Hagebutte: sammeln, naschen, verarbeiten – alles über die Frucht der Wildrose

Kennst du noch diesen tiefroten Hagebuttentee? Den, der in der Tasse leuchtete wie flüssiger Rubin und ein bisschen säuerlich schmeckte? Ich habe ihn als Kind geliebt. Hagebuttentee mit Hibiskus, das war für mich der Inbegriff von Hagebutte. Und heute weiß ich: Die kräftige rote Farbe kam gar nicht von der Hagebutte. Sondern vom Hibiskus. Autsch. 😅

Mit der echten Hagebutte, also der Frucht am Strauch, hatte ich als Kind tatsächlich kaum Berührungspunkte. Die kam erst viel später in mein Leben, dann aber gleich eimerweise. Aber dazu gleich mehr.

Dass dieser Artikel jetzt entsteht, verdanke ich übrigens einer neuen Newsletter-Leserin, Kathi, die sich die Hagebutte gewünscht hat. Wunsch angekommen! Und weil die kleinen roten Kraftpakete gerade an jeder Hecke leuchten, nehme ich dich heute mit: vom ersten Erkennen über das Sammeln bis zum fertigen Pulver im Glas. Mit allem, was ich gelernt habe. Auch mit meinen Fehlern. Komm mit, ich erzähle dir alles.


Inga von WildKrautBraut

Das Wichtigste In Kürze

  • Was: Die Hagebutte ist die Frucht der Rose. Jede Rose bildet Hagebutten.
  • Essbar: Ja, alle heimischen Wildrosen und ungespritzte Gartenrosen. Keine Rosenart gilt als giftig.
  • Erntezeit: Ab Ende September, sobald die Früchte komplett rot sind. Nach dem ersten Frost werden sie weich und musig. Zum Naschen herrlich, nötig ist der Frost aber nicht.
  • Achtung Juckpulver: Die Kerne sind von feinen Härchen umgeben, die auf Haut und Schleimhaut jucken. Für Tee, Pulver und Mus kommen Kerne und Härchen raus.
  • Verwechslung: Rote Herbstfrüchte gibt es viele, einige davon sind giftig (z. B. Eibe, Bittersüßer Nachtschatten). Nur sammeln, was du sicher erkennst.
  • Bitte stehen lassen: die seltene Bibernellrose und an jedem Strauch genug für die Vögel.

Dir gefällt, was du liest? Dann verpasse keinen Blogartikel mehr und abonniere meinen Newsletter!

Zwei Hagebutten in einer Hecke

Was ist eine Hagebutte eigentlich?

Die Hagebutte ist die Frucht der Rose. Punkt! Na ja, fast. Botanisch ist sie nämlich eine Scheinfrucht. Genauer gesagt: eine Sammelnussfrucht. Das rote Fruchtfleisch, das wir naschen, ist der verdickte Blütenbecher. Die eigentlichen Früchte sind die vielen kleinen, steinharten „Kerne“ darin: Nüsschen, eingebettet in einen Flaum aus feinen Härchen. Genau die sorgen für den Ruf als Juckpulver. 🤭 Und der Name? Der „Hag“ ist ein altes Wort für Hecke oder Umzäunung. Also genau da, wo Wildrosen am liebsten wachsen. Die „Butte“ steht für einen kleinen, rundlichen Klumpen.

Übrigens: Kennst du das Kinderlied vom Männlein, das ganz still und stumm im Walde steht? „Es hat vor lauter Purpur ein Mäntlein um. Sag, wer mag das Männlein sein, das da steht im Wald allein, mit dem purpurroten Mäntelein?“. Abgesehen davon, dass die Hagebutte eher an Wegrändern als im Wald wächst, löst sich dieses Rätsel in Liedform mit der Hagebutte auf. Hättest du’s gewusst? 😉

Merke: Jede Rose bildet Hagebutten. Du suchst also eigentlich nach einer Rose nur eben im Herbst, wenn sie ihre Früchte trägt.

Welche Rosen tragen Hagebutten?

Alle. Wirklich alle. Aber nicht jede Hagebutte sieht gleich aus und genau das hat mich während meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin richtig gepackt. Plötzlich sah ich nicht mehr einfach „Hagebutten“, sondern Hundsrose hier, Kartoffelrose da, und irgendwann Sträucher, die ich so noch nie bewusst wahrgenommen hatte.

