Great Ager und Lebensqualität – persönliche Erfahrungen + Strategien

Dieser Beitrag ist mein Beitrag zur Blogparade „Strategien für ein großartiges Leben als Great Ager“ von Johanna Wienzek.

Johanna Wienzek stellt in ihrer Blogparade „Strategien für ein großartiges Leben als Great Ager“ eine Frage, die mich sofort zum Nachdenken gebracht hat: Wie fühlt sich mein Leben als Great Ager an und welche Strategien habe ich für meine Lebensqualität entwickelt? Als ich anfing, meine eigenen Eindrücke und kleinen Veränderungen der letzten Zeit aufzuschreiben, wurde mir erst richtig bewusst, wie viel sich bei mir bereits verändert hat. Andere Sichtweisen, andere Herangehensweise und Entschiedungen, die auf den ersten Blick wie kleine Stellschrauben wirkten, die aber, wenn ich mal bewusst innehalte und mir das von außen betrachte, Großes bewirkt haben. Leise, langsam, aber spürbar.

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Great Ager - persönliche Erfahrungen +Strategien

Was verstehe ich unter einem „Great Ager“?

Der Begriff „Great Ager“ beschreibt nach meiner Auffassung Menschen, die eine Lebensphase erreicht haben, in der sie sich von vielen früheren Verpflichtungen befreit fühlen. Die eigenen Anforderungen an Karriere, Kindererziehung und andere Verantwortlichkeiten fangen langsam an zu verschwimmen, während neue Freiheiten und Möglichkeiten klarer wahrgenommen und entdeckt werden. Diese Generation sieht ihr Alter als Chance zur persönlichen Entfaltung und Selbstverwirklichung. Ich zähle mich zu dieser Generation. Zumindest befinde ich mich gerade in einer solchen Phase, die gefühlt alles auf links krempelt und ich entwickle mich gerade mitten drin zu einem neuen ICH.

Meine Strategien, mich als Great Ager zu entwickeln

Eine Leidenschaft, die ich mir zurückerobert habe

Vor einiger Zeit habe ich begonnen, einen Aquarellmalkurs zu besuchen. Ich war schon immer kreativ. Ich habe als Kind 6 Jahre Gitarre gespielt, war in der Schule im Kunst Leistungskurs und habe als Teenager viel gestrickt, gehäkelt und genäht (mein Abi-Kleid zum Beispiel). Diese Kreativität ist im Alltag zwischen Job, Haushalt, Kindererziehung und allem, was sonst noch Aufmerksamkeit forderte fast verloren gegangen. Dieses Jahr habe ich mir bewusst einen Aquarellkurs an der Volkshochschule gebucht. Jetzt sitze ich wieder regelmäßig mit Pinsel und Farbe da, und es ist erstaunlich, wie viel Raum und Ruhe das in meinem Kopf schafft. Es geht dabei gar nicht darum, ob das Bild am Ende gut aussieht. Es geht darum, dass ich mir diese Zeit nehme im Hier und Jetzt. Nur für mich.

Doch nicht jede und jeder hat Zeit oder Lust auf einen ganzen Aquarellkurs und das muss auch nicht sein. Wenn du einfach mal ausprobieren möchtest, wie gut dir ein kreativer Ausgleich tut, reichen auch ein paar Buntstifte und ein Ausmalbild. Genau dafür habe ich mein Freebie „Waldbaden auf Papier“ entwickelt – 3 Ausmalbilder für dich und ggf. dein Kind, Nichte/Neffe oder Enkelkind die euch ein bisschen Waldbaden auf Papier schenken. Und das für unschlagbare 0€.

Mit „Waldbaden auf Papier“ erhältst ein Stück Natur für ruhige Momente: zum Ankommen nach einem Spaziergang, zum Entspannen am Abend oder einfach für einen Moment der Stille zwischendurch.

Was dich erwartet:

3 detailreiche Naturmotive für Erwachsene, zum Vertiefen in feine Linien und ruhige Stunden. Sowie 3 verspielte Naturmotive für Kinder, mit einfachen Formen für kleine Hände – ideal nach einer gemeinsamen Wanderung.

Schreiben als Energiequelle

Eine weitere Entdeckung dieser Lebensphase: das Schreiben. Mein Blog ist für mich inzwischen viel mehr als eine Aufgabe, die es zu erfüllen gilt. Er ist ein Zufluchtsort, ein Ort kreativer Freiheit und Zeugnis eines regelrechten Befreiungsschlags geworden. Ein Ort an dem ich Gedanken sortieren, reflektieren und mit anderen teilen kann. Ein Ort an dem ich auf Gleichgesinnte treffe, an dem ich mich weiterentwickeln und so sein kann, wie ich wirklich bin. Genau dieser Ort und die dazu gehörende Erkenntnis ist gerade eine meiner wichtigsten Energiequellen.

