ Ist das nicht dein ganzer Sinn? Dass ich etwas einschreibe? Und dass du mit jedem Beitrag ein Stückchen weiterwächst?

Also: Danke. Danke, dass du mir Raum gibst, wenn der Gedankenstrudel mal wieder überläuft. Danke, dass du geduldig bist, wenn ich Formate umbaue, Kategorien sortiere und Sätze dreimal umschreibe. Danke, dass du aus einer Prüfungsaufgabe zu meinem liebsten Ausdrucksort geworden bist. Deine ersten 92 Artikel? Erst der Anfang. Ich wünsche uns eine lange, fruchtbare und inspirierende gemeinsame Reise. Du das Flussbett, ich das Wasser. Oder ist es andersherum? Egal. Hauptsache, wir bleiben im Fluss.
Viel Glück zum Bloggeburtstag, für dich, für mich. 🥰
Und du, die/der du das hier liest: Danke, dass auch du ein Teil davon bist und mal vorbeischaust. Verrätst du mir in den Kommentaren, ob du auch ein Projekt hast, was dich so berührt hat, dass du ihm einen Liebesbrief widmen würdest?