Hundsrose (Rosa canina)

Die Hundsrose ist die Klassikerin und die häufigste Wildrose bei uns. Ihre Hagebutten sind oval bis länglich und leuchtend rot. Sie hat es sogar in mein Herbarium geschafft – und sie ist die Rose, deren Hagebutten ich bisher fast ausschließlich gesammelt habe. Geschmacklich? Für mich ausgezeichnet.

Kartoffelrose (Rosa rugosa)

Die Kartoffelrose erkennst du an ihren dicken, runden Hagebutten, fast wie kleine Tomaten und ist von allen Rosenarten die ergiebigste, wenn es um die Ernte von viel Fruchtfleisch geht. Sie vor allem an den Küsten stark verbreitet. Sie darfst du also mit gutem Gewissen ernten. Eine nahe unbelastete Sammelstelle habe ich allerdings noch nicht gefunden nur mit Fotos durfte ich mich erstmal begnügen, aber demnächst eröffnen sich mir neue Sammelgebiete in Potsdam. Vielleicht werde ich da fündig.

Bibernellrose (Rosa spinosissima)

Die Bibernellrose ist mir erst nach der Ausbildung begegnet und sie ist eine echte Überraschung: Ihre Hagebutten sind nicht rot, sondern dunkel, fast schwarzbraun. Gefunden nicht etwa im tiefsten Wald, sondern am Bahnhof Großbeeren, am Aufgang zum Bahnsteig. Die erste dunkle Hagebutte, die mir in meinem Leben begegnet ist, daher habe ich sie fotografisch festgehalten. Manchmal begegnet einem die Natur eben dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Aber Achtung: Die Bibernellrose ist selten. In der freien Natur daher bitte nur anschauen, nicht sammeln.

Mini-Hagebutten aus der Hecke

Einmal war ich richtig stutzig: Ganz kleine Hagebutten wuchsen aus einer Hecke, und im Sommer hatte ich dort winzige Blüten gesehen. Beim genaueren Hinschauen waren es tatsächlich Mini-Hagebutten.

Und Gartenrosen?

Auch die Hagebutten deiner Gartenrosen sind essbar. Vorausgesetzt, die Rosen wurden nicht gespritzt. Viele gefüllte Zuchtsorten bilden allerdings kaum oder gar keine Hagebutten.

Schmecken alle Hagebutten gleich?

Nein. Laut Eva-Maria Dreyer unterscheiden sich die Rosenarten durchaus im Geschmack (Quelle siehe Ende des Artikels). Selbst ausprobieren konnte ich das bisher nicht, weil ich fast nur Hundsrosen-Hagebutten gesammelt habe. Ein Grund mehr, nächstes Jahr die Augen offen zu halten. 👀

Merke: Eine Verwechslung der Rosenarten untereinander ist harmlos, denn keine davon gilt als giftig.

Woran erkenne ich eine Hagebutte – und womit kann ich sie verwechseln?

Im Herbst leuchtet es an allen Ecken rot. Hagebutten, Weißdorn, Eibe, Nachtschatten… Und nicht alles davon ist essbar. Deshalb schauen wir uns die Hagebutte jetzt mal ganz genau an.

So erkennst du eine Hagebutte

  • Der Strauch: Hagebutten wachsen an einem mehr oder weniger dornigen Strauch. Manchmal sitzen die Dornen nur an den kräftigeren Ästen. Keine Dornen? Dann lieber noch mal genauer hinschauen.
  • Die Form: Bei der Hundsrose oval und länglich, bei der Kartoffelrose dick und rund.
  • Das Krönchen: Allen Hagebutten gemeinsam sind die vertrockneten Reste der Kelchblätter an der Spitze, manchmal sogar noch mit Staubblättern. Das sieht aus wie ein kleines schwarzes Krönchen.
  • Das Innere: Schneidest du eine Hagebutte auf, findest du viele harte, behaarte Nüsschen. Nicht einen Kern (so wie bei Weißdorn oder Kornelkirsche), sondern viele.
  • Die Farbe: Reife Hagebutten sind grundsätzlich rot, mit Ausnahme der Bibernell-Rose.

Merke: Das Krönchen allein reicht nicht! Auch der Weißdorn trägt Kelchreste an der Spitze. Schau dir immer mehrere Merkmale gemeinsam an.

