Draußen färben sich die ersten Blätter, die Brombeeren sind durch, und morgens liegt schon dieser feuchte Herbstschleier über den Feldern. Und ich? Ich sitze hier mit einem Monat im Gepäck, der mich einmal komplett durchgeschüttelt hat. Ganz unten und ganz oben. Beides im selben Monat. September. Zeit für meinen Monatsrückblick, weiterhin im Format 7 Gedanken von Linda Kunze, weil ich lieber in Gedanken und Gefühlen schreibe als in Tabellen. Auch wenn mich ausgerechnet diesen Monat Zahlen getragen haben. Aber dazu später mehr. 😉
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Gedanke 1: Nicht jeder freut sich so wie ich
Diesen Monat habe ich auf schmerzliche Weise lernen müssen, dass nicht alle Nachrichten, die für mich schön und freudig sind, für andere genauso schön und freudig sind. Und auch vermeintlich gute Taten im Sinne aller auch als solche erkannt werden. Ganz im Gegenteil, so wie ich mal in einem Kommuntikationsworkshop kennen gelernt habe, können zwischen vermeintlich guter Tat (Sender) und erwarteter freudiger Reaktion (Empfänger) ganze Universen liegen. Mein Traumprinz und ich haben nach langer Suche eine schöne, große gemeinsame Wohnung gefunden. Endlich! Wir dachten, wir bieten die frei werdenden Wohnungen im großen Familienkreis an und können unsere Freude teilen, stattdessen wurden wir dafür einen Kopf kürzer geredet. Autsch. Unsere Freude wurde niedergemäht und willentlich zertrampelt, als gäbe es kein Morgen. Mit so einer heftigen Reaktion hatten wir beide nicht gerechnet, und so saßen wir uns tagelang bedröppelt gegenüber und zweifelten gemeinsam am gesunden Menschenverstand. Dazu kamen weitere kleine Hiebe aus dem inneren Kern und aus einem vermeintlich abgetrennten Seitenarm. So dass ich mich die letzten Wochen wie zerschlagen und zerknüllt fühle.
Meine Erkenntnis: Nicht jeder freut sich so wie ich. Das darf so sein, auch wenn es wehtut.
Gedanke 2: Diesmal nicht abgelenkt
Normalerweise mache ich mit solchen schlechten Erlebnissen und Gefühlen kurzen Prozess: Ab auf den Stapel, und obendrauf packe ich noch ein paar Aufgaben mehr, die mich ablenken, damit ich bloß nicht hinschauen muss. Diesmal nicht. Diesmal habe ich zugelassen, die Gefühle wahrzunehmen, zu merken, wie und warum sie mir Kraft ziehen, und mir immer wieder klarzumachen, dass das zum Glück nur eine Phase ist und auch wieder schönere Zeiten kommen. Das kostet im ersten Moment viel Kraft und zwingt mich, einen Gang runterzuschalten. Kürzertreten ist tatsächlich etwas, das mir bisher richtig schwerfällt. Trotzdem habe ich mir auch diesen Monat, insbesondere in den letzten Wochen auch mal eine Blogpause gegönnt und mal wenige, bis gar keine Blogbeiträge veröffentlicht. Aber hey, auch das kann und darf so sein. Schließlich habe ich seit Anfang des Jahres sage und schreibe über 100 Blogartikel geschrieben und veröffentlicht. Wenn ich mir das so aufschreibe, fällt mir erst auf, was ich die letzte Monate eigentlich vollbracht habe. Die Momentane Pause ist nicht nur dringend nötig, sondern auch sowas von verdient. Denn momentan ist mir passend zu den stetig steigenden Spritpreisen regelrecht der Sprit ausgegangen. Witzig, wenn ich so drüber nachdenke. Aber Kraft gibt mir in solchen Momenten zu wissen, dass ich mit diesen widerstreitenden Gefühlen nicht alleine bin. Dass mein Traumprinz und ich uns aufeinander verlassen und gegenseitig stützen können. Und dass wir uns davon nicht den freudigen Wind aus den Segeln nehmen lassen.

