Wildpflanzen Wirkung: Spoiler - Sie sind keine Allheilmittel
Wildpflanzen* werden oft mit großen Hoffnungen verbunden, vor allem, wenn es um ihre Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden geht. Sie wachsen, wie und wo es ihnen passt, oft unbeachtet am Wegesrand. Und doch steckt in ihnen eine so ursprüngliche Kraft, dass sie zunehmend als Gegenpol zur modernen, stark verarbeiteten Ernährung wahrgenommen werden. Kein Wunder also, dass ihnen eine besondere Superkraft zugeschrieben wird, und sie als heimische Superfoods glorifiziert werden. Doch so wertvoll Wildpflanzen auch sind, sollte uns immer bewusst sein, dass sie unterstützend wirken und nicht allumfassend heilend. Dieser Artikel soll helfen, ihre Möglichkeiten realistisch einzuordnen, ohne sie zu glorifizieren und zeigen, warum sie kein Allheilmittel gegen alle Leiden sein können.
*Wenn ich von Wildpflanzen spreche, beziehe ich Wildkräuter, Bäume, aber auch Pilze ein. Pilze sind wissenschaftlich gesehen keine Pflanzen aber auch keine Tiere, sondern bilden eine eigene Lebensform. Trotzdem gehören sie für mich dazu, wenn ich von den Schätzen der Natur spreche.
Inhaltsverzeichnis
Welche Wirkung Wildpflanzen auf Körper und Wohlbefinden haben können
Wildpflanzen stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe für den menschlichen Körper. Solche sind vielen Supermarktgemüsen weggezüchtet worden, da mehr Wert auf Masse und Größe gelegt wird. Allein das „Unkraut“ VOGELMIERE enthält z.B. doppelt so viel Calcium, dreimal so viel Kalium und Magnesium und siebenmal so viel Eisen, wie der handelsübliche Kopfsalat aus dem Supermarkt. Der Gehalt an Vitamin A und C ist bei der Vogelmiere um das 2- bzw. 8 fache höher, als beim Kopfsalat. Unzählige Mineralien, Spurenelemente und sekundäre Inhaltsstoffe wie Schleimstoffe, Saponine, Flavonoide, Kieselsäure und Gamma-Linolensäure, machen die Vogelmiere wertvoll für die Volksheilkunde. Denn solch ein Nährstoffreichtum wirkt unterstützend auf das Wohlbefinden und wirkt sich positiv auf den gesamten Organismus aus. Damit können sie Krankheiten lindern. Das, was schnell eingeworfene, chemisch hergestellte Medikamente inzwischen erledigen. Doch damit geht uns ganz nebenbei der Kontakt mit der heilsamen Natur und zu bewusster gesunder Ernährung verloren. Neben ihren gesundheitlichen Aspekten bereichern Wildpflanzen unser Leben aber noch auf ganz andere Weise.
Für wen sind Wildpflanzen ideal?
1. Für experimentierfreudige Köchinnen und Köche
Kulinarisch gesehen sind Wildpflanzen ideal für Menschen, die dem tagtäglichen Einheitsbrei des Supermarktes entfliehen wollen und sich bewusst mal ganz anderen Geschmackserlebnissen öffnen möchten. Als ich begann mich näher mit Wildpflanzen zu befassen, stand für mich sogar zunächst der Kostenfaktor im Vordergrund. Denn alles, was sich draußen finden lässt, ist kostenfrei verfügbar. Nach und nach stellte ich jedoch fest: Hej, das schmeckt ja viel interessanter als übliches Gemüse und Salat aus dem Supermarkt.
2. Für Familien, die Wert auf nachhaltiges Bastelmaterial legen
Nachhaltig und wertschätzend ist es, mit Kindern die Mitbringsel vom letzten Spaziergang für Bastelprojekte zu nutzen. Das fördert Kreativität und einen bewussten Umgang mit den Schätzen, die uns die Natur schenkt. Außerdem öffnet dies die Möglichkeit, jeden Ausflug für einen bewussten Aufenthalt in der Natur zu nutzen, links und rechts des Weges zu schauen, was da an verwertbarem Material zur Verfügung steht. Und sei es nur ein Stock oder ein Stein. Natur wieder bewusst als unerschöpfliche Ideen und nachwachsende Rohstoffquelle wahrnehmen, ist die Devise.
3. Für LiebhaberInnen einer nachhaltigen und natürlichen Kosmetik
Natürliche und nachhaltige Rohstoffe sind bereichernd für Körper und Seele. Weg vom künstlichen Reiz der Selbstoptimierung, hin zur Selbstakzeptanz und Selbstliebe sowie Verwöhnprogramm mit den Schätzen, die uns die Natur dafür bietet. Davon schwärmt meine Blogkollegin „Grüne Grazie“. Die in diesem Gebiet sicher besser Lobeshymnen singen kann als ich. 😉
4. Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber lassen sich längst nicht vollständig aufzählen
Ich könnte hier noch viele weitere Vorteile von Wildpflanzen nennen, aber dazu habe ich bereits einen Artikel geschrieben. Weitere Ideen und Möglichkeiten, warum Wildpflanzen so wertvoll sind, findet ihr, wenn ihr DIESEM Link folgt.