Die roten Doppelgänger der Hagebutte im Überblick

PflanzeWoran du sie erkennstEssbar?
WeißdornKleiner als Hagebutten, mehliges Fruchtfleisch, ebenfalls Krönchen, aber innen nur ein bis wenige harte KerneJa
KornelkirscheLänglich-oval und glänzend rot wie eine Hundsrosen-Hagebutte, aber kein Krönchen, ein einziger Kern, Strauch ohne DornenJa
FeuerdornKleine orange-rote Beeren in dichten Büscheln, dorniger ZierstrauchNur nach Kochen und Entkernen
EibeBecherförmiger roter Samenmantel, oben offen, der dunkle Samen schaut heraus; NadelgehölzGiftig – Samen und Nadeln hochgiftig
Bittersüßer NachtschattenOvale, glänzend rote Beeren in hängenden Rispen, kletternde Pflanze ohne DornenGiftig
PfaffenhütchenPinkrote, vierlappige Kapseln mit orangefarbenen SamenGiftig
Gewöhnlicher SchneeballGlänzend rote, runde Beeren in DoldenGiftig (roh)

Wo darf ich Hagebutten sammeln und wo lieber nicht?

Am liebsten sammle ich an Wegrändern. Und ja, auch an beliebten Hundespazierwegen – die Hagebutten hängen nämlich meist weit oben, außer Reichweite von Hunden und Co. Zum Glück. 😉

Wo ich dagegen bewusst verzichte:

  • An Straßen. Abgase und Staub brauche ich nicht in meinem Tee.
  • An Feldrändern. Nur der Landwirt selbst weiß, was er gespritzt hat. Ich habe einmal bei einer Freundin in Niedersachsen erlebt, wie ihre im Vorjahr so ergiebigen Schlehenbüsche plötzlich nur verkrüppelte junge Früchte trugen. Als wir das Feld fast umrundet hatten, sahen wir, wie der Landwirt großflächig etwas auf seinem Getreidefeld versprühte. Ob das eine mit dem anderen zusammenhing? Ich weiß es nicht. Aber seitdem ist mein Bauchgefühl bei Feldrändern sehr vorsichtig.
  • An Bahngleisen. Gleisbereiche werden gezielt unkrautfrei gehalten. Und ja, auch mein Fund der Bibernell-Rose wächst am Bahnhof, abgesehen dass ich sie aus Seltenheitsgründen stehen lasse, könnte auch sie belastet sein. Die schaue ich mir deshalb nur an. 😅

Und was sagt das Gesetz?

Hier darf die Juristin in mir mal kurz ran. Für das Sammeln wild wachsender Pflanzen gilt in Deutschland die sogenannte Handstraußregel (§ 39 Abs. 3 Bundesnaturschutzgesetz): Du darfst Früchte, Blüten und Kräuter in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf sammeln, außerhalb von Naturschutzgebieten und nur, wenn die Pflanze nicht besonders geschützt ist. Wer gewerblich sammeln möchte, braucht eine Genehmigung.

Und die eimerweise Ernte? Ehrlich gesagt: „Geringe Menge“ und „Eimer“ passen nicht ganz zusammen, das weiß ich. Hagebutten sind nicht geschützt und hängen an manchen Hecken zu Hunderten. Trotzdem ist mein Grundsatz: Nie einen Strauch leer pflücken, sondern verteilt und mit Maß sammeln, denn es gibt genügend Vögel, die im Winter drauf angewiesen sind.

Merke: Sammle verteilt über mehrere Sträucher und lass an jedem Strauch genug hängen.

Hagebutten am Gartenzaun

Was durch einen Gartenzaun wächst oder darüber hängt, pflücke ich nicht. Aus Respekt vor dem Eigentum und juristisch liegst du damit auch richtig: Früchte, die über den Zaun hängen, gehören weiterhin dem Eigentümer des Strauchs. Das sogenannte Überfallrecht (§ 911 BGB) gilt nur für Früchte, die von selbst auf ein Nachbargrundstück gefallen sind und ausdrücklich nicht, wenn dieses Grundstück dem öffentlichen Gebrauch dient, also etwa ein Weg ist. Was dagegen klar vor dem Zaun auf öffentlichem Grund wächst, da habe ich keine Scheu. Und wenn du unsicher bist: Frag einfach. Die meisten Gartenbesitzer freuen sich, wenn ihre Hagebutten nicht verschrumpeln.

(Hinweis: Das ist keine Rechtsberatung, sondern meine Einordnung.)

Wann sind Hagebutten reif und wie sammle ich sie?

