Wann ist Pause erlaubt? Meine verspätete Antwort

Ich reiche diesen Beitrag zu spät ein. Einen Tag nach Fristschluss. Und weißt du was? Passender könnte es kaum sein. Denn genau darum geht es hier: um die Pause, die ich mir wochenlang nicht erlaubt habe und dann doch genommen habe. Während dieser Pause fühlte ich mich unsichtbar, dabei war ich das gar nicht. Ich habe einfach weniger gebloggt. Und jetzt, nach der Pause, reiche ich verspätet ein und mache sie damit offiziell sichtbar. Wie passend.

Dieser Artikel ist mein (verspäteter) Beitrag zur Blogparade von Christina Reinisch: Wann ist Pause für dich erlaubt?

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Hochgelegte Füße in einer Hängematte, in der ich Pause mache

Mein Fluss kennt eigentlich keine Pause

Ehrlich gesagt: Pause und ich, wir tun uns schwer miteinander. Solange mein Kopf voll ist, gibt es für mich keine Pause. Die Gedanken und Ideen wollen erst raus, gesehen und verwirklicht werden, ehe ich mir Ruhe gönne. Und wenn ich doch mal innehalte, meldet sich prompt ein ungutes Gefühl: Ich komme mir faul vor. Unnütz. Als würde ich etwas verpassen. Kennst du das? Diese leise Stimme, die sagt, du müsstest doch eigentlich…

Meine Blogparaden-Wut: sichtbar sein um jeden Preis

Genau diese Stimme hat mich in den letzten Monaten ziemlich angetrieben. Im Juli und August habe ich an 20 Blogparaden teilgenommen und dafür insgesamt sage und schreibe 16 Artikel geschrieben. Nun das hier wäre dann mein siebzehnter. Siebzehn!!! Verrückt!! Und warum das alles? Weil ich unbedingt sichtbar sein wollte. Ich wollte zeigen: Ich bin nicht faul. Ich habe zu vielen Themen etwas zu sagen. Jeder neue Aufruf war für mich eine weitere Gelegenheit, das zu beweisen. Aber auch ein Drang, so viel schöne Themen zu beantworten. Es war ja auch nicht so, dass ich musste. Mein Kopf gab mir eine Ideenflut, der ich irgendwie Herre werden und die ich irgendwie kanalisieren musste, um nicht zu platzen. Aus Fleiß wurde Wut, im wahrsten Sinne. Eine richtige Blogparaden-Wut.

Die Pause, die ich mir nicht erlaubt habe – bis ich musste

Irgendwann ging es einfach nicht mehr in diesem Tempo. Also bin ich einen Schritt zurückgetreten und habe ein paar Wochen bewusst weniger geschrieben. Was mich dahin gebracht hat? Unter anderem, dass ich zusätzlich für Sylvias Frauensolidaritäts-Aktion geschrieben und ihr auf Instagram mit Reels und Stories unter die Arme gegriffen habe, damit sich noch ein paar mehr Schreibende finden. Das hat mir ziemlich viel Kraft abverlangt. Zwei Wochen, ohne mir Gedanken über neue Blogparaden zu machen, wie ich das nur ausgehalten habe? Da muss ich selbst kurz mit dem Kopf schütteln und schmunzeln. Aber die Wahrheit ist: Diese kleine Pause hat mir gutgetan. Mit letztem Wutzipfel schreibe ich diese Zeilen, denn auch mich betrifft das Thema Pausen und ob ich sie mir gönne oder nicht.

Wann ist Pause für mich erlaubt?

Christinas Frage trifft mitten ins Schwarze. Meine ehrliche Antwort: erlaubt fühlt sich Pause erst an, wenn mein Kopf leer genug ist. Und leer wird er selten von allein. Aber, und das ist das Schöne, wenn ich Pause mache, dann ganz. Dann bin ich achtsam im Moment, lausche in die Stille oder in die Geräusche der Natur. Beim Malen, ich nehme gerade an einem Aquarellkurs teil, schaue ich zu, wie sich die Farben ineinander verlieren, und drifte für diesen Moment ganz in diese Welt ab. Oder ich laufe, so wie neulich nach einer sehr emotionalen Hochzeit, einfach die fünf Kilometer nach Hause, bis der Kopf wieder frei ist.