Was können Wildpflanzen nicht?
1. Wildpflanzen wirken unterstützend, nicht als Allheilmittel
Trotz alledem bedeutet das nicht, dass uns Wildpflanzen von aller Krankheit heilen können. Der menschliche Körper ist komplex. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich und bringt andere Vorerkrankungen mit. Hinzu kommt, dass auch natürliche Stoffe nicht für jeden Menschen gleichermaßen verträglich sind und in bestimmten Fällen Wechselwirkungen auftreten können. Manchmal bedarf es eher einer therapeutischen Begleitung oder eines ärztlichen Eingriffs als einer bloßen Behandlung mit heilenden Wildpflanzen. So wie die MISTEL, die zwar Wirkstoffe enthält, die das Krebswachstum hemmen, der Ursprungsherd aber trotzdem ärztlich behandelt werden muss. Sie kann also nur begleitend eingesetzt werden. Ergänzend dazu können wir von Wildpflanzen nicht erwarten, dass sie uns heilen, wenn wir nicht auch eine heilungsfördernde Lebensweise an den Tag legen. Wir können sie schlichtweg nicht das Allheilmittel für alle Krankheiten verstehen.
2. Gängige Missverständnisse – kurz eingeordnet
Wir sollten auch nicht vergessen, dass erster Impuls für Besserung oder Heilung nur von uns selbst kommen kann. Es werden keine Muskeln aufgebaut, nur allein, weil wir proteinreiche AUSTERNSEITLINGE essen. Dazu bedarf es eines regelmäßigen und gezielten Muskelaufbautrainings, denn keine Muskeln ohne Bewegung. Allein die Einnahme eines Oxymels mit Johanniskrautauszügen befreit uns nicht von Depressionen. Es kann höchstens deren Symptome abmildern und lindern. Die Wurzel von psychischen Erkrankungen liegt oft in Mustern und Erlebnissen, die uns bereits seit der Kindheit begleiten. Diese können nur mit therapeutischer Unterstützung bearbeitet werden. Auch die Integrierung von Bitterstoffen allein in die Ernährung, hilf uns nicht, unser Körpergewicht in einem gesunden Maß zu halten. Dazu gehört eine gesunde, maßvolle und ausgewogene Ernährung.
Fazit
Sobald wir den Blickwinkel ändern und Wildpflanzen als Ergänzung unseres Lebens sehen, schließt sich der Kreis. Wildpflanzen verdienen unsere Wertschätzung – nicht, weil sie alles können, sondern weil sie Teil eines größeren Ganzen sind. Sie können nähren, stärken, begleiten und Prozesse unterstützen. Sie können uns wieder näher zu einer bewussten Ernährung und zurück zu einem wertschätzenderen Umgang mit der Natur führen. Niemals können sie Verbesserungsprozesse erzwingen.
Ein bewusster Umgang mit Wildpflanzen bedeutet daher auch, ihre Grenzen zu akzeptieren. Erst im Zusammenspiel mit einer gesunden Lebensweise, Bewegung, psychischer Stabilität und – wenn nötig – medizinischer oder therapeutischer Begleitung entfalten sie ihr volles Wirkpotential. Dazu ist erforderlich, dass wir Wildpflanzen als das annehmen, was sie sind: wertvolle Begleiter auf unserem Weg, aber keine Allheilmittel.
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Bilder
Quellen
Wichtiger Hinweis an alle
Alle publizierten Inhalte in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert, in meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin erlernt und nur als Anregung und zur Unterhaltung gedacht. Sie können den Arztbesuch nicht ersetzen, den ich bei körperlichen Beschwerden immer empfehle. Kräuter, Bäume und Pilze, die ich hier vorstelle, sammle und verarbeite ich für den Eigengebrauch. Bei Zweifel oder Unsicherheiten rate ich, sich an Experten, gerne an mich, zu wenden oder im Rahmen einer Wildkräuterwanderung unter Aufsicht des Kräuter- und Pilzkundigen zu sammeln. Im Zweifel stehen lassen.
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Ich bin offen für Kooperationen und Austausch. Kontaktiert mich dafür gerne über meine E-Mailadresse: contact@wildkrautbraut.de. Ohne vorherige Absprache zugesendete Pakete, werden nicht angenommen und postwendend zurückgeschickt. Werbliche Zusammenarbeiten werden von mir auch als solche gekennzeichnet. Ich werde nur solche Themen bewerben, mit denen ich mich auch zu 100% identifizieren kann.
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