Hagebutten sind reif, wenn sie komplett rot sind. Solange sie noch orange schimmern oder grüne Flecken haben: warten. Letztes Jahr hatte ich meine allererste Hagebuttenernte. Ende September fing ich ganz harmlos mit ein paar Früchten an. Und dann kam dieser eine Morgen Anfang Oktober. Ein kühler, taubedeckter Herbstmorgen und ich bin eskaliert. Eimerweise. Am Ende hatte ich nasse, fast abgefrorene Hände, einen ganzen Eimer voll Hagebutten und einen Eimer voll Schlehen. Aber die Schlehen gehören in einen anderen Artikel.

Brauche ich Handschuhe?

Und jetzt kommt das berühmte Juckpulver ins Spiel. Beim Halbieren haben mir tatsächlich die Hände gejuckt und irgendwann sogar die Bündchen meines Pullovers, in denen sich die Härchen verfangen haben müssen. Trotzdem bin ich keine Handschuhträgerin. Weder beim Sammeln noch beim Verarbeiten. Mit Handschuhen habe ich das Gefühl, den Kontakt zu verlieren. Genauso wie beim Graben in der Erde: Ich brauche das pur. Auch wenn ich danach den halben Garten unter den Nägeln habe. Die bekomme ich wieder sauber.

Wenn du empfindliche Haut hast, nimm beim Halbieren und Auskratzen aber ruhig Handschuhe und zieh dir einen Pulli ohne Bündchen an. 😉

Kann man Hagebutten roh essen?

Oh ja! Und ich liebe es. Bei meinen winterlichen Streifzügen durch die Natur nasche ich Hagebutten direkt vom Strauch. Abpflücken, auszutschen, genießen. Sooo lecker!!! Wie das geht, hängt von der Jahreszeit ab:

Im Oktober ist das Fruchtfleisch noch fest. Dann knabbere ich es einfach rings um die Kerne herum ab.

Im Winter, nach dem ersten Frost, manchmal auch schon vorher, laufen die Hagebutten dunkelrot an. Dann weiß ich: Jetzt ist das Fruchtfleisch musig. Ich nehme das Ende, an dem der Stiel saß, an die Lippen und sauge das süße Mus aus der Öffnung. Manchmal sitzt vorne bei den Blütenresten noch eine größere Kammer voll Mus. Die versuche ich mit den Fingern, die die Hagebutte halten, Richtung Mund zu drücken. Ein bisschen Geschick braucht’s. Aber es lohnt sich!

Die übrig gebliebene Hülle mit den Kernen lege ich zurück auf den Boden. Vielleicht ist ja eine Maus auf Futtersuche, die die Reste noch gebrauchen kann. Oder die Samen suchen sich ein neues Zuhause.

Muss Frost auf die Hagebutten?

Nein. Frost macht die Hagebutten weich und musig, herrlich zum Naschen. Notwendig ist er aber nicht. Du kannst sie auch reif ernten und verarbeiten. Und wer das Mus-Erlebnis ohne Winter will: Einfrieren macht die Früchte ebenfalls weicher.

Merke: Beim rohen Naschen die Kerne und Härchen nicht mitessen, nur das Fruchtfleisch.

Wie trockne und mahle ich Hagebutten?

Ein ganzer Eimer Hagebutten will verarbeitet werden. Einen Dörrautomaten hatte ich damals noch nicht. Also: Backofen.

So habe ich getrocknet

  1. Hagebutten waschen und halbieren.
  2. Auf mehreren Blechen verteilen.
  3. Bei ca. 40 °C im Ofen trocknen. Einen Holzlöffelstiel in die Ofentür klemmen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
  4. Geduld haben. Bei mir waren es etwa drei Tage. Tagelang!
  5. Fertig sind sie, wenn sie knacktrocken sind.
  6. Zur Sicherheit habe ich sie danach noch eine Weile in einem Schnappglas ohne Gummiring gelagert, damit eventuelle Restfeuchte entweichen kann. Probleme hatte ich keine.

Der Aufwand? Hat sich gelohnt.

Meine Kernpanne – lern aus meinem Fehler

Und jetzt die Beichte. Ich war zu faul, die Kerne vor dem Trocknen zu entfernen. Also habe ich alles mitsamt Kernen getrocknet und in einer Kaffeemühle gemahlen. Und mich dann gewundert, dass ich die Kerne so gar nicht klein kriege. Diese kleinen, steinharten Kraftpakete!!! Die Rettung: ein feines Sieb. Damit habe ich Pulver und Kerne voneinander getrennt. Auch die Härchen bildeten am Sieb einen Flaum, den ich gut absammeln konnte. Am Ende hatte ich ein großes Glas Hagebuttenpulver und ein noch größeres Glas Kerne. 🤭 Aber: In meinem Pulver sind seitdem immer wieder winzige harte Kernstückchen. Davon, Hagebutten und Kerne zusammen zu mahlen, kann ich dir deshalb nur abraten. Menschen mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt würde ich so ein Pulver nicht empfehlen.