Auf den Bauch hören

Etwas, das ich erst lernen musste: meinem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben mir gezeigt, dass mein Bauch oft schon wusste, was richtig für mich ist, lange bevor mein Kopf es begreifen wollte. Lange habe ich ihn ignoriert, gegen ihn gearbeitet und versucht zu beweisen, dass mein Kopf es nach logischen Aspekten besser zu beurteilen weiß. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Heute höre ich bewusster hin. Das hat mich insgesamt gelassener werden lassen. Manche Dinge, die mich früher aus der Bahn geworfen hätten, sehe ich inzwischen mit deutlich mehr Ruhe und Gelassenheit. Oder treffe einfach eine ENtscheidung, die sich für meinen Bauch gut anfühlt und nicht immer nur für meinen Kopf.

Mein Umfeld bewusst gestalten

Lange hatte ich den Anspruch an mich, „Everybodies Darling“ zu sein. Es jedem recht zu machen, ob es sich für mich gut anfühlt, oder nicht. Bloß nicht auffallen oder anecken. Um jeden Preis sittsam und bescheiden sein, Grenzen zugunsten anderer zu meinem Nachteil zu verrücken, um dazu zu gehören, selbst wenn mein Umfeld eigentlich gar nicht zu mir passte. Aber damit ist jetzt Schluss: Ich sortiere inzwischen ziemlich rigoros Menschen und Themen aus, die mir nicht gut tun. Stattdessen umgebe ich mich bewusst mit Menschen, die meine Ansichten und meine Träume teilen, die mich bestärken in meinen Themen wie den Wildpflanzen, aber auch in meinen Zukunftsplänen. Bei denen ich glänzen und strahlen kann, weil ich passe, so wie ich bin. Dieser Raum für mich, den Johanna in ihren Leitfragen ansprach, entsteht für mich also nicht nur durch das, was ich tue, sondern auch durch das, mit wem ich meine Zeit verbringe.

Weniger Kritik, mehr Akzeptanz

Etwas, das sich bei mir vielleicht am deutlichsten verändert hat, ist mein Umgang mit mir selbst. Ich bin inzwischen viel weniger kritisch mit meinem Äußeren. Ich mache wieder mehr Fotos von mir. Früher hätte ich die meisten sofort wieder gelöscht, weil ich mich nicht ansehen mochte. Die paar Pfunde, die in den letzten Jahren dazugekommen sind, gehören inzwischen einfach zu mir. Ich übe mich in Akzeptanz, Tag für Tag, und merke, wie viel Energie das freisetzt, die ich früher in Selbstkritik gesteckt habe.

Erfahrung wird zunehmend unterschätzt, ist aber eigentlich unerlässlich

Was mich direkt zu meinem nächsten, aber auch zu einem abschließenden Thema bringt. Denn zählt in unserer Gesellschaft wirklich nur sich selbst aufopfernde Leistung bis zum Umkippen? Ich frage mich oft, ob nicht gerade die Erfahrung und der Weitblick, den viele Great Ager mitbringen, viel zu wenig gesehen und geschätzt werden. Nach meiner Erfahrung wird nur, wer schafft, schafft, schafft ohne zu hinterfragen, gesehen und gehört. Doch mir fällt vermehrt auf, dass manchen Lösungen, die für anspruchsvolle Aufgaben gefunden werden, heute die Struktur und der Weitblick fehlen, die erst durch Erfahrung entstehen. Dadurch werden Dinge halb fertig oder nicht ganz durchdacht und müssen deshalb oft ein zweites Mal angefasst werden. Ich wünschte mir, dass wir als Gesellschaft – beruflich wie privat – wieder mehr Wert auf das legen, was mit den Jahren durch Beharrlichkeit wächst, statt nur auf das, was aus Ungeduld schnell herausgeschossen wird, aber am Ende der Belastung nicht standhält.

Kleine Entscheidungen, großes Leben

Ein großartiges Leben als Great Ager ist für mich kein großer Plan, sondern eine Summe kleiner, bewusster Entscheidungen: ein Pinsel in der Hand, ein Foto, das ich nicht mehr lösche, ein tragender Satz voller Erkenntnisse, der aufgeschrieben wird, ein Bauchgefühl, dem ich vertraue, und Menschen, die mich wirklich sehen. Kleine Entscheidungen und Ansichten, die meine Sicht auf die Dinge und meine Lebensqualität als Great Ager wesentlich beeinflusst haben.

Schau gerne auch bei Johannas Blogparade-Aufruf vorbei. Ich bin gespannt, welche Strategien die anderen TeilnehmerInnen dieser Blogparade teilen.

Und du? Welche kleine Veränderung und Strategien haben dir bisher am meisten gegeben? Ich freue mich, wenn du sie mir in den Kommentaren erzählst.

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Wichtige Hinweise

Alle publizierten Inhalte in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert, in meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin erlernt und nur als Anregung und zur Unterhaltung gedacht. Sie können den Arztbesuch nicht ersetzen, den ich bei körperlichen Beschwerden immer empfehle. Kräuter, Bäume und Pilze, die ich hier vorstelle, sammle und verarbeite ich für den Eigengebrauch. Bei Zweifel oder Unsicherheiten rate ich, sich an Experten, gerne an mich, zu wenden oder im Rahmen einer Wildkräuterwanderung unter Aufsicht des Kräuter- und Pilzkundigen zu sammeln. Im Zweifel stehen lassen.

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