Sichtbar Pause machen – ein Gedanke von Christina

Und dann bin ich nochmal bei Sylvias Blogparade zu „Frauensolidarität: Muss ich wirklich alles alleine schaffen?„wieder auf Christina gestoßen. Ihre Blogparade fiel mir wieder siedend heiß ein, denn ihr Beitrag auf Sylvias Seite hat mich wieder eingefangen. Ich fand das so lustig mich bei meiner eigenen Pause zu ertappen, wo ich doch sonst so sparsam damit bin. Und ausgerechnet die Frist ihres Pausenbeitrags habe ich verpasst. Das konnte ich nicht so stehen lassen. Christinas Gedanken in Frauensolidarität und Pause: Warum Sichtbarkeit wichtig ist haben mich zurückgeholt. Ihr Gedanke: Sich sichtbar eine Pause zu gönnen, gehört zur Frauensolidarität dazu. Das hat bei mir eingeschlagen. Denn wenn wir alle nur unsere Höchstleistungen zeigen und unsere Pausen verstecken, dann treiben wir uns gegenseitig immer weiter an. Wer aber offen sagt „Ich mache jetzt mal langsamer“, der erlaubt es auch anderen. Und genau da schließt sich mein Kreis: Ich war in meiner Pause unsichtbar. Jetzt, mit diesem verspäteten Beitrag, mache ich sie sichtbar. Vielleicht ist das mein kleiner Beitrag dazu, dass sich auch eine andere Frau ihre Pause eher erlaubt. (Übrigens hänge ich mit dem Thema Frauensolidarität ganz eng zusammen, meine Gedanken dazu stehen in meinem Beitrag Frauensolidarität – Verbindet uns Frausein oder die Kräuter?.)

Mein Fazit: Pause ist keine Faulheit

Ich lerne es gerade erst, langsam und mit vielen Rückfällen: Eine Pause ist kein Verlust und schon gar keine Faulheit. Sie ist der Grund, warum ich überhaupt weitergehen kann. Mein Fluss braucht ab und zu ein ruhiges Ufer, sonst reißt er mich mit. Und vielleicht ist die schönste Erlaubnis die, die ich mir selbst gebe und sichtbar mache, damit du dir deine auch gibst. Ganz im Sinne von Christina. Danke für diesen Weckruf!

Und du? Wann ist Pause für dich erlaubt und traust du dich, sie zu zeigen? Erzähl es mir, ich würde mich freuen.

Grüne Grüße

Inga

2 Kommentare

  1. Inga, ich habe Gänsehaut.
    Danke, dass du mit deiner Pause und diesem Artikel so offensiv und offensichtlich für Frauensolidarität eintrittst. Oder eben Pausensolidarität.

    Ich liebe deinen Satz: „Eine Pause ist kein Verlust und schon gar keine Faulheit. Sie ist der Grund, warum ich überhaupt weitergehen kann. “

    Und es ist großartig, dass du ausgerechnet zu dieser Blogparade verspätet einreichst.
    Du zauberst mir ein Lächeln auf die Lippen.

    Von Herzen, Christina

    1. Oh wie schön, dass ich dich so wirkungsvoll überraschen konnte. Ich habe mich heute rückblickend selbst beim Pausemachen erwischt und bin froh, dass ich nochmal über deine Blogparade gestolpert bin und doch noch darüber schreiben konnte. Denn ich war in meiner Pause durchaus nicht faul. Ich habe schlichtweg Anlauf genommen und offensichlich einen Volltreffer gelandet. Umso mehr freut es mich, dir damit ein Lächeln ins Gesicht gezaubert zu haben.

      In Verbundenheit grüne Grüße
      Inga

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Wichtige Hinweise

Alle publizierten Inhalte in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert, in meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin erlernt und nur als Anregung und zur Unterhaltung gedacht. Sie können den Arztbesuch nicht ersetzen, den ich bei körperlichen Beschwerden immer empfehle. Kräuter, Bäume und Pilze, die ich hier vorstelle, sammle und verarbeite ich für den Eigengebrauch. Bei Zweifel oder Unsicherheiten rate ich, sich an Experten, gerne an mich, zu wenden oder im Rahmen einer Wildkräuterwanderung unter Aufsicht des Kräuter- und Pilzkundigen zu sammeln. Im Zweifel stehen lassen.

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