Merke: Kerne und Härchen am besten vor dem Trocknen entfernen – halbieren, mit einem kleinen Löffel auskratzen, fertig.

Wie verwende ich Hagebuttenpulver?

Und wie schmeckt das Pulver nun? Süßlich und leicht säuerlich. Und gar nicht mehlig. Bei mir landet es ganz unkompliziert im Alltag:

  • Übers Müsli: etwa ein Teelöffel.
  • Im Proteinshake: etwa ein Esslöffel.

Tipp: Hagebuttentee lieber kalt ansetzen

Vitamin C ist hitzeempfindlich. Übergießt du Hagebutten mit kochendem Wasser, wird ein großer Teil davon zerstört. Mein Tipp deshalb: ein Kaltauszug. 1 EL getrocknete Hagebuttenstücke mit 250 ml kaltem Wasser in einer Tasse übergießen, über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen, abseihen und trinken. Und falls du jetzt Lust auf diesen tiefroten Tee aus deiner Kindheit bekommen hast: Für die Farbe brauchst du Hibiskus. 😉

Was steckt in der Hagebutte?

Die Hagebutte ist berühmt für ihren hohen Vitamin-C-Gehalt. Sie enthält deutlich mehr davon als eine Zitrone. Daneben stecken in ihr weitere wertvolle Inhaltsstoffe, wie Vitamin A, K, P und B, Pektine, Zucker, Fruchtsäuren und Gerbstoffe, wenig ätherisches Öl, essenzielle Fettsäuren, Flavonoide und Carotinoide. In der Volksheilkunde werden der Hagebutte und dem Hagebuttenpulver verschiedene Wirkungen zugeschrieben:

  • entzündungshemmend
  • abwehrkräftestärkend
  • abführend und harntreibend

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

Ein Abstecher zur Rosenblüte

Nicht nur die Hagebutte, auch die Blütenblätter vieler Rosen sind verwendbar. Rosen blühen überwiegend ab Juni, manche bis in den September hinein. In der Volksheilkunde werden ihren Blütenblättern unter anderem entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften zugeschrieben, und ein Tee aus Rosenblüten kann auch als Umschlag verwendet werden. Aber das ist ein Thema für den Sommer und für einen eigenen Artikel.

Was mache ich mit den Hagebuttenkernen?

Tja. Da steht es nun, mein noch größeres Glas voller Kerne. Und schaut mich an.

Die naheliegende Idee ist der sogenannte Kernlesetee. Ein Tee aus den Hagebuttenkernen. Den habe ich noch nicht ausprobiert, er steht aber ganz oben auf meiner To-do-Liste. Alles zu seiner Zeit. Und Öl? Aus den Kernen wird tatsächlich ein empfindliches Öl gewonnen, das reich an essenziellen Fettsäuren und Vitamin E ist. Selbst pressen möchte ich es aber nicht. Viel zu aufwändig und diese steinharten Dinger würde ich keiner Presse antun wollen. 😅 Hast du eine Idee, was ich noch mit den Kernen anstellen könnte? Schreib’s mir in die Kommentare!

Was kann ich noch aus Hagebutten machen?

Das Pulver war mein erster Versuch. Aber da geht noch so viel mehr! In den nächsten Jahren möchte ich einiges ausprobieren:

  • Hagebuttenketchup
  • Hagebuttenessig
  • Hagebuttenlikör
  • Hagebuttenkekse
  • Kernlestee

Die Rezepte bekommen dann jeweils einen eigenen Artikel und hier verlinke ich sie dir nach und nach. Es lohnt sich also, wieder vorbeizuschauen. Oder du abonnierst einfach meinen Newsletter, dann verpasst du keines.

Die Hagebutte – eine Frucht, bei der es sich lohnt, genauer hinzuschauen

Vom Hibiskus-Irrtum meiner Kindheit bis zum großen Glas Pulver in meiner Küche. Die Hagebutte hat sich ganz leise in mein Leben geschlichen. Und dann gleich eimerweise. Wenn ich heute im Winter an einem Strauch vorbeikomme, kann ich einfach nicht widerstehen: abpflücken, auszutschen, genießen. Und ein paar lasse ich immer hängen. Für die Vögel, für die Maus, für den nächsten Spaziergänger.