Gedanke 3: Neue Räume entstehen – erstmal in 3D
Und dann dreht sich der Wind. Voller Vorfreude entstehen abends 3D-Räume, die wir mit den vorhandenen Möbeln aus zwei Wohnungen einrichten. Beraten, gestellt, verschoben, nochmal gestellt. Farben werden zusammen ausgesucht, Tapetenvorstellungen besprochen, und gemeinsam ärgern wir uns über unwirsch und unerklärlich reagierende Vermieter. Jedes Kind bekommt ein eigenes Kinderzimmer, und die Wohnküche ist groß und hell. Ich sehe schon die Zubereitungsfotos und Videos vor mir und eine Speisekammer für meine wilden Kreationen. 🥰
Und in mir springt sofort der Aufräummodus an. Ich miste aus, was das Zeug hält. So befreiend! Und das ist erst der Anfang.
Gedanke 4: „Wir können es nicht allen recht machen.“
Dieser Satz ist uns während der langen Wohnungssuche immer klarer geworden und hat diesen Monat noch einmal ein ganz neues Gewicht bekommen. Nicht alle haben das Gefühl, sich mit dem Umzug zu verbessern, und für den ein oder anderen stehen auch weitere Wege bevor. Aber wenn die richtige Wohnung kommt, dann müssen eben auch Kompromisse geschlossen werden. Punkt. Die perfekte Lösung für alle gibt es nicht, die richtige für uns schon.
Gedanke 5: Diesmal tragen mich Zahlen
Ausgerechnet ich, die lieber in Gefühlen als in Zahlen schreibt, werde diesen Monat von Zahlen getragen. Seit etwa zwei Monaten dreht sich meine Arbeit um die SEO- und GEO-Optimierung meiner Website – Artikel für Artikel, Überschrift für Überschrift. Ermüdende Kleinstarbeit. Und jetzt? Rekorde! Wo ich in den letzten Monaten null bis zwei Erfolge im Monat feiern konnte, waren es diesmal gleich vier:
- In der Google Search Console konnte ich erst 120, dann 150, dann 180 und schließlich 200 Google-Klicks im Monat feiern.
- Instagram hat mit mir gefeiert, dass ich 52 Wochen in Folge Beiträge gepostet habe.
- Mein Instagram-Beitrag zur Kräuterwanderung und zu den Kochkursen wurde über 1000-mal angezeigt.
- 12 neue Abonnent:innen sind meinem wilden Newsletter beigetreten. Herzlich willkommen! 🌿

Im ersten Moment wusste ich gar nicht, wie ich reagieren soll. Inzwischen hilft mir dieser Erfolg auch darüber hinweg, dass ich im Privaten so herbe Rückschläge einstecken musste. Ich muss mir mal kurz selbst auf die Schulter klopfen: Die ganze Kleinstarbeit an unzähligen Blogartikeln trägt nach über einem Jahr Bloggen ganz herbstgemäß endlich Früchte. Ich bin gespannt, was für Weihnachtsgeschenke im Winter auf mich warten. Mein Jahresmotto „Inga blüht auf“ habe ich zumindest im Wildkräuterbloggen erfüllt.
Nur meine Umfrage kann noch ein paar Teilnehmer:innen gebrauchen. Sie ist noch bis zum 04.10.2026 geöffnet – wenn du mitmachen möchtest, ist es also noch längst nicht zu spät. Ich freue mich über jede Antwort!

Gedanke 6: Die fünfte Tür
Im Frühjahr habe ich lange und ergebnislos nach Möglichkeiten für Gastartikel gesucht. Tür um Tür ging zu. Und jetzt, ganz ohne Suchen, hat mich eine Anfrage erreicht, die ich freudig angenommen habe. Wenn vier Türen zugehen, öffnet sich eben oft die fünfte. Nach den letzten Erfahrungen möchte ich aber noch nicht allzu euphorisch sein oder schon etwas verraten. Nur so viel: Gegen Herbstmüdigkeit sind Kräutlein gewachsen. 🤭
Gedanke 7: Vieles in der Schwebe – und vor allem Möbel in Bewegung
Wie es in den nächsten Monaten weitergeht? Das bleibt so offen wie meine Zukunft gerade. Momentan hängt vieles in der Schwebe, und ich erhoffe mir Ergebnisse und Erkenntnisse spätestens zum Jahresende. Auf vage Vermutungen verzichte ich an dieser Stelle. Fakt ist nur: In den nächsten Monaten wird sich viel bewegen. Zum großen Teil Möbel. 😅
Was schon feststeht: Im Oktober heißt es Kochen am offenen Feuer am 11.10. und 18.10. in einer Jurte bei Profaris in Teltow. Die Generalprobe habe ich bereits erfolgreich absolviert: Spitzkohl, Rote Bete, Butternut, Kartoffeln und Paprika habe ich in der Glut gegart, alle Gemüse sind geglückt, und meine Versuchskaninchen waren satt, zufrieden und begeistert von ganz neuen Aromen. Mein Kochkurs kann also kommen! Es sind nur noch wenige Plätze frei – wenn du dabei sein möchtest, schnapp dir schnell einen.

Ende Oktober steht dann ein ersehnter Urlaub in wärmeren Gefilden an. Kurz vor dem Umzug schon mal die Tapeten wechseln, bevor wir sie wirklich wechseln und mit neuen Kräften und neuem Input in die heiße Phase des Umzugs starten. Mir ist bewusst, dass die nächsten Monate aufregend und weiterhin aufreibend werden. Aber ich freue mich jetzt schon auf das Endergebnis und weiß, dass ab Neujahr neue Räume, neue Projekte und neue spannende Herausforderungen auf mich warten. Und bis dahin lässt mich ein kleiner Balkongarten, den ich mir jetzt ermögliche, auf Gartenfreuden im Kleinen hoffen. Im Privaten darf Inga also noch ein bisschen weiter aufblühen. 🌱
Und du?
Hast du auch so aufregende Zeiten hinter und vor dir? Oder kannst du den September und die letzten Monate des Jahres ganz geruhsam ausklingen lassen? Erzähl es mir gern in den Kommentaren – das interessiert mich wirklich.
Grüne Grüße
Inga