Und du? Naschst du Hagebutten direkt vom Strauch – oder trinkst du sie lieber als Tee? Erzähl’s mir in den Kommentaren!

Häufige Fragen zur Hagebutte

Sind Hagebutten giftig? Nein. Keine Rosenart gilt als giftig. Unangenehm sind nur die Härchen um die Kerne, die jucken können. Giftig sind dagegen manche rote Doppelgänger wie Eibe oder Bittersüßer Nachtschatten.

Kann man Hagebutten roh essen? Ja. Das Fruchtfleisch kannst du direkt vom Strauch naschen. Kerne und Härchen isst du dabei nicht mit.

Welche Rosen haben essbare Hagebutten? Alle. Am häufigsten gesammelt werden die Hagebutten der Hundsrose und der Kartoffelrose. Gartenrosen gehen auch, wenn sie ungespritzt sind. Die seltene Bibernellrose bitte stehen lassen.

Wann ist die beste Zeit, Hagebutten zu sammeln? Ab Ende September, sobald die Früchte komplett rot sind. Zum Naschen werden sie nach dem Frost im Winter weich und süß.

Müssen Hagebutten Frost abbekommen? Nein. Frost macht sie weicher, notwendig ist er nicht.

Warum jucken Hagebutten? Die Nüsschen im Inneren sind von feinen Härchen umgeben, die auf der Haut jucken. Daher auch der Spitzname Juckpulver.

Kann ich Hagebutten mit Kernen mahlen? Ich rate davon ab. Die Kerne sind steinhart, und es bleiben harte Stückchen im Pulver. Besser: Kerne vor dem Trocknen entfernen.

Grüne Grüße

Inga


Bilder

Alle Bilder sind von mir selbst aufgenommen und dürfen nicht ohne meine Zustimmung verwendet werden. Zuwiderhandlungen werden auf dem Rechtsweg verfolgt.

Quellen

Fleischhauer, Steffen Guido; Guthmann, Jürgen; Spiegelberger, Roland: Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen. AT Verlag, 14. Auflage, 2023, S. 472 ff..

Dreyer, Eva-Maria: Essbare Wildkräuter & ihre giftigen Doppelgänger, Franckh-Kosmos VerlagsGmbH & Co. KG, 2020, S. 67.

§ 39 Abs. 3 Bundesnaturschutzgesetz (Handstraußregel); § 911 BGB (Überfall)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Erkrankungen wende dich bitte an einen Arzt oder eine Ärztin.

Jeder Mensch bringt andere Voraussetzungen mit und reagiert auf die Pflanzen die uns umgeben ganz einzigartig. Daher sollten Allergiker besondere Vorsicht walten lassen. Grundsätzlich weise ich daher darauf hin, dass der Genuss von Wildpflanzen bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen kann. Wenn du damit noch keine Erfahrung gemacht hast, oder dir unsicher bist, probiere erstmal kleine Mengen aus und beobachte, wie du darauf reagierst. Wenn dein Körper darauf nicht negativ reagiert, kannst du die Portionen von Mal zu mal steigern, bis du dir ausreichend sicher sein kannst, dass du diese ganz besondere Pflanze verträgst.

Alle publizierten Inhalte in diesem Artikel sind sorgfältig recherchiert, in meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin erlernt und nur als Anregung und zur Unterhaltung gedacht. Sie können den Arztbesuch nicht ersetzen, den ich bei körperlichen Beschwerden immer empfehle. Kräuter, Bäume und Pilze, die ich hier vorstelle, sammle und verarbeite ich für den Eigengebrauch. Bei Zweifel oder Unsicherheiten rate ich, sich an Experten, gerne an mich, zu wenden oder im Rahmen einer Wildkräuterwanderung unter Aufsicht des Kräuter- und Pilzkundigen zu sammeln. Im Zweifel stehen lassen.

Alle Inhalte und Fotos in diesem Artikel werden ausschließlich von mir produziert und dürfen nur nach Absprache und mit meiner Zustimmung von Dritten verwendet werden.

Abonniere meinen Newsletter

Abonniere meinen Newsletter!

Mit deiner Anmeldung registrierst du dich für meinen Newsletter, über den ich regelmäßig Kontakt mit dir halte. Ich versende E-Mails an dich gemäß der Datenschutzrichtlinie über den Anbieter ActiveCampaign. Du kannst dich jederzeit abmelden.